• Day25

    Mirka schreibt:
    Irgendwie steht man hier morgens einfach einfacher auf. Die Sonne geht auf, die Vögel piepsen und die grösseren Vögel machen Krach. Haha. Hier braucht man eigentlich keinen Wecker, Andy ist auch vor dem Wecker wach. Ich staune immer noch jeden Morgen wenn "it happens".
    Coffee/Muffin Time 06:30, Abfahrt 06:45. Heute Morgen waren wir 6 Personen auf dem Game Drive. Wir sehen heute wieder Leppards und neu auch Cheetas. Zuerst wurde Isaskia mit ihren zwei Jungs wieder getrackt und etwa am gleichen Ort gefunden wie gestern. Sie waren recht faul, und lagen rum und wir wollten dann schon fast wieder gehen. Hüpfte der einte hoch auf einen Baum, dann wurde unter Geschwister etwas gespielt und der andere versuchte es sich auf dem Baum gemütlich zu machen. Danach wollte Richard ein Cheeta Geschwisterpaar tracken und wir sind in ein ganz anderes Gebiet gefahren.
    Hier hat man übersichtliches Gelände genau was Cheetas benötigen. Briefing und dann Fussmarsch zu den Cheetas! Er nahm sein Ortungsgerät mit und irgendwann meinte er, sie sind so nah, wahrscheinlich haben sie uns schon lange entdeckt. Und prompt waren sie da, ein paar Meter weiter unter einem schattigen Baum. Wir haben Sie kaum gesehen, wenn wir es nicht gewusst hätten. Die Cheetas waren sehr relaxed, wir konnten sicher etwa 10m nah an die Tiere ran. Ein wirklich schönes Erlebnis und sehr komisch, dass uns diese Tiere nichts anhaben (im Normalfall) und dann eben Leoparden eher.
    Nach dem Cheeta-Tracking war unsere Morgenfahrt auch schon wieder vorbei, und dann gab’s Frühstück vom feinsten. Wir haben nach dem gemütlichen Frühstück unser Wagen auseinandergenommen. Alle Sachen die sich in den 3.5 Wochen angesammelt haben - unglaublich. Also zuerst Auto leeren, alles auf die Terrasse gestellt. Koffer nach draussen gebracht, geschaut wer kann was noch mitnehmen etc. Was vorig ist werden wir sicherlich hierlassen oder den Deutschen mitgeben die erst grad mit der Reise begonnen haben.
    Dann wollte ich einfach noch in diesen Pool, erstens war er sehr sauber (bei anderen eher nicht) oder wenn es oft auch noch Pools hatte dann windete es zu fest, war zu kalt etc. Somit habe ich auch mein Badekleid nicht um sonst mitgeschleppt. Danach rasch duschen, und bereit machen für unser nachmittags Drive. Wir waren nur zu viert, und irgendwann auf dem Drive fing es an zu regnen, ca. 10min lang. Mein Sitz war ziemlich nass, aber nur für die nächsten 10min. hihi. Auf halben weg fragte uns Richard ob wir Rhino tracking machen wollen oder nochmals zu den Leoparden, wir entschieden uns natürlich für Rhino. Irgendwo auf der Strecke wartete Simon auf uns, er ist für das «Tracking and the safety life» der Rhinos zuständig. Wir pickten ihn auf und er führte uns mit dem Auto so weit als möglich hin und nachher hiess es zu fuss weiter. Wie immer zuerst ein Briefing wie man sich korrekt verhält wenn ein Rhino auf einen zu gerannt kommt (...) oder falls wir einen Leoparden sichten der uns auch sichtet.
    Ok, dann ab in einer Schlange durchs Gebüsch, wirklich in Schlangenlinien, da es viel Gebüsch mit Dornen hat, sind lange Hosen ein Muss. Irgendwann sichten wir die zwei Bullen, einer kräftiger als der andere. Wir folgten ihnen seitlich, Simon immer voraus und alle hinter ihm her. Es hatte so hohes Gras das man nur den Rücken oder oft den Hintern gesehen hat. Für Okonjima ist es ein Test mit den 10 Rhinos, ob das Ganze funktioniert mit beschützen und was halt im Moment alles dazu gehört. Die Zeit raste und irgendwann mussten wir wieder zurück. Die Rhinos hatte unser Besuch nicht gestört, sie waren sehr relaxed.
    Und wieder zum Auto zurück, der Weg kam mir ewig vor, mir war gar nicht bewusst das wir so weit gelaufen sind. Irgendwann ruft Andy mich wegen einem Foto, er hat einen Babyhasen im Gebüsch gefunden. Ooh, der war süss - aber Mamahase war nicht da. Der Guide Richard war sehr erstaunt das Andy den Hasen gespottet hat. 🙂 Dann gings leider schon wieder zurück zur Villa zum Gin Tonic! Die Stachelschweinfamilie war auch wieder da und wartete auf die Früchte/Gemüseabfälle. Eine riiiiesige Herde von Elan Antilopen kamen zu unserem Wasserloch vor der Villa, man sah fast nur das Spiegelbild im Wasser. Danach verabschiedete sich Richard, und wir bekamen Nachtessen. Die Diskussionen am Tisch waren interessant 4x CH + 4x D. Um 22Uhr gingen dann aber auch alle wieder ins Bett. Wir haben dann auch noch den Rest vorbereitet das wir am Morgen nur noch den Kulturbeutel in den Koffer stecken müssen. Ich versuchte es noch mit Bericht schreiben, aber um 00:10 musste auch ich aufgeben.
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  • Day24

    Mirka schreibt:
    Meine Nacht war unruhig aber ich konnte schlafen. Morgens gleich den letzten Schluck Fencheltee runterwürgen und frischen Grüntee machen. Ab zum Frühstück, wo ich mir eine ganze Banane gönne und da ich Lust auf Joghurt hatte gab’s auch 2 Löffel davon mit Zucker und Chiasamen. Wirklich wohl war mir immer noch nicht, darum fuhr Andy am Anfang. Die Fahrt war ganz ok, noch eine 4er Gruppe Giraffen mit 2 Kleinen vom Strassenrand aus, doch als auf der C39 der Teer eingesetzt hat, merkten wir wohl beide das die Ferien doch ein Ende haben. Und bei uns wird es mit der wiederkehrenden Zivilisation erst so richtig bewusst. Uns war das eigentlich klar, aber wahrhaben will man es dann doch nicht. In Outjo (schon fast eine City) haben wir eine Bakery gefunden mit Kolbenkaffemaschine und einer guten Backwarenauswahl. Ich hab’s mit etwas Salzigem probiert, die Hälfte durfte Andy noch essen 😁. Wir hatten hier endlich WiFi und probierten so viele Berichte raufzuladen wie möglich. Keine Ahnung ob die nächste Lodge Wifi hat?
    Die letzten 1.5h bin ich noch hinter das Steuer und ehrlich ist das ein komisches Gefühl wieder 120km/h auf einer Teerstrasse zu fahren!
    Nicht lang und wir standen vor dem grossen Eingangstor von Okonjima. Wir wurden durch den Portier angemeldet, der musste unsere Namen etwa 4x durch das Telefonrohr senden. Auf jeden Fall meinte er zum Bush Camp geht’s noch 23km! What?? und irgendwann komme ein elektrisches Tor! Hä?
    Nach 1-2km kam das schöne Tor mit dem Cheetah drauf. Ok, und das Tor bewegte sich wirklich - von Menschenhand! haha!! Er fragte uns wo wir hinwollen, naja zum Bushcamp... seine Antwort kam sooo langsam ich dachte wir haben uns schon verfahren. Er meinte schlussendlich, einfach grade aus! 😂
    Das erste grosse Schild welches wir erblickten: «Stay in your car». Das zweite was wir sahen: Ein Auto mit offener Türe. TIA!
    So, wir wollen schliesslich die grossen Büsis sehen und nicht schon auf der Fahrt dahin gefressen werden. Wir fuhren kaum 100m und wir sahen Gnus, Zebras und sonstige Antilopen, wir konnten uns gar nicht satt sehen. So viel Tiere auf einmal hatten wir bis jetzt nicht. Irgendwann überholte uns ein anderer Toyota und ein paar Minuten später stand da jemand mit dem Quad auf der Kreuzung und hatte das Auto vor uns auch angehalten. Hello... wie ist euer Name? Ich habe nochmals gesagt – «Schweizer und Freund» … ahh gut… blabla… ihr könnt mir jetzt nachfahren. Äh, Andy hat er wirklich das gesagt? Naja irgendwie dachte ich an eine Verwechslung. Easy wird sich bald klären. Angekommen wurden wir begrüsst und uns mitgeteilt, dass das BushCamp voll ist und wir ein gratis Upgrade erhalten (zur Villa - auch anderer Ort). Es werden nur total (inkl. wir) 8 Gäste hier sein! Wow! Wir konnten grad unser Glück nicht fassen! Soo cool! Dann kam schon unser Guide Richard ein weisser Namibian. Fragte uns was wir so sehen möchten, was wir schon gesehen haben. Der Zeitplan war um 16:00 Teatime und 16.30 Abfahrt auf den Gamedrive.
