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    🇵🇪 Miraflores, Peru

    Historisches Lima

    19. juli, Peru ⋅ ☁️ 20 °C

    Historisches Lima
    Um 6:30 Uhr bin ich dann doch aufgestanden – länger ging's einfach nicht mehr.
    Ich teile mir mein Zimmer mit zwei Amerikanerinnen und einer Israelin. Alle sind super nett und die beiden Amerikanerinnen haben mir schon einige Tipps gegeben, da sie bereits seit mehreren Monaten unterwegs sind. Lustigerweise sind drei von uns vier Therapeutinnen.
    Das Frühstück war okay – aber leider schmeckt der Kaffee schon wieder etwas seltsam. Da ich inzwischen häufiger Hafermilch bestellt habe, frage ich mich langsam, ob der Kaffee oder vielleicht doch die Hafermilch schuld ist. Morgen gibt's den Härtetest: schwarzer Kaffee. Eigentlich soll der peruanische Kaffee doch richtig gut sein. Irgendwo muss er sich also verstecken.
    Danach machte ich mich mit dem Schnellbus auf den Weg zur Plaza de Armas. Der Schnellbus ist eine Mischung aus Bus und Metro: wenige Haltestellen, Bahnsteige wie bei einer U-Bahn und sogar eigene Fahrspuren, auf denen ausschließlich diese Busse unterwegs sind. Ziemlich clever gelöst.
    An der Plaza de Armas angekommen hatte ich richtig Glück: Es war Nationalfeiertag und die ganze Innenstadt war im Ausnahmezustand. In den kleinen Straßen rund um den Platz spielten Blaskapellen, überall wurde getanzt und gefeiert. Kurz gesagt: ordentlich Rambazamba.
    Eigentlich war ich wegen der Changing of the Guard um 11:30 Uhr gekommen. Vor dem Präsidentenpalast marschierten die Soldaten auf, begleitet von einer Militärkapelle, die erstaunlich viel Stimmung machte. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Wachwechsel fast Konzertcharakter haben kann.
    Im Anschluss habe ich ein bisschen über die politische Lage Perus gelesen. Ganz schön heftig: Innerhalb von zehn Jahren bekommt Peru bereits den neunten Präsidenten. Das politische System steckt seit Jahren in einer Krise – mit Korruptionsvorwürfen, großem Misstrauen gegenüber der Politik und starken Spannungen innerhalb der Gesellschaft. Da merkt man wieder: Politik kann überall kompliziert sein.
    Nach dem ganzen Rambazamba wurde es Zeit für etwas Ruhe.
    Also besichtigte ich die Kathedrale von Lima und bekam sogar eine kleine Führung. Die Kirche wurde bereits im 16. Jahrhundert gegründet, musste nach mehreren schweren Erdbeben aber immer wieder aufgebaut werden. Besonders spannend fand ich, dass sich dort auch das Grab des Stadtgründers Francisco Pizarro befindet.
    Im Inneren gibt es 13 prachtvolle Seitenkapellen, die alle unterschiedlich gestaltet sind. Außerdem wurden bei Restaurierungsarbeiten unterirdische Grabstätten entdeckt, in denen früher Geistliche und andere bedeutende Persönlichkeiten bestattet wurden. Insgesamt wirkt die Kathedrale wie eine Mischung aus Geschichte, Kunst und einem sehr gut versteckten Escape Room – nur dass man hier bitte nichts anfassen sollte.
    Nach so viel Kultur war das Sightseeing aber eigentlich erledigt.
    Wobei... die angeblich besten Churros der Stadt konnte man schon auch noch unter Kultur verbuchen. Also ging's zu Churros San Francisco.
    Und jetzt kommt's: Wer denkt zu wissen, wie Churros aussehen, der irrt sich. Die hier sehen komplett anders aus. Am besten schaut ihr euch einfach das Foto an – ich war mindestens genauso überrascht wie meine Geschmacksknospen.
    So nahm der Tag seinen Lauf. Da meine Füße inzwischen wieder ordentlich protestierten – Städtereisen bestehen gefühlt zu 80 Prozent aus Laufen und zu 20 Prozent aus "Wo müssen wir jetzt lang?" – spielte mir das Schicksal in die Karten.
    Ich landete zufällig in einer Fußgängerzone mit einem Sportgeschäft. Also rein, neue Laufschuhe anprobiert und wieder raus. Leute... was für ein Unterschied! Ich wusste gar nicht, dass meine Füße und ich so kurz vor der Trennung standen.

    Mit meinen neuen Hightech-Hufen machte ich mich anschließend noch auf den Weg zum Museo de Arte de Lima (MALI). Das Museum befindet sich in einem beeindruckenden historischen Gebäude und zeigt Kunst aus fast 3.000 Jahren peruanischer Geschichte – von präkolumbianischen Kulturen über die Kolonialzeit bis hin zur modernen Kunst.
    Mit den neuen Schuhen konnte ich sie deutlich entspannter betrachten. Ob die Schuhe deshalb Kunstförderung von der Steuer absetzen können, muss ich allerdings noch prüfen.

