• Hiiuma - die kleinere der beiden Großen

    May 7 in Estonia ⋅ ☀️ 10 °C

    War Saaremaa schon ruhig und sehr beschaulich, so ist Hiiuma, die kleinere Inselschwester im Norden, noch etwas ruhiger und beschaulicher, zumindest jetzt vor der großen Touristenwelle.
    Und vieles ist wieder überwältigend: Gestern der Strand von Hirmuste. Als ich ausgestiegen war, dachte ich nur noch: Ist das krachschön! Blaues Meer, kilometerlanger Sandstrand und fast keine Menschen. Was nur immer noch stört, ist das Verhältnis zwischen Wind und Sonne: Noch ist die Sonne nicht so stark, dass sie sich gegen den kalten Wind durchsetzen kann. Daher ist jetzt mein heutiger Übernschtungsplatz nahe dem Hafen schön in den Wald eingebettet. Diese Übernachtungsplätze sind meist an schönen Orten und werden von der Forstverwaltung den Nutzern frei zur Verfügung gestellt. In der Regel gibt es dort neben einem Stellplatz mehrere Feuerstellen mit vorbereitetem Brennholz, überdachte Sitzgruppen und ein Plumpsklo. Alles kostenlos.
    Den großen Teil des Vormittags verbrachte ich vor dem Café am Leuchtturm von Köpu, wo ich wieder einmal das Auto umorganisierte, Capriccio schlürfte und eben jenen Leuchtturm bestieg.
    Das tat ich allerdings weniger aus Abenteuerlust oder sportlichem Ehrgeiz, sondern einem historischen Pflichtgefühl; er gilt nämlich als einer der ältesten noch betriebenen Leuchttürme der Welt und wurde zwischen 1505 und 1531 gebaut. Angeblich wurde das Leuchtfeuer ebenso wie der benachbarte Leuchtturm von Ristna aus Teilen zusammengesetzt, die aus der Firma Gustav Eiffels in Frankreich kamen, was allerdings erst im 19. Jahrhundert stattfand.
    Den Turm zu besteigen, hat meiner Wade nicht gutgetan, zumal die einzelne Stufe im unteren Bereich etwa doppelt so hoch ist wie eine normale.
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