    Ich freute mich riesig, nur schon das ganze Anwesen ist genial, vor der Terrasse laufen Pumbas hin und her. Beim Pool gab’s auch gleich ein Wasserloch für die Tiere. wir sind mitten im Park ohne Zaun um die Lodge.
    Wir hatten ca. 2h zum Duschen, einrichten, Nachrichten schreiben, etc.
    Um 16.00 waren erst 2 weitere Gäste angereist. Auch Schweizer, sie waren auch gestern noch im Mowani (aber ich hätte sie nicht erkannt). Schön, zu viert los auf dem Gamedrive. Richard erklärte alles, zeigte uns wie gross der Park ist und wo wir etwa ISASKIA finden, das ist eine Leopardin mit 2 8 Monate alten Jungen. Bereit und los gings, wir sahen einiges an Antilopen und vor allem Pumbas. Zuerst suchten wir noch einen anderen Leoparden der sein Revier in der Nähe hat, aber dann kam ein Funk das jemand Isaskia gefunden hat, somit gings dann in ihre Richtung. Dann gab’s noch Instruktionen wie wir uns verhalten, wenn wir bei den Leoparden sind und auch warteten wir bis das andere Auto dort weg war. Dann konnten wir hin, bis wir die Leoparden eigentlich neben dem Auto hatten, vorher hätte ich sie niemals gesehen! Mama Isaskia hatte noch ein Pumba gerissen und das wurde von innen heraus noch vor uns gefressen, es knackste und roch echt schrecklich. „Wie eine Sau stinken“ hat eine neue Bedeutung für mich! Mama und die zwei Jungs lagen schlussendlich alle katzenmässig im Schatten nebeneinander. Irgendwann mussten auch wir platzmachen für die nächsten. Dann noch etwas hin und her und zurückfahren. Am Abend gab’s beim Pool (und Wasserloch) einen prächtigen Sonnenuntergang mit Gin Tonic. Beim Eindunkeln kamen noch Stachelschweinchen (3 Stück) mit Punkfrisur vorbei und ein Schakal der alle grösseren Vögel etwas nervös gemacht hat. Dann gab’s Abendessen am 8er Tisch und dann ab ins Bett. Andy schnarchte schon und ich kämpfte mich mit Insekten- und Doom-Spray rum - ich habe gewonnen! 👍🏻
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  • Day23

    Andy scheibt:
    Heute nahmen wir es gemütlich, erst um 7Uhr gings zum Frühstück. Kram packen, Zimmerkontrolle, Tip für Staff und Tracker bereitmachen, ab auf den Wagen und warten bis sich die Belegschaft fürs Abschiedsliedli versammelt hat. Winken und byebye. Dann nochmals 2 Stunden Geschüttel bis zum Tor. Unser Fahrzeug war noch vorhanden, der Wächter hat also aufgepasst. Verabschieden/Tippen von Chicco welcher jetzt hier auf seine nächsten 6 Gäste warten muss welche vermutlich "brav" um 15Uhr aufkreuzen und nicht wie wir Chaoten schon um 11:30 hier waren und eine kleine Verwirrung zu unseren Gunsten auslösten. Dann ab auf die Gravel-Road welche sich für uns wie eine Autobahn anfühlte (!). Dann den Veterinärzaun in die andere Richtung passieren. Der Nampol Beamte nahm wie üblich unsere Daten (Autonummer/Fahrername/woher/wohin/Nationalität) auf, wollte zu Sicherheit dann aber trotzdem noch in unsere Kühlbox schauen (Rohfleisch Süd-Nord ok, in Richtung Nord-Süd verboten) aber alles freundlich und ok. Der Veterinärbeamte spritze noch unsere Pneus mit Gift gegen Maul/Klauenseuche ein, danach Smalltalk betreffend Käse/Schoggi etc. und byebye. Auf der Fahrt nach Twyfelfontein hielt ich Ausschau nach Elefanten welche wir auf der Hinfahrt auf derselben Strecke vom Strassenrand aus beobachten konnten. Ausser ein paar Oryx und einer Giraffe war aber nix da. Vorbei an "Tyre repairs" und "Curio-Shops" kam dann weiter vorne eine Baustelle bei welcher der Fahnenschwinger seinen Job nicht gemacht hat und wir beide nicht mit letzter Sicherheit wussten ob wir jetzt auf der richtigen Spur sind. Weiter vorne dann nur noch Erdhaufen und Bagger und Lastwagen, Mimi war in Panik, dabei kann man einfach den nächsten Baggerführer fragen welches wohl die richtige Spur sein könnte und schon gings vorsichtig weiter. TIA. Dann kamen wir bei Twyfelfontein an, bei Mimi machte sich ein ungutes Gefühl im Magen bemerkbar, bei mir war das ungute Gefühl wegen dem vielen Fahrzeugverkehr hier, sogar 2 Busse kamen uns entgegen. Der PP ist jetzt "shaded" sogar mit 4 Kojen für Busse. Eine Lady kam daher und dann wieder woher/wohin/Autonummer etc. und die Erklärung wo die Tour startet etc. Mimi kaufte die Eintritte (100NAD p.P.) was ich im Vergleich zu anderen Permits hier eher als teuer empfinde. Als Führer wurde uns Matthew zugeteilt. Wir liefen der Strasse entlang und ich fragte ihn sogleich ob er schon länger da arbeite. Er bejahte und ich erzählte ihm das ich vor 10 Jahren mal hier war und den Weg anders in Erinnerung habe. Er bestätigte das und meinte das dieser Weg noch besteht, sie ihn aber nicht mehr benutzen. Beim Farmhaus (Jahrgang 1964) angekommen erzählte er die Geschichte der zweifelhaften Quelle (mal gabs Wasser/mal nicht) und man konnte die Ruinen fotografieren. Beim Anblick der Ruinen fühlte ich mich richtig gut erhalten, Mimi gings leider sehr schlecht und musst die Tour hier abbrechen. Schnell Fotoapparat tauschen und weiter gings mit Matthew. Die Erklärungen waren gut, aber nach ca. 5 Platten war schon Schluss. Das hatte ich anders in Erinnerung. Man konnte damals noch weitergehen und auch die speziellen Gesteinsformationen bewundern und auch gemalte Zeichnungen (also nicht nur die in den Felsen gekratzten). Gibts alles nicht mehr, «gesperrt für die Zukunft» wie es Matthew nannte. Auf dem Rückweg dann Horden von Besuchern, die verschiedenen Gruppen kamen sich teils auf der Tour in die Quere, es war so ein Gehetz, man konnte es nicht geniessen, ich war enttäuscht, gab aber Matthew trotzdem ein Tip da er seinen Job mit Erklärungen zu den Zeichnungen wirklich gut machte. Dann ab in die Lodge. Kurz erholen und dann ab zum hauseigenen Sundowner-Spot. Der "nette" Kellner hatte Freude an mir und ich bedankte dies mit 2 Gin-Tonics («Malaria-Prophylaxe» wie früher, nur hatte damals das Tonic tatsächlich noch Chinin drin...). Dann ab zum Dinner, diesmal ohne Show-Einlage dafür mit einem guten Merlot aus Franschhoek an dessen Strassenschild ich mich erinnerte. Der Name kam mir irgendwie bekannt vor...Mimi musste leider auf Schmalhans machen. Die netten Leute hier sind jedoch flexibel und so gab es eine Portion Reis mit Garnitur. Danach ab ins Bungalow mit Sternenhimmel beobachten und dann ins Bett (21:50)Read more

  • Day22

    Andy schreibt:
    Meine Güte, wie gestern angekündigt klingelte heute Morgen um 05.45 der Wecker und um 6Uhr gab’s den WakeUpCall von unserem Führer, in unserem Fall zum Glück nicht namens Adolf, sondern Chicco. Zähneputzen, 7-Sachen zusammenkramen und um 06:30 wurden wir von Chicco von unserem Bungalow abgeholt da es noch dunkel war und so Touris aus gewissen Weltgegenden halt mal auf den Latz fallen, weil sie nie gelernt haben selbständig einen Fuss vor den anderen zu setzen und sich auf den 20m bis zum Hauptzelt verirren könnten. Wir mussten bei diesen 2 Wilderness-Camps auch allgemeine Verzichtserklärungen unterschreiben. Der Grund ist wohl das hier hauptsächlich Nordamerika-Touris hinkommen, aufgewachsen im Schilderwald mit "Watch your step" "Wet Floor" etc. und falls das dann ausserhalb der Heimat nicht so ist und etwas passiert gibt’s anstatt sein eigenes Verhalten zu hinterfragen eine Schadenersatzklage. So, genug gemotzt für heute :-)
    Frühstück so früh ist nicht meine Sache, daher gab’s kein Smalltalk sondern einfach 2 Eier "Sunny side up" welche ich dann auf einen Toast mit Käse und (Dosen)Schinken verfrachtete, so kann wenigstens ein bisschen Essenswürde mit Messer und Gabel gewahrt werden.
