W-Trek 4 nach Camp Central
13. januar 2024, Argentina ⋅ ☁️ 13 °C
Ein Wecker schellt, nicht meiner, aber ich bin wach. Drei von uns sechs stehen auf. Ich habe auch die erste Frühstücksschicht, muss auch bald auf. Gehe mal meine gestern feuchte Kleidung holen. Hier pufft eine Frau aus dem Zimmer ihr Zeug um, es ist wenig Platz, überall eng. Frühstücks-Sitzplätze werden auch hier angewiesen. Es gibt wieder alles auf den Tisch, ausser Kaffee, Müesli, welches an der Bar geholt werden muss. Packe mir mein Schüsselchen ziemlich randvoll Müesli - hält länger hin als das Weissbrot. Packen muss ich nicht, ausser den Toilettensachen habe ich nichts mehr raus, mein Badetuch habe ich schon versorgt.
Um halb neun statte ich, schwatze noch kurz mit einem Deutschen, dabei geht Jan an mir vorbei. Ich überhole einige, immer auch chinesisch stämmige junge Leute, von denen es hier erstaunlich viele hat - auch ältere! Jan passiere ich auf einem anderen Weg, wir reden kurz. Dann mache ich eine Pause, er geht vorbei, macht aber dann auch Pause. Da reden wir nochmal, weil ich stehenbleibe. Beide haben wir die Absicht heute noch den Mirador Base Torres zu machen. Doch schlussendlich zieht die Strecke sich hin, nach den rund 38 Leistungskilometern von gestern halt nicht einfach mit Vollgepäck! Dazu ist es heiss, wenig Wind!
Unterwegs muss ich mal. Weil ich gerade noch etwas trinken will, stelle ich den Rucksack ab. Er steht schön, wie ich aber an meiner Notdurft bin, kippt er plötzlich und rollt mir gegen einen Abgrund, unten mit Sträuchern und Bäumen besetzt. Erwische ihn gerade noch vor dem hinunterfallen. Das hätte mich sicher eine Viertelstunde gekostet, ev. mehr, um das Ding zu bergen.
Das Camp Central ist nicht gut ausgeschildert, laufe fast an der Reception vorbei, entdecke eher zufällig ein kleines, blaues Central Schild.
Bin da echt geschafft, keine Lust mehr, mich mit weiteren elf km und fast 1000 Höhenmetern herum zu schlagen.
Dies obwohl der Wetterbericht deutlich schlechter ist. Es würde sicher zur Tortur für mich.
Lerne im Receptionsbereich dann noch einen Brasilianer kennen, 63, aus der Region Recife. Den Namen weiss ich leider nicht mehr. Wir schwatzen auf Spanisch, geht ganz gut. Er muss auf seinen Raum warten, ich auch. Bin 2 Stunden zu früh, gehe mal auf ein Bier, hier 1000 Pesos günstiger als in den anderen Camps.
Dann ist es soweit, ich kann ins Zimmer, da sind schon zwei junge Schweizer aus Uri - Pärchen, wir schwatzen kurz. Er ist anscheinend Mitglied beim SAC. Aber für mich haben sie sich ziemlich unanständig ausgebreitet. Sie gehen dann weg, aber die nächsten Zwei kommen und trauen sich nicht das Zeug auf die Seite zu schieben. Ich biete ihnen auch meinen Spind an, da ich meinen Rucksack beim Bett lasse, ich will ihn am Morgen rasch aus dem Zimmer nehmen können.
Gehe Duschen, welche gerade frisch gereinigt sind, doch zwei ältere Herren sind schon da - es hat nur zwei Duschen. Der eine ist fertig, hat es aber echt geschafft bis im den Vorraum alles nass zu machen, Drecksosse. Dabei hat die Dusche noch eine Türe, wenn man die schliesst bleibt der Vorraum trocken. Die 8 Haken haben die Beiden auch vollgehängt. Aber der eine zieht ab und für mich gibt es nun 4 Kleiderhaken + im Vorraum der Dusche noch für das Tüchlein - Luxus. Der Abgehende hat die Putzkolonne gesehen und um Reinigung gebeten (danke!) wie ich rauskomme ist es sauber. Aber meine Schlappen sind noch feucht, hinterlasse auch Spuren - etwas WC-Papier, kurze Sache.
Lege mich zu einem Powernap hin, dann lasse ich meine feuchten Sachen innert 10 Minuten von Wind und Sonne trocknen.
Beim Abendessen werde ich zu Kanadiern an den Tisch gesetzt. Wir schwatzen, zu dritt fragen sie mich aus - sie beginnen den Trek hier.
Ich habe am Nachmittag noch ein frühes Morgenessen bestellt, weil ich befürchte, der Trek zum Base Torres könnte meine Zeit für die Busabfahrt um 1500 Uhr übersteigen.
Es sind schon alle im Zimmer, es ist dunkel, das Bett über mir bleibt leer.Læs mere




















