• Unsere größte alpinistische Leistung

    June 30 in Italy ⋅ ☁️ 9 °C

    Wie gestern schon angekündigt wollten wir heute die Überschreitung der Domes des Miages machen.
    Wer dachte, dass man im Urlaub lange schläft, hat falsch gelegen, denn unsere Wecker klingelten um 3:15 Uhr. Das vor allem, weil für den Nachmittag instabiles Wetter mit der Möglichkeit auf Gewitter und Niederschlag voraus gesagt war.

    Nach dem wir gefrühstückt und die letzten Sachen in die Rucksäcke gepackt haben, ging es dann um 4:20 Uhr los.
    Zu Beginn stand ein langer Aufstieg im Licht der Stirnlampen auf den ersten der geplanten sechs Gipfel an. Bereits hier ging es zum Teil im Schnee, zum Teil über Fels. Den ersten Teil der Route hatte sich Julius gestern schon angeguckt und somit konnten wir im Dunkeln gut navigieren.

    Nach etwas mehr als 2 Stunden standen wir dann auf dem Gipfel der Aiguille de la Bérangère mit 3425 m.
    Dort machten wir eine kurze Rast, schmierten uns mit Sonnenmilch ein und holten die Sonnenbrillen raus. Denn so langsam kam die Sonne hervor und löste den Mond der Nacht ab.

    Von dort aus ging es einen Felsgrat hinab bis zum Beginn des Gletschers. Diesem folgt man erst relativ flach, bevor es in eine steile Flanke geht, welcher man der über 300 hm vereiste Nordwand zum Dome des Miages - Südgipfel auf 3670 m folgt. Der Anstieg war wegen seiner Steilheit sehr Kräfte zehrend. Von dort aus folgten wir dem Firngrat weiter, welcher die verschiedenen Gipfel der Domes des Miages verbindet. Der Grat war gut exponiert und zunehmend schmaler, aber durch die aktuellen Schneebedingungen gut zu bewältigen. So folgten je ein Ab- und Anstieg zwischen dem Süd- und dem ersten Gipfel, sowie dem ersten und zweiten Hauptgipfel. Auf dem zweiten legten wir um 10 Uhr eine kurze Mittagspause ein. Von dort aus sahen wir bereits den höchsten, den vierten Gipfel. Um dahin zu kommen mussten wir aber erstmal ins Col absteigen und 110 hm wieder hinauf bis auf 3674 m.

    Der spannendste Teil stand uns dann aber erst bevor. Vom vierten zum fünften Gipfel gibt es einen recht exponierten Felsgrat, den wir am laufenden Seil gingen. Leider geht aus auch zwischen den beiden Gipfeln gut runter und wieder hoch.
    Vom diesem konnten wir dann die Hütte sehen, gleichzeitig mit dem Wissen, dass bis dahin bestimmt noch 2 h Geh- und Kletterzeit liegen würden. Denn der Abstieg war ebenfalls ein langer, herausfordernd Felsgrat, mit einigen kurzen Schneefeldern und losen Blöcken.
    Der Grat lies sich eingermaßen gut abklettern, aber man musste immer gucken woher und dass man keine losen Steine mit dem Seil auslöst. Eine ca. 20 m lange Abseilstelle gab es noch, die wir aber nach etwas suchen gefunden und gut gemeistert haben.

    Danach folgten wir noch dem Schutt- und Blockgrat bis zur Hütte, auch hier ging es wieder hinauf und hinab.

    Gegen 15:30 Uhr kamen wir dann nach knapp 11 h Gehzeit an der kleinen Durierhütte an.
    Die Hütte hat nur 16 Betten plus zwei für das Hüttenpersonal und ist geschätzt 24 qm groß.
    Das Essen gab es in der Mitte des Aufenthalts- und Schlafraums. Gegen 20 Uhr ist hier schon Nachtruhe und wir versuchten mehr zu schlafen.

    Diese anspruchsvolle Hochtour war eine Tour mit sämtlichen alpinistischen Elementen wie steilen, vereisten Nordwänden, Gletscherüberquerungen, Gratkletterei, Abseilen, schuttiges und blockiges Gelände, schmale Eis-/Firngrate und große Höhe welche wir mit Bravour im Team gemeistert haben.

    Morgen geht es für uns nur ca. 3 Stunden bis zum Refuge Plan Glacier auf 2700 m Höhe.
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