    Um 6 Uhr gings ab auf den offenen Landcruiser. Chicco erklärte wo es hingeht und wir heute in die "remote" Areas 3 und 4 fahren um dort die Rhinos zu suchen/tracken. Area 1 und 2 wären näher am Camp, man kann nicht alles haben. Wir haben ja schon unser Privatfahrzeug. Es ist wirklich "tracken", d.h. den Spuren folgen falls man welche findet und keine "Show" bei welchen die Rhinos per Peilsender oder so geortet werden können. Das macht die ganze Sache aus meiner Sicht so einzigartig, keine "Erfolgsgarantie". "Its a 5 hours drive"... ich fragte mich noch ob das wohl für den Hinweg oder Roundtrip ist.... Im Dunkeln schüttelten und rüttelten wir dann irgendwo in der Landschaft rum, er war recht kühl und Mimi und ich teilten uns eine Wolldecke um die Beine zu bedecken und um uns warm zu halten. Bis ich dann mal rausgefunden habe das diese Wolldecke ein "Poncho" ist, so mit Ausschnitt und Kapuze und es mir daher immer irgendwo reingezogen hat. Wir kamen immer wieder an so einer Art "Oasen" vorbei wo es unterirdische Flussläufe gibt und die Umgebung in der sonst steinigen, kargen, roten Landschaft grün ist. Daher sind hier auch Tiere zu erwarten. 1x entdeckten wir frische Löwenspuren welchen wir folgten und die sich dann aber im zu dichten Gesträucherdschungel verloren und wir so keine Löwen ausfindig machen konnten. Einmal meinte ich gar ein Löwengebrüll zu hören, war aber nix da.
    Weiter gings, stundenlang über "bumpy" pads/Fahrwege durch die Landschaft, kein Auto kam uns entgegen, kein Mensch und (oho) auch kein Velofahrer. Wir waren wirkliche die einzigen in dieser abgelegenen Gegend, die Tracker vom Rhino-Trust mit ihrem weissen Landcruiser, der Landcuiser mit den anderen Gästen der Lodge und unser Privat-Mobil zur allein Benutzung durch Mimi/Andy ;-). Immer wieder gab’s mal Spuren (old) oder Droppings (ebenfalls old) der Rhinos zu sehen. Immer wieder auch neue Ideen wo wir wohl hingehen um die Rhinos zu treffen. Und dann plötzlich ca. 11:30 waren auf einer vor uns liegenden Anhöhe 2 Rhinos zu erblicken. Das eine machte sich recht schnell aus dem Staub und verschwand hinter dem Bergrücken, einer der Tracker rannte (!) noch den Berg hoch um von der Anhöhe aus zu sehen in welche Richtung es verschwand. Das andere blieb stehen und wir konnten es aus der Ferne beobachten/fotografieren. Irgendwann verschwand auch das hinter dem Hügel. Dann 5 Minuten weiterfahren und da waren sie wieder, unsere 2 Rhinos. Das eine verschwand wieder ziemlich schnell hinter dem nächsten Hügel, das andere blieb stehen und spitzte die Ohren. Leise stiegen wir aus dem Wagen und in 1ner Kolonne folgten wir dem Tracker zu Fuss Richtung Rhino. Dann erster "Fotohalt" in etwas grösserer Distanz. Ein Prachtexemplar, gut genährt, Bulle, nicht enthornt. Ein sehr eindrücklicher Moment für mich. Mitten im Nirgendwo in Gehdistanz einem der seltenen schwarzen Rhinos gegenüberzustehen. Dann nochmals 1ner Kolonne und nochmals näher ran. Wunderbar, ich beobachtete es meistens durchs Fernglas und genoss einfach den Moment. Einmal nieste es sogar was man deutlich hörte. Der Führer der anderen Gruppe namens Bons zeigte uns noch den Trick mit Fernglas als Teleobjektiv für Handykamera/Gopro. Dem anderen Schweizer "entriss" er das Handy was diesen ziemlich erstaunte, aber es gilt das Motto keine Zeit verlieren mit Bitten und Erklärungen vor der Tat :-) wenn ein Rhino ca. 50m vor einem steht. Nach 5 Minuten dann Rückzug und ab auf den Schüttelwagen und Mittagessenplatz suchen. Nach weiteren 45 Minuten war dann der einzige Baum im Umkreis von 50km gefunden und der Tisch mit Stühlen wurde aufgestellt. Essen war vegetarisch. Es gab (wie üblich) Pastasalad mit Chicken-Pie (Chicken gilt nicht als Fleisch hier) und Salat und als Dessert Käse mit Crackern. Ich genehmigte mir zur Feier des Tages ausnahmsweise ein Windhoek-Lager zur Mittagszeit. Danach dann noch ein wenig Schulstunde durch den einen Tracker welcher das System der Sichtungen, erkennen welches Rhino es ist etc. erklärte. Jede Sichtung wird inkl. GPS-Lokation protokolliert und im Nachgang dem Staat übermittelt welcher damit eine "Database" füllt. Statistiken werden aber nicht veröffentlicht damit sich Wilderer nicht ein lukratives Ziel aussuchen können. Das System mit den Trackern und den Touris wird auch aus diesem Grund so gehandhabt. Falls Wilderer sich diese Gegend aussuchen würden wären sie nicht lange unentdeckt, da fast jeden Tag irgendwo Tracker und Touris durchfahren und so andere Fahrzeuge/Personen auffallen würden. "Unser" Bulle war übrigens «Tony», erstmals 2014 in diesem Gebiet gesichtet. Nach dem Mittagessen dann Rückfahrt in die Lodge und geniessen der endlosen Landschaft und Geschüttel was das Zeug hält, gab richtig Muskelkater vom ewigen ausgleichen. Was diese Fahrzeuge/Reifen/Fahrer aushalten müssen...Unterwegs dann noch eine Showeinlage von Bons, Kopfball mit einem Rhino-Dung. Er erklärte uns auch den Weg retour, frage mich wo ich das Camp vermute, ich zeigte dorthin wo es ist und es war genau 180° in der anderen Richtung. Ich hatte total die Orientierung verloren, was sonst eher meine Paradedisziplin ist, fand ich lustig. Kurz vor 17:30 Uhr waren wir dann wieder in der Lodge, wurden mit kalten Tuechli begrüsst und im Anschluss genehmigten wir uns einen Kaffee mit frischem/gutem salzigem Blätterteig-Gebäck. Wir fühlten uns wie nach einem Langstreckenflug, immerhin waren wir seit 6Uhr morgens auf dieser Schüttelkarre unterwegs. Mit Chicco verabredeten wir uns noch zu einem Privat-Sundowner unter der Bedingung das nicht nochmals stundenlang rumgefahren wird, kein Problem, ist gibt einen Short-One, d.h. nur 10 Minuten von der Lodge entfernt. Also ab unter die Dusche. Sundowner war wegen den Wolken nicht bilderbuchmässig dafür friedlich und entspannend. Danach ab zum Dinner mit der bekannten Präsentations-Show der Ladies (1x in english und in der lokalen beschreibenden Klicklautsprache). Bons sass neben uns und erzählte noch so witzige Geschichten, statt "Seemannsgarn" wohl "Rangersgarn". Er ist so ein wenig der Mackertyp, aber auf die angenehme Art und passend. Danach wurden wir durch den Camp-Manager mit Taschenlampe zu unserem Bungalow eskortiert. Endlich schlafen.
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  • Day21

    Mirka schreibt:
    Wir haben beschlossen heute auszuschlafen, wer Andy kennt weiss was das heisst. Es wurde etwa 7Uhr! Packen, Frühstücken, Auto abholen, Gepäck einladen - dann gab’s noch einen byebye Song und langsam die 13km wieder zur Hauptstrasse. Ein kleines Stück gefahren, da sahen wir Personen auf der Fahrbahn. Mal etwas langsamer fahren - und schon bekam ich das Zeichen zum Stopp. Es war Polizei/Militär und die wollte alles wissen, woher wir kommen, wohin wir gehen und meine Driverslicence. Danke und Adieu. Wir hatten nicht lange zu fahren und unterwegs sahen wir ca. 3 Autos am Strassenrand stehen, das ist eine grosse Ansammlung für dieses Land. Langsam fuhren wir vorbei, dann Stopp, retour da waren doch Elefanten im Gebüsch! Wir haben etwa 5 Stück gesehen, teils noch Teenies. Als dann noch ein Bus mit 10 Touris anhielt wollte ich weiter. Wir schauten uns etwas um für weitere Elefanten weil wir einen Tipp bekommen haben. Doch haben wir keine mehr gefunden. Nicht mehr weit kam das Tor bei dem wir nochmals kontrolliert werden, hier aber geht’s um die Veterinärgrenze. Unsere Angaben werden aufgenommen und weiter geht’s bis zum nächsten Tor TWE PALMS, hier nochmals ein Wächter. Wir können nur bis hierhin fahren, Auto abstellen und jemand von Camp holt uns ab. Ja, der Guide war schon da, aber herrje wir haben den etwas aus dem Konzept gebracht. Es ist erst 11.30, ob man uns nicht gesagt hat das wir erst um 15.00 hier sein müssen? Nein, wir schütteln den Kopf, bei uns stand nur „spätestens“! Tja, er funkte hin und her und er schien irgendwie nur mit Andy reden zu wollen. Und da ich seine Probleme grad nicht nachvollziehen konnte war mir das sehr recht. Hin und Her und 3h auf die anderen Gäste warten hatten wir keine Lust. Gut, dann hiess es, er fährt mit uns nachher ab, 2.5 - 3h Fahrt bis zum Camp! Zuerst noch ein Teller mit Sandwich und Biltong, Bier, Tonicwater etc... Gepäck ins andere Auto umladen, dann gings los mit Chicco unserem Guide für die nächsten 3 Tage. Er hat uns erklärt das der Guide welcher die Gäste in Empfang nimmt, diese die ganze Zeit im Camp betreut etc. Darum gabs wohl auch etwas Hektik. Und somit hatten wir wieder ganz allein für uns ein Auto mit persönlichem Führer. Lucky! Auf dem Weg zum Camp haben wir einige Autos gekreuzt, unteranderem eines mit einem Sessel auf dem Dach. Es wurde angehalten, gequatscht und die dicke Lady (Andy meinte es sei die Köchin) wünschte uns eine gute Reise und schönen Aufenthalt. Später meinte Chicco das ist die „MainLady“ von diversen Wilderness Camps. Bei Ankunft im Camp gab’s wieder ein Begrüssungssong und gleich Lunch mit dem Manager. Er war sehr ausführlich, alles erklärt und auch das es vor dem Dinner noch einen kleinen Scorpion Watching Trip gibt. Andy freute sich schon und machte die spez. UV Taschenlampe bereit. Wir hatten ca. 1.5h Zimmerstunde, etwas einrichten, Rucksack packen für den Sundowner um 17Uhr. Eigentlich sollte ich Bericht schreiben, aber da wir schon wieder kein Wifi haben eilt es ja nicht. In Lüderitz habe ich mir ja ein deutsches Buch gekauft «Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste», das wollte ich weiterlesen. Denke es waren höchstens 5 Seiten, dann musste ich die Augen schliessen. Und in diesem Zustand rumpelte es bei mir weiter wie es halt holpert auf den Strassen von Namibia. „Bumpeee“!!
