• Fahrt nach Puerto Natales

    7. januar 2024, Argentina ⋅ 🌬 13 °C

    Es schellt ein Wecker … - habe mein Handy am Laden, springe auf, meine es sei meiner. Fehlalarm! Lade aber dann gleich noch das zeitenHandy und bin wieder im Bett, wie zwei aufstehen und gehen. Die sind echt leise und rasch, im Gegensatz zu zwei Franzosen, wo sie echt eine Katastrophe ist, laut, Licht, unorganisiert - sie stammt vermutlich aus Sri Lanka. Na ja, ist halt in Gemeinschaftsräumen!
    Die Hälfte ist gegangen, ich stehe um halb acht dann auch auf, Klo und dann Frühstücken. Da sitzt auch der Engländer alleine im Raum. Ich will gerade Kaffee nehmen, da kommt eine Frau, welche insistiert - sie muss servieren, vorbereiten, vergisst aber dann meinen Kaffee …
    Um neun Uhr packe ich, mein kleiner Rucksack macht wieder Reissverschlussprobleme, kriege die untere Ecke nicht mehr geschlossen. Die Gurte sichern mir seine weitere Verwendung. Da sehe ich, dass es regnet. Bald aber klart es auf.

    Um halb zehn Uhr gehe ich zur nahen Busstation. Fülle mein Einreiseformular aus für Chile - Deklaration wegen Früchte und Samen. Mache mal noch etwas Spanisch.
    Dann denke ich für etwas haben sie ja den Check-In Zettel fûr Puerto Natales da und melde mich. Der Junge stellt mir ein Papier-Ticket aus. In der Schlange bemerke ich, dass im Busbahnhof auch viele Brasilianer sind!
    Verpacke meine Rucksackträger zum Einladen. Die Lader machen darauf aufmerksam, dass sie nicht bezahlt werden und fordern Trinkgeld.
    Der Bus wird schlussendlich fast voll, wo waren nur all die Leute? Auf der Fahrt regnet es wieder, dicht vor der Grenze. Ich sehe nichts mehr zum Fenster hinaus, so läuft der Regen über die Scheibe - auch ist da wieder die Klimaanlage, welche zusätzlich das Fenster beschlagen lässt. Aber es gibt auch nichts zu sehen!
    Wie ich wieder leicht tiefgekühlt erwache, fahren wir bei einem Hotel „La Esperanza“ zu. Es gibt 20 Minuten Aufenthalt, das erste Mal in Argentinien, dass man irgendwo aussteigen darf. Kaufe einen Schinken-Käse Toast und ein Wasser.
    Es folgen Kilometer ohne ein Lebenszeichen, aber das Gelände ist häufig eingehagt, einmal eine Schafherde. Erst vor Rio Turbio ist Bergbau e ersichtlich, eine ?alte Kohlefabrik? Kilometerlange Förderbänder, teils am verrosten, angehäufter Abraum. In der Fabrik brennt zwar Licht. Die Fenster sind grossenteils defekt, alles bis auf neuere Förderbänder wirkt verwahrlost an der Einrichtung.
    An Rio Turbio ist auffallend, dass die wenigsten Häuser verputzt sind, Blechdächer. Nach der Ortschaft geht es in eine bewaldete Region, bergauf. Da ist der argentinische Grenzposten, wir halten länger. Dann weiter nach Chile. Pass und Stempel kriege ich ohne Problem, dann muss ich zur Früchtekontrolle. Ich darf meinen Rucksack aufmachen - die staunen über mein Fingerabdruck-Schloss . Aber ich muss ihn aufmachen und den Inhalt zeigen. Eine Seite meines Reißverschlusses will nicht mehr so richtig, daher habe ich zwei Gurten rundherum. Auf- und Zumachen dauert halt dann.
    Keiner wird heute verhaftet - Chile macht diese Durchsuchungen schon seit Jahrzehnten. Aktuell sogar mit Hilfe von Hundenasen!
    Die Fahrt dauert dann nicht mehr lange, wir sind da.
    Die beiden schweren Rucksäcke aufzunehmen und anzulegen ist keine leichte Sache.
    Da ich Depp vor lauter Reissverschluss vergessen habe mir den Weg vom Busbahnhof zur Unterkunft auf Google zu zeigen und fotografieren, muss ich zum Infoschalter, welcher da zum Glück vorhanden ist. Die zeichnen mir das auf einem Plänchen an - perfekt, finde es gleich. Booking.com ist da nicht gut - vor allem auch wenn man kein Internet hat.
    Checke ein, bezahle gleich mit Karte, samt einem Bier.
    Machtessen muss ich dann suchen, es ist Sonntag und nur wenige Restaurants haben offen. Irre etwas umher, bis ich mich für eines entscheide. Es gibt Lachs, unerwarteterweise liegt der auf Gemüse, fast ein Wunder. Sas Essen ist gut, doch bei der Rechnung haben sie zuviel verrechnet, ausserdem kostet ein halber Liter Bier hier fast 8 $, auch der Wein ist teuer im Vergleich zu Argentinien.
    Doch für mich sind die Preise immer noch moderat. Trinkgeld von 10 % ist auch schon drauf.
    Es ist kalt hier, doch das Bett ist gut ausgestattet, trotz etwas altmodischer Einrichtung, Schlafe sehr gut!
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