    Damit war Tag zwei dann auch fast geschafft.
    Unterwegs kaufte ich noch Bananenchips, und im Hostel warteten außerdem meine Granadilla und die Guave auf ihren wissenschaftlichen Geschmackstest. Diesmal hielt ich immerhin bis 22 Uhr durch, bevor das Licht ausging.
    Zum Schluss noch eine kleine Anekdote:
    Mein Hostel hat einen Hund.
    Ich wusste bis dahin nicht, dass es tatsächlich Nackthunde gibt. Also wirklich... wie diese haarlosen Katzen – nur eben als Hund.
    Nackidei. (Credits an Rebekka.)
    Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn streicheln oder ihm lieber einen Pullover schenken sollte.
    Adiós! 👋
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  • Auftakt Lima- Miraflores

    18. juli, Peru ⋅ ☁️ 21 °C

    In einem Wort: laufintensiv.
    Und wo wir gerade vom Laufen sprechen: Die Theorie hinter den peruanischen Zebrastreifen kommt mir irgendwie spanisch vor. 😅
    Zunächst dachte ich: Okay, die sind wohl hauptsächlich für etwas optische Abwechslung im Straßenverkehr. Denn gefühlt hält hier kein Mensch an. Dann wiederum gibt es Straßen, an denen plötzlich alle bremsen. Hä? Wie denn jetzt?
    Ich werde das weiter beobachten. Vielleicht gibt es hier eine geheime Zebra-Theorie. Oder ich habe einfach noch nicht den richtigen Streifen erwischt.
    Also, Lima: Mein Hostel liegt in Miraflores, wie gefühlt alle Hostels. Ein Viertel direkt am Meer mit vielen kleinen Sträßchen und – ja – auch Zebrastreifen.
    Mal so viel vorweg: Meine Missionen konnte ich erfolgreich abschließen.
    ✅ Den Bus vom Flughafen nach Miraflores gefunden.
    ✅ Bargeld abgehoben.
    ✅ Gegen die Müdigkeit... na ja, zumindest bis 20 Uhr durchgehalten.
    Dann bin ich allerdings ziemlich unspektakulär ins Bett gefallen und war dementsprechend um 3:00 Uhr wieder hellwach. Jetlag: 1 – Nadine: 0.
    An meinem ersten Tag war ich ausschließlich in Miraflores unterwegs. Zunächst oben an der Strandpromenade und später auf einem kleinen, ziemlich untouristischen Markt.
    Dort habe ich meinen ersten frischen Saft probiert – oder besser gesagt: einen Shake. Papaya mit Milch. Nee... keine gute Kombination. So gerne ich Papaya auch mag, zusammen war das eher eine Papaya-nein.
    Außerdem habe ich zwei ziemlich verrückte Früchte gekauft: Granadilla und Guave. Ich habe gelesen, dass Obst in Peru unglaublich lecker sein soll. Also werde ich mich wohl einmal quer durchs Obstregal futtern. Wissenschaftlich, versteht sich.
    Nachdem ich gegen 15 Uhr endlich im Hostel einchecken konnte, wollte ich unbedingt noch ans Meer. Das Wetter war super, und nachdem ich den ganzen Tag aufs Wasser geschaut hatte, wollte ich natürlich auch hinein.
    Leider ist der Strand nicht besonders schön – überall Kiesel.
    Na ja... eigentlich war es nicht mal Kies. An der Stelle, an der ich ins Wasser gegangen bin, lagen eher ausgewachsene Felsen. Die rutschten natürlich genau dann unter meinen Füßen weg, als die definitiv nicht kleinen Wellen beschlossen, mich herzlich willkommen zu heißen.
    Sagen wir es so: Elegant sieht anders aus. Ich bin vermutlich noch nie so stilvoll aus dem Meer gekrabbelt. Und ich gebe zu – ein kleines bisschen Schiss hatte ich schon, da nicht wieder rauszukommen. Der Pazifik und ich mussten unsere Beziehung erst noch definieren.
    Das war es fast auch schon.
    Auf dem Rückweg kam ich an einem Hummusladen vorbei. Sehr lecker! Allerdings war ich auch hier vielleicht einen Tick zu mutig. Auf meinem Teller lag Salat, und ich bezweifle stark, dass der mit abgekochtem Wasser gewaschen wurde. Also blieb vorsichtshalber die Hälfte liegen. Man muss sein Glück ja nicht direkt am ersten Tag herausfordern.
    Ach übrigens: Nach dem Essen bekam ich ein schwer ablehnbares Angebot.
    "Are you looking for the good stuff?"
    Ähm... welches gute Zeug? Ich habe doch gerade gegessen.
    Meine spontane Antwort war natürlich:
    "Who is not looking for good stuff?"
    Ich dachte noch: Ha! Was für eine Fangfrage.
    Bis er dann verschwörerisch flüsterte:
    "Cocaine... Weed."
    Äh... nein danke. Heute ausnahmsweise mal nicht.
    Offenbar wirke ich wie jemand, der auf der Suche nach Kokain ist. Interessant. Zum Glück zog der Typ sofort weiter. Drogenberatung inklusive – aber ohne mich.
    Danach ging es in die vermutlich einzige Gay Bar Perus: Open Deck. Dort gönnte ich mir meinen ersten Pisco Sour.
    Mein lieber Scholli... der hatte es in sich.
    Nach der Hälfte fragte ich mich kurz, ob ich den Heimweg noch aufrecht antreten würde. Aber ich habe es geschafft – wenn auch mit den ersten Blasen an den Füßen.
    Um 20 Uhr gingen bei mir endgültig die Lichter aus. Leider waren sie um 3 Uhr schon wieder an.
    Der Jetlag bleibt wohl noch ein paar Tage mein treuester Reisebegleiter.
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  • Mission Lima: Schlaf wird überbewertet