    Wir wollten etwas früher da sein um noch einen Kaffee zu geniessen, da hiess es «Planänderung» - es gibt noch ein Rhino-Watching am Abend. Andy muss noch sein rotes T-Shirt und seine Schuhe wechseln und dann gings gleich los. Irgendwann kamen wir an einen Aussichtspunkt wo schon einige Wagen warteten. Wir sahen von dort nur den Rhinohintern und danach bekamen wir von der Rhino-Trust-Foundation eine Instruktion wie wir uns zu verhalten haben wenn wir zum Rhino gehen. Da war nicht gross viel Zeit zum überlegen, und schon gings mit den Autos in Reih und Glied den Trackers der Rhino Trust Foundation hinterher. Auto parken, aussteigen und in einer Linie hintereinandergehen, nichts reden und kein Lärm machen. Und schon war das Rhino ca. 100-120m vor uns. Nun konnten wir so stehen, dass alle etwas sahen und konnten Fotos machen. Das war wirklich sehr cool. Das Rhino hiess „Dont Worry“ und ist etwa 35 Jahre alt. Irgendwann sagen die Tracker dann Fertig! und dann wird wieder im Gänsemarsch zurückgegangen. Das war wirklich ein Glück! Chicco meinte dass wir etwas knapp mit der Zeit sind für unseren Sundowner und dann noch für den Watching Scorpions Teil. Naja... ich meinte - kein Tisch aufstellen wir trinken unseren Gin-Tonic auch so. Und zack zack hatten wir den GT in der Hand, Sonnenuntergang geniessen, Glas austrinken und schon wieder ab ins Camp. 3-4 Minuten später packten sie schon wieder alle Gäste in 2 Autos und wir fuhren auf den Skorpiondrive. Ich habe nur meine Kamera mitgenommen, Rucksack und so haben wir für den kurzen Ausflug im Camp gelassen.
    Auf einmal sehen wir ganz viel Kerzenlicht, Feuer, Tische und Stühle. OMG die haben uns ja ehrlich überrascht. Wir hatten ein Dinner draussen! Das war so genial schön und einfach gemütlich hergerichtet! Natürlich mit Lieder zur Begrüssung. Das Essen war wieder sehr phantastisch und irgendwann realisierten wir, dass Andy das UV-Light vergebens mitgenommen hat :-)
    Nach dem Dessert brachten sie uns wieder nach Hause. Mit einem Guide konnten wir dann schlussendlich auch ans Haus laufen. Gute Nacht!
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  • Day20

    Mimi schreibt:
    Wir haben abgemacht für eine Tour am Morgen und einen Sundowner um 5Uhr am Nachmittag. Unser Guide (den Namen konnte ich weder aussprechen noch buchstabieren) hat mit uns gefrühstückt und pünktlich ging es los. Es war noch recht kalt auf dem Wagen obwohl wir gestern ja so heiss hatten. Es war eine wunderschöne Sonnenaufgangs-Morgenstimmung. Die Landschaft war teils wie ein angelegter Steingarten. Rote Steine und grüne Büsche oder Bäume dazwischen oder dann wieder sehr steinig und fast kahl. Viel Tiere haben wir hier nicht gesehen, aber das war auch ok. Die Landschaft hat alles wettgemacht. Dann gab’s irgendwann einen Kaffeestopp (Tisch aufstellen, Cookies, Kaffee, Zucker und Kaffeerahm - aus Deutschland) auf einem Hügel mit 360• Aussicht. Atemberaubend. Dann gings weiter in eine andere Gegend, die war sehr grün, teils verwachsen. Hier fanden wir die 6-8 Elefantenfamilie mit dem 5 Wochen alten Baby. Sooo herzig, das Baby war müde und legte sich immer zwischen Mamas Beinen hin, und wenn Mama sich zum nächsten Busch/Baum bewegte, wurde der Kleine sanft mit dem Rüssel oder Fuss zum Aufstehen bewegt. Aber dann gleich wieder hinlegen und schlafen. Auch der Teenager-Dickhäuter war wohl sehr müde und legte sich keine 5m von unserem Auto entfernt einfach hin. Man hört sie schnarchen/schnaufen, ganz cool. Also ich hätte den ganzen Tag die Elefanten beobachten können, das ist so richtig entschleunigend.
    Aber es ging natürlich weiter, hin und her kurven - die Orientierung hatten wir natürlich schon lang nicht mehr.
    Lunch gab’s dann wieder in der Lodge, hier wurde man immer mit frischem Tuch und Drink begrüsst.
    Andy und ich genossen mal die freien paar Stunden, ich versuchte es mit meinem Buch oder Bericht schreiben und Andy machte Datensicherung (auch das hat seine Ordnung!). Die Zeit verging schnell und es war wieder 17Uhr unser Sundowner Drive. Games haben wir hier kaum gesehen, aber einen super Platz für den Sundowner hat er uns ausgesucht.
    In der Lodge gab’s Abendessen am grossen Tisch, und das ist auch wirklich cool. Da waren Amis (zusammengewürfelt) aber doch eine Gruppe, mit denen hatten wir es sehr lustig. Beim Abendsong den uns die ganze Crew vorsang waren die Amis gleich dabei und haben mitgetanzt. „Hey folks - good night!“
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  • Day19

    Mirka schreibt:
    Heute heisst es wieder abreisen. Damit wir keinen Stress haben stehen wir um 6Uhr auf, damit wir um 7Uhr zum Frühstück gehen können. Danach Auschecken, Schuhladen, Tanken etc.
    Alles tiptop bis wir zum Frühstücksbuffet kamen "Wehe wenn Sie losgelassen" die Graupanther-Busrudel-Touristen. Dann hat es uns gleich "abgelöscht"! Zwei Busse heisst = nur noch 3 Tische frei für die normalen Gäste. Das Gewusel und das anstehen am Buffet – ohje – den Fehler werden wir nie mehr machen. Wir stressten dann auch gleich los, Gepäck ins Auto und gleich Auschecken. Ich wieder mit dem Auto «hin und her sagen» damit ich rauskam, das Garagentor wurde irgendwie befestigt und benötigte niemanden mehr zum Aufmachen. Dann ab zum speziellen Schuhladen, der sah ziemlich "Vergriffen" (ausverkauft) aus. Die Besitzerin erklärte uns auch (auf Deutsch), das nach dem Wochenende sie immer fast ausverkauft sind und die Produktion halt nicht so schnell geht. Wir schauen uns um, finden nichts was für Saskia passt und weiter geht’s zur Puma Tankstelle nebenan. Pistole ist schon im Stutzen drin aber Andy besteht sofort drauf das der Zähler vorher auf «Null» gestellt wird, dann putzen und ja wir nehmen nur Cash (haha)... Ok.
    Andy erblickte einen Alk-Store von der Tankstelle her und wollte gleich eine neue Brandyflasche kaufen, denn die welche er anfangs Ferien gekauft hatte war schon leer.
    Wir fahren hin, Andy geht rein, kauft ein und wird beim Ausgang noch kontrolliert (2m Distanz von Kasse zu Ausgang). Er ist wohl auch seit langem der einzige Weisse in diesem Store. Dann ab nach Henties Bay, noch ein grösseres Kaff mit Infrastruktur.
