• Recovery Day

    July 1 in France ⋅ 🌧 4 °C

    Nach dem anstrengenden und fordernden gestrigen Tag war uns schon vor dem Blick in den Wetterbericht klar, dass wir heute die kürzere Planungsvariante einschlagen werden.

    Das hieß auf direktem Wege zum Refuge Plan Glacier absteigen und nicht zuerst Richtung Aguille de Bionassay und dem berühmten Bionassaygrat aufzusteigen, diese Option hatten wir in der Planung vorgesehen, für Top Wetter und entsprechende Stimmung im Team.

    Der Wetterbericht bestätigte diese Planung klar, sowohl in der Nacht gab es Gewitter und viel Niederschlag, als auch für den ganzen Tag war unstabiles Wetter mit Gewitter angekündigt.

    Um 6 Uhr haben wir entspannt im Refuge Dourier gefrühstückt. Tatsächlich alleine, da die Seilschaften mit Ambitionen auf die Bionassay-Überschreitung schon längst aufgebrochen und die anderen noch im Bett waren.
    Es haben sich tatsächlich 2 Seilschaften entschieden, im Refuge Dourier abzuwettern und auf bessere Bedingungen für den Mittwoch zu warten. Die Ambitionierte Seilschaft musste den Aufstieg um 1:30 sehr schnell abbrechen und ist nach einer Pause in der Hütte dann abgestiegen.

    Unser Weg startete um 7:20 durchaus anspruchsvoll. In für die Westalpen typischem, brüchigem Gelände ging es zuerst über eine Steilstufe vom Col de Miage hinab. Anschließend führte uns der markierte Weg durch welchselnd schuttiges oder blockiges Gelände lange über eine Moräne, bevor wir ein spaltiges Gletscherfeld querten. Hier war sofort klar, dass es nur am Seil zu begehen ist. Es warteten noch 2 weitere Fels- / Schuttrippen die jeweils einen kleinen Anstieg und Kraxelei bedeuteten. Dazwischen ging es noch über ein Schneefeld. So legten wir unsere Steigeisen zwei mal an und wieder ab, um auf Schnee und Fels jeweils den besten Tritt zu haben.
    Nach der letzten Bergrippe konnten wir das Refuge Plan Glacier schon erblicken und es fehlten nur noch wenige Schritte bis zur Ankunft.

    Unser Hüttenwart begrüßte uns gegen 11 Uhr freundlich. Die Hütte ist spannend an den Fels gebaut, einige Kammern bekommen dadurch eine natürliche, aber zu Teilen nasse Rückwand. Das Refuge Plan Glacier ist wieder sehr klein, es sollen 19 Personen plus Hüttenwart hineinpassen. Sie kommt uns etwas komfortabler vor, da wir bis zum Nachmittag die einzigen Gäste waren hatten wir die Stube mit Betten und Esstisch aber auch für uns alleine.

    Wir nutzten die Zeit für die Organistation des Materials und Proviantes, ausgiebige Mikado Spielrunden, ein wenig Handyzeit für den Kontakt zu den Lieben und den ein oder anderen Napp.

    Heute Abend gab es Polenta, für die Region typisch. Auch typisch ist wohl Käse zur Suppe, jeden Abend hat jede Person ein Stück Tomme de Savoire zur Suppe mit Brot bekommen. Diese Tradition befinden wir für lecker und eine super Ergänzung.

    Für morgen ist ein Wandertag zum Refuge Nid de Aigle geplant. Der erste Step Richtung Normalweg zum Mt Blanc.
    Read more