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    June 27 in France ⋅ ☀️ 35 °C

    Bevor ich mich vollends von der Küste verabschiede, will ich wenigstens noch einmal den anderen Beach nahe des Campingplatzes ausprobiert haben. Über ein nicht enden wollendes steiles Treppenlabyrinth taste ich mich entlang kleinster Häuschen, die in enormer Steillage an den Hang gebaut sind, in Richtung Strand. Vor wirklich jedem Häuschen steht ein Oleanderstrauch in den schrillsten Farben. Das Meer erfreut mich auch hier mit durchdringendem Azurblau und glasklarem Wasser. Nur etwas erfrischender und kühler könnte es sein.

    Auf meinem Weg nach Norden halte ich nochmal in Aix-en-Provence, mache mir die Mühe und laufe nochmal alle Plätze ab, an denen ich die blöde Brille verloren haben könnte, wate nochmal durch das kühle Wasser des Arc zu meinem Leseplatz, frage an der Rezeption des Campingplatzes und bei Geschäften rund um den Brunnen an der Place de la Mairie in bestem Schulfranzösisch nach eventuell abgegebenen Lunettes. Nichts. Immerhin habe ich jetzt wirklich alles probiert. Mit dieser Gewissheit schmeiße ich mich wieder auf die Autobahn.
    Entlang der A7 stehen wie Andenkenkarten Wegweiser mit den Städtenamen der Orte, die ich in der letzten Woche besucht habe. Riesige Lavendelfelder grenzen direkt an die Leitplanke und verströmen selbst bei einer Reisegeschwindigkeit von 110 km/h ihre wohlriechenden Düfte in meinem Bus.
    Nachdem ich das Autobahngewirr um Lyon hinter mir gelassen habe, biege ich von der Hauptroute ab in Richtung meines letzten Übernachtungsplatzes auf dieser Reise. Der Womo Stellplatz in Saint-Rambert-en-Bugey liegt zwar direkt an einer Durchgangsstraße, dafür aber wunderschön im Grünen, eingeklemmt zwischen zwei Bergkämme und vor allem direkt in Wurfweite zu einem herrlichen Badeplatz am Flüsschen l'Albarine, welches in Sachen Wasserqualität und vor allem Erfrischungsgrad unbedingt mit der eiskalten Sorgue mithalten kann. Kleine Fischchen knabbern an meinen Zehen, als ich mich in der Abendsonne im glasklaren Wasser abkühle.
    Hier verbringe ich die verbleibende Zeit bis zum Sonnenuntergang und lese mich an einem neuen Buch fest, für dessen Lektüre ich eigentlich dringend eine weitere Woche Urlaub gebrauchen könnte.
    Zum Abendessen gibts die gesammelten Werke der letzten Tage, kulinarische Andenken an wunderschöne Erlebnisse.
    Ich bin glücklich, dass ich diese Reise machen konnte, dass ich die Provence endlich richtig kennen lernen durfte. Bin froh, dass niemand in den Bus eingebrochen ist. Der einzige der mich bestohlen hat, bin ich selbst, immerhin wars nur die Brille und nicht etwa der Geldbeutel.
    Dass ich diese Reise alleine gemacht habe, dass ich mir selbst genügen kann, das ist eine tolle Erfahrung.
    Ich werde wieder kommen, ganz sicher, dieses Mal ganz bestimmt in Begleitung und am besten mit Kontaktlinsen...
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