    Wir finden dort einen Spar mit ATM und Prepaid-Guthaben-Aufladen. Da wir das System immer noch nicht begreifen frage ich eine Sparmitarbeiterin, was wir denn kaufen müssen für Data und nicht 199 SMS. Also wir können irgendeinen Betrag kaufen und dann mit Codes in Data umwandeln. Sie war so nett und hat dies gleich in mein Handy eingetippt. *682# und tippen da und nochmals dort und irgendwann habe ich den Faden wieder verloren. Egal, sie hat mir das ganze auf Data umgebucht. Dann zum Coffee-Shop auf die Hauptstrasse zurück, der hat auch eine super Kolbenmaschine! 2 x Kaffee zum hier trinken und 2 x Kaffee «to go». Lustig war hier wieder mal mein Toilettenbesuch, es gab schon gar keinen Schlüssel und wer braucht denn WC Papier und Papier zum Hände trocknen? Dann weiter in Richtung Skeleton Coast, die Strasse war eine Salzpiste. Geradeaus... nicht so eintönig wie vorgestern, aber ja. Irgendwann hiess es bei meinem Beifahrer das wir wohl das Cape Cross verpasst haben, wir haben beide nichts angeschrieben gesehen. Es war uns dann zu blöd wieder umzudrehen. Dann meinte das Navi es hätte ein Wrack an der Küste und wir sahen nix. Ich fuhr bis zum Skeleton Coast Eingang. Dort mussten wir uns Anmelden, Formular ausfüllen dann gab’s ein Stempel drauf. Bezahlt haben wir nichts, dann noch ein paar Fotos machen bis uns vom Haus her ein kleiner Jung "Hello" rief. Wir riefen auch "Hello" und ich holte rasch den Lolly und ein kleines Pack Nüsse und fragte ihn was er denn möchte. Zuerst ging die einte Hand zu dem Lolly und dann doch die andere Hand bei den Nüssen, er bekam natürlich auch beides. Dann «Byebye» und weg war er. Andy war mit Fahren dran, und nach den ersten 50m sah unser Auto aus als würden wir eine "Schlamm-Rally" fahren. Einfach nur vorne und die Beifahrerseite – da war nix mehr mit aus dem Fenster fotografieren. Nachher gab’s keine Schlammschlacht mehr, sondern nur eintönige Landschaft, flach und eher schlechte Strassenverhältnisse. Man fühlte sich an Star Wars erinnert. Ein Wrack das unser Navi angezeigt hat haben wir dann auch gefunden. Es war erstaunlicherweise noch recht viel vorhanden und gut erkennbar. Bei Springbock mussten wir uns von der Permit-Strasse wieder auschecken. Dann weiter noch ca. 1.5h ins Damaraland Camp, die letzten 13km waren nur noch Holterdiepolter und nur für 4x4 zugänglich.
    Angekommen und es hat uns fast erschlagen – die Temperaturanzeige vom Auto meinte genau 39Grad, da gibt es noch zu erwähnen das wir bei 17Grad am Morgen in Swakopmund abgefahren sind. Der Empfang war sehr freundlich, mit kaltem Tuch und Begrüssungssong! Einweisung, wir wurden gefragt ob wir irgendwelche Sachen nicht essen oder Allergien hätten? Wir verneinten beide und der Campleiter drückte im Gesicht sein Erstaunen aus und fragte ganz entsetzt: "Are you sure"? Gepäck wurde ins Zelt gebracht, der Wagen wurde vom Personal weggeparkt. Wir sind die einzigen Gäste hier mit eigenem Wagen – Hierhin lässt man sich entweder fliegen oder mit eigenem Guide chauffieren. Wir bekamen das beste Chalet – ganz am Rand aussen. Da es Montag ist findet das Abendessen immer draussen statt. Yeah. Gemeinsames hinlaufen mit den "Japanern" (die meines Erachtens kein Gleichgewicht haben um auf Steinen zu gehen). Dann wurden wir vom "Chef-Japaner" ausgefragt, woher wir denn kommen und was wir so machen. Ja, und als wir Selfdriving erwähnten – kam Erstaunen auf, vorallem bei seiner Handtaschen-Frau. Komisch – das wir uns so eine teure Lodge leisten können. Haha. Sie kennen die Schweiz und gehen immer in Davos Skifahren. Die andere grosse Gruppe kam mir bekannt vor, wir sahen sie im Hansahotel beim Dinner. Ihr Guide hat die Statur wie der schwarze Typ aus der Serie A-TEAM inkl. Bart. Sie sind Flugtouris und erkunden in etwa 10-14 Tagen Namibia.
    Das Abendessen war mega cool, zuerst am Feuer. Danach am eigenen Tisch. Andy und ich – einen eigenen. Essen war grandios wie immer und der Sternenhimmel auch, denn irgendwie kommt der Mond hier nicht so früh aus seinem Versteck. Hier ist es wirklich – STOCKDUNKEL.

    (Da wir in dieser Lodge kein WiFi haben – nur Mitarbeiter – das ist ein grosser Bär den sie uns hier aufbinden wollen. Haha. Auf jeden Fall hats einen PC bei dem wir versuchen das Internet abzuzapfen – kein Erfolg. Am Mittwoch geht’s ab ins Nachbarcamp Desert Rhino)
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  • Day18

    Heute Nacht hat es um 02:30 einen riesen Knall gegeben - ich erschrecke, neben mir schnarcht es weiter. Wenig später fängt es an zu regnen, irgendwie brauchte ich wieder einen Moment bis ich einschlafen konnte. Heute kann ich endlich wieder einmal ausschlafen und auf das freute ich mich sehr. Um 06.00 war jemand schon wach und schrieb am gestrigen Tagesbericht und somit wars das mit ausschlafen. haha
    Heute nehmen wir die Laundry Dienstleistung in Anspruch, da muss man genau aufschreiben was man in den Sack steckt. Ok, mal schauen wie das heute Abend zurück ins Zimmer kommt, eventuell Hosen mit Bügelfalten?
    Frühstück gab’s wieder in dem grossen Saal mit den vielen runden Tischen alles ist so «old fashion», es ist so als wäre dies noch von Grossmutters Zeiten. Kaffee gibt’s wie überall den aus der Kanne und als wir uns zum Buffet schlängelten lief die Filmmusik «Spiel mir das Lied von Tod» in der "Weichspülfassung". Auch das passte perfekt in dieses Bild, sogar der Rollmops war vorhanden. Aber man muss sagen, die Auswahl und die Qualität vom Essen hier ist wirklich gut. Was einfach auf einen Schlag etwas mühsam ist, sind die Menschenmassen die hier abgefertigt werden und die wir uns nun nicht mehr gewohnt sind. Beim Frühstück konnten wir auch beobachten wie sich die Leute welche mit dem Bus gekommen sind wieder dort reinzwängen, lieber die als wir!
    Um 09:30 pünktlich das muss erwähnt werden, wurden wir von der Firma Desert Explorers beim Hotel abgeholt. Die Fahrt dauerte keine 5min und wir wurden ausgeladen und unser Guide "Mo" hat uns Helme aufgesetzt und gefragt ob "geschalten" oder "automatik" alle (wir waren nur zu viert) wählten einen Automat Quad. Das ging zackzack und schon sitzen wir auf dem Teil, bekamen eine kurze Instruktion und los geht’s. Am Anfang etwas "gstabig" und dann immer etwas mutiger in die Kurven liegen. Wir hatten nicht die Rasertour gebucht, sondern das wo man auch noch Pflänzchen und Tierchen sehen sollte. Wir hatten kaum Pflanzen gesehen und nur ein Tierchen - Wüsteneidechse - aber das war uns egal. Wir hatten mega den Spass am Quad fahren. Einmal fuhr er uns an eine sehr abfallende Stelle, dort fühlte es sich an wie auf der Achterbahn. Zwischendurch kreuzten wir auch andere Quadfahrer-Gruppen, und dort konnten wir beobachten das jemand probierte dem Quad hinten nach zu rennen! Oh ja, das war ein Bild für Götter, wir lachten uns kaputt. Die 2-2.5h vergingen wie im Flug und wir wurden wieder zum Hotel gebracht. Wir machten gleich einen Spaziergang durch die Shops die grad so offen haben und landen schliesslich beim neuen Strandhotel Restaurant. Dort assen wir eine Kleinigkeit (Foto) und bestellten einen richtigen Kaffee. Dort wollte ich dann noch kurz auf die Toilette - wow - alles so neu und voll schön. Denke mir gar nichts und wollte grad vom WC wieder aufstehen, macht doch ehrlich jemand die Türe auf - autsch - und äh - Sorry - Ich bin mich wohl nicht mehr gewohnt die Türe zu schliessen!! Naja wieder zurück in unser "Since 1905" Hansa Hotel. So geniessen wir den Nachmittag noch im Wunderland-Garten. Andy studiert die Auto-Gebrauchsanleitung, er will wissen wieso das 4x4LOW bei ihm gepiepst hat. Wenn hier im Garten die Gäste vorbeilaufen, wird überall Hallo gesagt - es wird so quasi angenommen das man "Deutsch" ist. Wie schräg ist das denn? Auch wurde ich angesprochen, Hey ihr seid doch unsere Retter von Sossusvlei, ja klar, die Österreicher mit dem platten Reifen. Wir erkundigten uns ob sie noch ihre Vorhaben einhalten konnten. Naja, sie fuhren mit dem Shuttle nach hinten, haben Reifen gewechselt, waren noch auf Düne 45, sind zu der Garage gefahren (der wollte keine Reifen mehr flicken), dann so zur Lodge gefahren ca. 10km vorher platzt ein anderer Reifen - kein Ersatz mehr vorhanden. Naja kurz vor Mitternacht waren sie dann wieder bei ihrer Unterkunft.