    17.–19. jul., Tyskland ⋅ ☁️ 27 °C

    Buenas dias,
    die Reise war im Großen und Ganzen ganz gut. Anstrengend eben. Und meine Sitznachbar:innen hätte ich mir vermutlich nicht freiwillig ausgesucht – aber man kann schließlich nicht alles haben.
    Der Umstieg in Madrid war dagegen eher die Kategorie "Sprint statt Spaziergang". Wir hatten aus Frankfurt etwas Verspätung. Angeblich waren ungewöhnlich viele Flugzeuge gleichzeitig gestartet. Außerdem gab es noch einen Polizeieinsatz, weil sich jemand spontan gegen seinen Koffer entschieden hatte. Der stand dann herren- oder eben damenlos am Flughafen herum und sorgte für ordentlich Aufregung.

    Als ich schließlich am Gate ankam, hatte das Boarding bereits begonnen. Das bedeutete erstmal: Alle liefen wild drauflos – nur um anschließend das internationale Boarding-Ballett aufzuführen: warten, zehn Zentimeter vortänzeln, warten, nochmal zehn Zentimeter... Ihr kennt das.
    Und tatsächlich tänzle ich gerade schon wieder. Dieses Mal allerdings in Lima vor der Passkontrolle. Es ist 5:00 Uhr Ortszeit, in Deutschland ist es inzwischen Mittag.
    Mein Hostel in Miraflores lässt mich hoffentlich schon ab 6:00 Uhr mein Gepäck abstellen. Einchecken darf ich allerdings erst ab 15:00 Uhr. Bis dahin heißt es: improvisieren.
    Die ersten Missionen des Tages:
    -Bargeld besorgen.
    -Den Bus nach Miraflores finden.
    -So tun, als wäre ich überhaupt nicht müde.
    Zum Glück liegt mein Hostel direkt an der langen Strandpromenade. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich dort erst einmal eine kleine Pause einlege und einfach aufs Meer schaue, ist also ziemlich hoch.
    Lima wird mich für zweieinhalb Tage beherbergen, bevor es weiter nach Arequipa geht. Ich bin gespannt, was die Stadt zu bieten hat – außer hoffentlich gutem Essen und noch besserem Kaffee. Wobei… nach der Nacht würde vermutlich auch Tankstellenkaffee reichen.
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  • Alpaca my bag

    15. juli, Tyskland ⋅ 🌙 25 °C

    ¡Hola!

    🦙 Die Reise beginnt einfach übermorgen- uahhh- ist das aufregend. Die letzten Kleinigkeiten sind besorgt, wobei mir jetzt noch ein AirTag empfohlen wurde (Danke Julia). Also mal schauen ob ich das morgen noch schnell besorge. Ansonsten steht nun seit dem Wochenende das Antibiotikum - nervige Geschichte. Da ich ein Spezielles brauche und mein Hausarzt mir das nicht präventiv verschreiben wollte , war das nicht so einfach🙄
    Also musste meine Dealerin K. aus O. mir aushelfen (Danke 🫶🏻).
    Ansonsten: Kamen in den letzten Tagen noch wasserfeste Handschuhe (Tschüsch, ich sach euch, kalte Hände werde ich keine haben!), Periodenunterwäsche und ein kleines Schloss an. Ja, Handschuhe wurden auf der Packliste für den Inka Trail extra betont.
    Das Packen heute war eine Herausforderung- aber selber Schuld wenn man in das einzige Land mit drei Klimazonen reisen muss. Angeblich können’s in den Anden nachts bis -10 Grad und im Amazonas bis zu 30 Grad werden😮‍💨

    Momentane Temperaturen laut Googel: Lima: 24-19 Grad, Cusco: 20-3 Grad; Iquitos: 30-23 Grad
    Hasta pronto 👋👋
    🦙
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    Start på rejsen
    17. juli 2026