    Das ist Afrika Abenteuer!
    So, wir wollten dann etwa 18:20 mit dem Auto an "The Beach", Andy hat im Restaurant Jetty einen Tisch reserviert. Das Restaurant ist auf dem Steg der ins Meer führt (früher um Schiffe zu entladen). Auf jeden Fall ist noch zu erwähnen, dass wir das Auto im Hinterhof parkiert haben, zuerst sieht es von der Strasse aus wie eine Garageneinfahrt (Eng) aber nachher kommen zuerst schräge Parkplätze und dann links um das Eck nochmals 5-6 Parkplätze dies aber auf einer eher viereckigen Fläche. Und es gibt nur den weg raus wie ich reingekommen bin. Ohja, wenn im hinteren Viereck einige Parkplätze besetzt wären, hätten wir wohl keine Chance zum nur irgendwie mit unserem 5.33m langen und 1.80m breiten Toyota zu wenden! Also wir wollten ja essen gehen, neben mir Auto, andere Seite ein Motorrad, hinter mir die Hauswand. Eingespieltes Team, Andy steht draussen, Fenster sind unten und mit Handzeichen funktioniert das super. Hinten steht zum Glück nur 1 Auto und so kann ich mit etwa 4x hin und her den gleichen Weg rausnehmen. Und irgendwie kommt jetzt Hektik auf, aber da habe ich noch nicht verstanden um was es genau geht. Da kam ein Herr (denke der Besitzer) und ein Bediensteter mit der Leiter, ein hin- und her und wir noch nichtsahnend drücken auf den Garagenöffner aber da tut sich nichts. Der Herr meinte Sie versuchen das Tor manuell zu öffnen, es ging dann auch - nur einer stand auf der Leiter und musste es festhalten bis ich durchgefahren bin. Ein Bild für Götter! TIA!
    Bei Jetty angekommen motzt der Parkwächter bei mir über Andy das er ihm zu wenig Geld gegeben hat. Haha, wir meinten den Rest bekommst du wenn wir wiederkommen. Dann über den Steg laufen, ein paar Pflichtbilder, dann ins Resti und den tollen Platz geniessen. Andy hat sogar Delphine entdeckt (als erster). Der Sonnenuntergang war etwas dunstig aber man kann nicht alles haben. Das Essen war sehr gut, und der RedVelvet Cake zum Dessert auch, aber es war soo laut im Restaurant ich verstand oft meine eigenen Worte nicht. Zurück am Parkplatz suchten wir unseren Motzi wieder und Andy gab ihm eine 10N$ Note - Ziel erreicht! Nach Hause ins "Hansa" fahren, vor dem Tor warten. Andy geht rein zur Rezeption und meldet das wir vor dem Tor stehen. Es geht einen Moment, dann kommen 2 Bedienstete und es hat schon 2 Leitern dort. Bis die Herren sich arrangiert hatten war das wieder ein Bild für Götter - denn man muss wissen die Bediensteten hier im Hansa Hotel haben eine Uniform an wie man sie anfangs des 20. Jahrhundert trug. Der Toyota und ich quetschten uns wieder in die Parklücke und hoffen nun das wir das morgen auch wieder so hinbekommen. Sodeli, Gute Nacht - Neben mir schnarcht es schon und es ist erst 22:28 :)
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  • Day17

    Mirka schreibt:
    Von morgendlicher Routine können wir noch nicht sprechen, aber wir werden immer besser. Alles einsammeln, bereitmachen fürs Auto, Kontrollgang durchs Zimmer etc. Frühstücken war heute wieder ganz cool - wie schon gestern ganz alleine!
    Auschecken und ab zur nächsten Tankstelle in Sesriem, wir hatten den Tipp bekommen dort zu tanken anstatt in Solitär, da es dort nicht so sicher ist das es Treibstoff gibt "wenn die die Rechnungen wieder mal nicht bezahlt haben" meinte unser Host Thomas.
    In der Tankstelle noch in den Shop - Andy hat Milch gesehen und gleich gekauft (aus Deutschland und 1 Jahr ungekühlt haltbar) und geschlürft, ich habe wieder Value gekauft für das Namibia Prepaid Handy, also das soll mal einer verstehen. Das Guthaben verfällt in 10 Tagen wenn man es nicht braucht... HALLO? Also das ginge bei uns schon mal gar nicht - und den Sinn dahinter verstehe ich sowieso nicht.
    Andy schreibt:
    Nachdem uns der Tankwart noch seine Tante als Passagier nach Swakopmund aufschwatzen wollte, wir heute "bedauerlicherweise" aber ausgerechnet den Sossusvlei Dünenausflug geplant haben machen wir uns ohne weitere Passagiere auf den Weg. Ca. 90km auf der Rumpelpiste nach Solitaire. Hat sich ziemlich verändert seit ich vor 10 Jahren mal dort war. Die Tanke war noch gleich, aber daneben war ein Shop extra für den Apfelkuchenverkauf hingestellt worden. Wir schnappten uns den letzten Schattenparkplatz unter einem Baum und ab in den Shop. Juhui, wir erblickten eine richtige Kaffeemaschine und bestellten sogleich einen doppelten Cappuccino im Pappbecher. Der erste richtige Kaffee seit Südafrika, abgesehen vom Nespresso in Lüderitz. Dazu 2 Stück Apfelkuchen. Und eine Cinnamon-Roll "to go". Der Kaffee war so aufputschend das ich bis 110km vor Walvis-Bay durchgefahren bin. Mimi übernahm dann die Lenkung und bestätigte mir meine Erfahrung das dies eine sehr anstrengende Strecke ist (holterdipolter, 2 x Pass rauf/runter, eintönig etc.). Auch in diesem Nirgendwo kam uns ein Velofahrer entgegen, man sah seine schwankenden Reifenspuren zig kilometerlang im Sand entlang des Gravel, ob es Weiblein oder Männlein war können wir nicht sagen, Gesicht war hinter einer Staubmaske wie sie auf dem Bau getragen wird. Je näher wir Walvis-Bay kamen desto nebliger wurde es. Von 36 Grad runter auf 18. Walvis-Bay erkannte ich nicht wieder. Eingangs eine Riesen-Mall und der Strand zugebaut mit Kitsch-Ferienhäuschen. Hier werden die Fehler von Spanien wiederholt. Danach 30km entlang dem Strand Richtung Swakopmund Rasen/Überholen was das Zeug hält, unsere "Krass Mann"-Flügelmuttern wären hier im Element und dauerprovoziert. Dann flexible Routenänderung zum checken ob der Vellie-Shop noch offen hat. Samstags leider nur bis 12Uhr mittags offen. Ok, dann halt weiter und Check-In im Hansa-Hotel welches ich als äussert schräg in Erinnerung hatte. Mimi wurde nicht enttäuscht, es ist immer noch schräg, so mit Hotelpage welcher so ein Hütchen und Uniform trägt wie wir es nur noch aus Cartoons oder aus 70erJahre-Erwachsenenfilmen her kennen. Dann Einweisung in den bewachten Hotelparkplatz durch den Pagen welcher auch unser staubiges Gepäck extra mit einem Tuch abklopfte wie zu Zeiten von Postkutsche und WellsFargo. Kurz duschen und ab auf den Stadtrundgang. Die Gegensätze welche wir hier innert kurzer Zeit erfahren schafften uns beide erneut. Leicht erholt haben wir uns beim Sundowner am Strand, die Sonne versank im Meer. Zum Glück kein Stress wegen Abendessen am Samstagabend, da wir gerade bei Ankunft einen Tisch im Hotelrestaurant gebucht hatten. Zum Glück haben wir einen guten Tisch in der Ecke zugewiesen bekommen und konnten so die ganze Szenerie beobachten: Welch ein Jungbrunnen. Bis auf ein Kind und ein anderes junges Paar waren wir mit Abstand die jüngsten. Bald kam schon der Gruss aus der Küche, Melone mit Schwarzwaldrohschinken, etwas Anderes hätten wir in Afrika auch nicht erwartet. Hauptgang 2 x gutes Fleisch und als Dessert warme, eingemachte Kirschen mit hausgemachtem Vanille-Eis, typisch Afrika halt. Wein gab es diesmal nicht von der Karte, sondern nach Prinzip BYOB, den Merlot welchen wir von Groot-Konstantia (siehe Tag 4) bis hierhin durchgeschüttelt haben. Die Flasche sah schon recht lädiert aus da sie aus dem Karton gerutscht war und in Bier (Büchse geplatzt) und sparkling AppleJuice (ebenfalls Büchse geplatzt) gebadet und geschüttelt wurde, die Etikette sah richtig antik aus. Die Flasche fand ich im "Kofferraum" auf Anhieb nicht sofort, sie wurde durch das ewige Geholpere nach hinten befördert und mit Müh und Not fand ich sie zwischen Spaten und den "Sand-Ladders". Das die nicht kaputt ging ist wohl reiner Zufall gewesen. Von all den erlebten Eindrücken/Gegensätzen innerhalb eines Tages und ein paar hundert Kilometern Fahrdistanz fallen wir auch heute Müde ins Bett.
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  • Day16

    Mirka schreibt:
    Um 5Uhr hats geklingelt, der blöde Wecker! Aber heute hatten wir wieder grosses Programm vor uns und wir wollten keinen Stress. 5:45 beim Frühstück waren wir ganz alleine, alle andern sind 5:30 abgefahren nach Sossusvlei. Bei uns gings dann etwa um 6:45 los, da war die Sonne schon da. Wir erwarteten riesen Menschenmengen und Anstehen am Eingang vom Park, aber nichts ist eingetroffen. Sogar bei der 60km Teerstrasse kamen uns im Verhältnis nur wenige in die Quere! Wir kamen zu dem Parkplatz wo es für uns hiess Luft aus den Reifen zu lassen. Andy hat überall noch 1Bar Luftdruck drin gelassen und sich dann physisch und psychisch auf die nächsten 4-5Km Tiefsand vorbereitet. Wir haben den 4x4 LOW eingestellt und das ESP ausgestellt. Dann raste Andy schon los und das Auto piepste unentwegt... ich intervenierte noch das da sicher was nicht stimmt, aber da waren wir schon auf dem Tiefsand und jetzt mussten wir da einfach durch. Das ist keine Strasse da sind einfach Spuren im Sand denen man einfach folgt, links/rechts fahren ist hier auch egal, einfach schauen das man nicht mit jemandem kollidiert. Wir sind auf der anderen Seite gut angekommen, obwohl es uns teils recht geschüttelt und hin und her geschleudert hat.
    Beim aussteigen und Rucksack bereitmachen hat uns ein Fahrer einer Lodge angesprochen der auf seine Gäste warten musste. Er wollte wissen wo wir hinwollen, naja, eigentlich wussten wir es noch gar nicht. Wir hatten besprochen das spontan vor Ort zu entscheiden, da wir die Menschenmassen nicht einschätzen konnten. Er hat uns dann ein paar Tipps gegeben die wir ganz gut fanden und somit war die Entscheidung sofort gefällt. Wir bedankten uns und los ging der Sandspaziergang auf Big Daddy (eben gemäss einheimischem Tipp) - die höchste Sanddüne der Welt! Irgendwie hatte ich die letzten Tage grundsätzlich genug Sand in den Schuhen und auf dem Sand gehen ist auch eine Wissenschaft für sich. Aber wir haben dem getrotzt und rauf auf die Düne! Ich durfte nie nach oben schauen, man sah einfach den Weg in den Himmel steigen, der nie endet („sandway“ to heaven)!! Oben angekommen hatte ich meega Freude und es war nicht so schlimm anstrengend wie befürchtet. Irgendwie kann man es hier einfach nie einschätzen mit der Hitze etc. Pflichtprogramm, Aussicht geniessen, Foto machen und dann wieder runter Richtung Death Vlei. Yeah am Anfang machten wir noch Fotos, Videos beim runtersliden und irgendwann ging das ganze doch in die Knie, und auch dieser Weg wollte nicht enden, hihi. Danach mussten wir unsere Schuhe ausleeren, das war wie eine Sanduhr!!
    Weiter gings auf dem marmorierten Boden vom Death Vlei der ganz weiss war. In diesem Kessel staute sich die Hitze extrem. Bekannt für dieses Vlei sind die abgestorbenen Bäume, das Farbenspiel ist hier auch sehr überwältigend. Zwischen Death Vlei und Parkplatz lag wieder Sand und man merkt das man nur schleppend vorwärtskommt. Nein, jetzt hatte ich also ehrlich genug vom Sand! Vom Parkplatz konnte man noch einen kleinen Weg zum Namensgeber Sossusvlei machen die bei Big Mama (Düne, kleiner als Big Daddy) liegt. Der Weg war auch mit Tiefsand - dieses Mal piepste nichts und das ESP war aus. Andy fuhr los und am anderen Ende kamen wir auch an, rasch Fotostopp - mehr wollte ich nicht mehr.
    Dann fragte ich ob ich das kleine Stück weg zum Parkplatz zurück durch den Tiefsand probieren darf. Klar, ich bekam Instruktionen, nie bremsen, nie schalten, nicht anhalten, immer stetiges Tempo zwischen 30-40km/h - ok - na dann los! Komisches lenken im tiefen Sand aber wir kamen heil auf dem Parkplatz an und dann hiess es, dann kannst ja auch gleich ganz zurückfahren. ääh... ok... na dann, tief durchatmen und die nächsten ca. 5km Tiefsand in Angriff nehmen. Zwischendurch gab’s Kommandos - schneller - links - mehr rechts - Achtung Gegenverkehr. Dazwischen haben wir noch ein Auto gesehen das stecken geblieben ist. Yuhui und mir kam die Strecke ewig vor, aber ich habe es geschafft, ohne stecken zu bleiben. So und jetzt an einem schattigen Platz die Reifen wieder auf 2.1Bar füllen. Nebenan waren lange Tische aufgestellt und da wurde gegessen. Wir packten den Kompressor aus, stellten das Auto an im Leerlauf und benutzten die Batterie als Stromquelle und schon machte der Kompressor noch mehr Lärm als das Auto. Naja, Reifen füllen, und das x 4 dauert schon einen Moment. Als wir den Kompressor schon fast eingepackt hatten, kam ein Österreicher angelaufen. Er hätte einen platten Reifen ob er diesen Kompressor kurz benutzen dürfte. Na klar, er kam mit dem Duster (kleiner SUV) und beim hinteren Reifen war die Luft draussen. Kompressor angeschlossen, 1.5minuten füllen und auf 2.3bar. Die sagten uns noch was sie alles vor haben heute und ich verstand die Welt nicht mehr. Die wollten tatsächlich mit ihrem Auto (die anderen 3 Reifen sahen sehr abgetragen aus) den Tiefsand fahren obwohl es Shuttles gab. Auf jeden Fall keine 2 Minuten später Stand nochmals jemand neben uns der fragte ob er unser Verbindungsteil vom Kompressor benutzen darf, welche Nationalität die zwei hatten konnten wir nicht eruieren. Egal auch das Teil liehen wir doch aus, Andy und ich mussten lachen (Kompressorverleih wäre dort eine Marktlücke)! Beim Österreicher haben wir dann nochmals den Druck gemessen und der war schon abgefallen auf 1.7bar, somit hiess es Reifenwechseln für ihn, weiss zwar nicht ob sie dann noch all ihre Vorhaben machen konnten, aber egal. Nun alle Verleihteile wieder im Auto und Andy fuhr die Teerstrasse zurück, ich machte einen Powernap nach all diesen Anstrengungen, noch einen Schwenker zur Elim Düne da war ich wieder wach (Elende Schüttelstrasse!!) wo wir Gnus unter dem Baum erblickten. Dann vor dem Ausgang noch das Permit bezahlen, Formular ausfüllen, Quittung anheften und DER Stempel darf natürlich auch hier nicht fehlen! Beim Shop noch 3 Süssgetränke gekauft vom Hause Cola in Variationen die wir noch nie gesehen hatten. Ähm... naja nicht identifizierbare Geschmäcker, komische Farben und sehr süss... wir übergaben den Rest der Wüste (die Dosen natürlich nicht). Heimfahrt in die Lodge, zuerst noch Kaffee und Cookies im Haupthaus, dann ab unter die Dusche im Zimmer. Kameras mussten auch wieder mal gereinigt werden und da es morgen wieder weitergeht, schauen wir welchen Weg wir machen wollen. Die Zeit rast und schon wieder ist Essenszeit, und wir freuen uns sehr darauf, denn hier ist das Essen exzellent! WiFi funktioniert immer noch nicht, die ganze Lodge ist von der Kommunikationswelt abgeschnitten, darum sind auch immer mal wieder Leute von der Telecom Namibia auf dem Dach, hihi. Gute Nacht!
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  • Day15

    Mirka schreibt:
    Die letzte Nacht war einiges ruhiger, obwohl immer ein Lüftchen über die Dünen und uns zog, konnte ich sehr gut schlafen. Um etwa 5 Uhr bin ich aufgewacht und der Mond war untergegangen. Da habe ich gleich Andy geweckt und wir bestaunten beide ohne grosse Worte den wunderschönen Sternenhimmel. Wenig später fing schon merklich die Dämmerung zum Sonnenaufgang an. Wir legten unsere Brillen wieder auf das Nachttischli und schliefen nochmals ein paar Minuten bis Ricardo mit dem morgendlichen 6-Uhr Kaffee und Willie mit dem heissen Wasser für unsere Morgenkatzenwäsche anstapften. Was will man mehr?
    Schon fast ein wenig routiniert zog ich mich um und wusch mir allen Sand aus dem Gesicht und ab zum Frühstück. Dazwischen noch 2-3 Fotos vom Sonnenaufgang schiessen.
    Nach der Stärkung das letzte Mal die tolle Aussicht vom WC geniessen, Wasserflaschen nochmals auffüllen und ab der Sonne entgegen.
    Ricardo meinte 2-2.5h für 6km ... ok. Ganz in der Nähe von unserem Camp fand Ricardo Spuren von einem Leoparden. Aber keine Panik die tun nichts... na dann weiter... und nur wenige Minuten später fand Ricardo Schlangenspuren (CapeCobra und Puffotter) und er wollte sie suchen, da die Spuren auch frisch waren. Oh somit lief ich einfach genau dort wo Ricardo lief, zum Glück hatte er keine gefunden. Der letzte Gang auf dem Sand und über die Ebene, dann nochmals ein paar Dünen. Dazwischen sahen wir noch Oryx mit Babys und dann waren wir schon wieder an der Base von TokTokkie Trail und somit auch wieder bei unserem Auto. Es gab noch Kaffee und Kuchen und feinen hausgemachten kalten Icetea und dabei verabschiedete und trennte sich unsere kleine Tokkie-Family wieder. Alle gingen ihren Weg und Ricardo hat heute gleich wieder einen Trailstart. Wir suchten unsere 7 Sachen wieder zusammen, schauten wohin der Weg zur Winery geht und los geht’s. Oh ja, ich habe Winery geschrieben, es gibt tatsächlich so Verrückte die in Namibia Wein produzieren und wir wollen die besuchen. Der Weg am Schluss ist ziemlich hügelig, bei solchen kommt es mir immer vor wie beim Segeln mit viel grossen Wellen, rauf und runter...rauf und runter und irgendwann schreit mein Beifahrer und ich bekomm ein halbes „Herzkriesi“ ... naja der Weg war unten etwas uneben und ich etwas schneller als es mein Beifahrer *räusper* wünschte, aber Frau hats im Griff und nix passiert. Alle sind gut in der Winery angekommen und wir wurden von Rebecca empfangen, welche mich sehr unmotiviert begrüsste. Dann kurz warten auf die persönliche Führung, die Zeit etwas ausnützen und kurz auf die Toilette. Rein in die Kabine, und als ich schon fast auf dem Topf sass merkte ich das die Tür ja noch offensteht. haha ... wollte dann die Türe zu ziehen, das ging gar nicht - Tür passt da nicht in den Rahmen... TIA! Und dann kam ER, unser Winery Führer, etwa in meinem Alter, gross, stämmig, Dutch und er kennt Zermatt und konnte „guet“ in schweizerdeutsch perfekt aussprechen und erzählte von Frau Aufdenblatten. Er führte uns zu den Reben, zeigte ihre Wasserquellen und alte Reben vom Grundstück die etwas über 100 Jahre alt sein müssen. Das Bewässerungssystem der Reben funktioniert wie zur Steinzeit, aber bewährt und warum soll man da was ändern. Auch die Geschichte der Farm hat er uns erzählt, wie viele Vorbesitzer hier waren und was da alles so passiert ist. Den alten und neuen Weinkeller wie auch die Schnapsbrennerei, welches wohl sein Baby war. Bei uns ist immer noch eine Dame mitgelaufen die uns als Volunteer vorgestellt wurde. Am Tisch (mit Käseplatte... die kam wie gerufen, denn mein Magen knurrte so das ich schon erschrak) nach der Wein- und Rumverkostung habe ich die Volunteer dann etwas ausgequetscht, sehr interessant. Draussen hats übrigens auch während der Führung geregnet! Andy hat sich noch entschlossen 2 Rotweine zu kaufen und Mirka zahlt mit Kreditkarte - deswegen musste ich sogar ins Büro und die Angaben wurden in den PC getippt. Ungewöhnlich, aber es passte alles irgendwie zusammen, das Ganze war so skurril!
    So jetzt gings endlich zurück zu unserer neuen Lodge, wir freuten und so auf eine Dusche! Ganz vorsichtig fuhr ich den gleichen Weg zurück 😂 und irgendwann waren wir auf der „Hauptstrasse“ C19 und irgendwann kam der Punkt als mein Beifahrer zurecht Stopp rief! Auf unserer „Linken“ Seite hatte es die Strasse weggespült und ausweichen ging genau NICHT da mir ein Bus entgegenkam. Dazu muss man sagen, dass wir bis jetzt nirgends sooo viel Traffic hatten wie auf dieser C19, und das nur wegen Sossusvlei!
    Alles gut gegangen und auf dieser Strecke hatten wir dann noch ein paar Mal solche RIESEN Löcher, aber jetzt waren wir gefasst.
    Kaum angekommen in der Lodge wurden wir schon von weitem mit Winken begrüsst (später erfuhren wir, dass sie jemand anderen erwartet hatten). Auf jeden Fall gab’s frische feuchte Tüechli als Empfang mit Drink und einem sehr sehr gesprächigen und lustigen Lodge Besitzer. Ach und das WiFi ist ausgefallen - TIA! Egal, wir wollten einfach unter die Dusche.
    Geschafft und dann gemütlich Abendessen - Berichtschreiben der letzten Tage und endlich schlafen! 😴
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  • Day14

    Andy schreibt:
    Nach dem zügigen Einschlafen (ganzer Tag an der frischen Luft, Wandern, Eindrücke) waren wir dann ca.2 Std. später schon wieder wach... Der Grund: es tröpfelte auf den Schlafsack...Ja, in Namibia, einem der trockensten Länder der Welt und wenn wir da sind und draussen übernachten schifft es... den ganzen Optik- und Elektronik-Krimskrams in Sicherheit/ins Trockene bringen und wieder in den Schlafsack kriechen...danach war dann zum Glück Schluss mit dem Getröpfel und das "Hören und Sehen bei Nacht" wurde nicht im Regen ertränkt. Mimi schubste mich ein paar Mal in der Nacht, warum weiss ich nicht aber um ca. 04.30 war das Geschubse recht energisch und ich fragte was los sei: "Schau mal nach oben"...oh, der Störenfried zunehmender Mond war weg und wir genossen den unglaublichen Sternenhimmel den es so vermutlich nur noch in Afrika zu bewundern gibt. Danach noch eine Runde dösen. Als es dann schon hell war kam zuerst Ricardo im Sand angestapft, mit einem Tablett.
    Bei uns angekommen konnten wir dann wählen zwischen Kaffee, Tee, mit/ohne Zucker/Milch. Wow! Das ist Service...(guten) Kaffee in den Dünen ans Bett serviert.
    Kurz darauf stapfte Willie heran um uns warmes Wasser in unser persönliches Wasch-Basin einzufüllen. Besserer Service als in der Fish-River Lodge...
    Frühstück gab’s dann an der gemeinsamen Tafel, sogar warmes Porridge wurde aufgetragen für die welche es mögen. Nach dem üblichen Gesuche der sieben Sachen (Sonnenbrille/Sonnencreme/Akku) und dem Einsetzen der Kontaktlinsen unter erschwerten Bedingungen war dann ca. 08:00Uhr Abmarsch zu unserer heutigen 11km-Tour. Zuerst stapften wir 3 hintereinanderliegende Sanddünen hoch (ächz), dazwischen eine Physik-Lektion mit dem Magneten um das schwarze Eisenoxyd vom roten Sand zu trennen. Dann wurde es "rocky" und wir fühlten und sogleich an unsere bekannten Wanderwege erinnert. Sand stapfen ist definitiv nicht unser Ding.
    Auf dem Sattel des "Horse-Shoe" genannten Berges angekommen machte Ricardo dann ein Witz das wir jetzt Pause machen und uns einen Kaffee gönnen können. Bis wir dann merkten das dies gar kein Witz war, sondern bitterer Ernst: Er kramte eine grosse Thermosflasche aus seinem Rucksack und der Kaffee wurde zusammen mit Muffins serviert. Oha! Danach dann runter vom Berg, mit Erklärungen zum Parfümbaum und einem Teestrauch der Buschmänner. Sieht völlig verdorrt aus, aber nach 3 Std. im Wasser war der Testzweig grün wie das Blut der Vulkanier, faszinierend. Eine Lion-Ant musste nach unserer Visite ihr Zuhause wieder in Ordnung bringen.
    Dann weiter durch eine Ebene zu unserem Lunchspot, Punkt 11:50 waren wir dort. Unter einer Akazie mit obligatem Webervogelnest war ein schattenspendender Baldachin mit Liegestühlen vorbereitet. Es gab Sandwiches, eine Quiche mit viel Zwiebeln (pupsgefahr) und ein Coke oder die lustigen künstlichen Fruchtsäfte. Die Webervögel kamen sehr Nahe und nutzten ihre Chance, aktiv füttern durften wir sie aber nicht. Dann dösen/lesen/toilette bis 15.30 und Abmarsch zu unserem 2ten Nachtlager. Dort angekommen hatten dann alle unser Gruppe (2 deutsche Paare, 1 Belgier aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens) genug von Sonne und Heiss und darum setzen wir uns in den Windschatten der "Küche" und das gekühlte Windhoek aus Willies Kühlbox schmeckte fantastisch.
    Der Wind war derart stark das Sandkörner mitgetragen wurden, so wurden damit alle Ritzen gefüllt und auch zwischen den Zähnen knirschte es gelegentlich.
    Dann BucketShower (was für eine Wohltat/Luxus) mit Bush-Rasur (heute habe ich sogar Sand zwischen den Blades festgestellt und den Rasierer entsorgt) und ab zum Sundowner. Danach Abendessen mit so einer Art Gemüsefrühlingsrolle, Kudugulasch und als Nachtisch Melktart. Es war ziemlich windig und kühl und in der Ferne waren Wetterleuchten zu sehen. Ob es wohl wieder auf den Schlafsack tröpfeln wird?
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