• Rosario 3.-5.2024

    5. januar 2024, Argentina ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Fahrt in der Nacht verläuft unruhig, die Strassen sind nicht die Besten, doch ich komme pünktlich an in Rosario. Will in Zukunft nicht mehr den hintersten Sessel auf dem Rad …

    Ich genehmige mir einen Kaffee, schwarz und ein Medialuna - Saldo ist keines vorhanden (salzig). Beim Sitzen entdecke ich, dass ich ein Primo hätte haben können mit einem zusätzlichen Medialuna und einem Café con Leche - günstiger als ich es hatte! Lappi mach d’Auge uf! Aber eben - habe meine Jacke gegen die Kälte im Bus wieder verstaut und mache mich auf den Weg in die Stadt, wo ich mit Airbnb eine Unterkunft habe. Ich darf sogar früher kommen, Gepäck da lassen. Rund 50 Minuten weg. Es überholt mich gleich eine Gruppe junger Männer in weissen Hemden - Rosario ist eine Universitätsstadt. Die haben ein zügiges Tempo drauf. Wie ich mal eine Foto mache, plagen mich Mücken. Die umschwärmen mich förmlich. Vermeide es tunlich lange anzuhalten - so etwas habe ich auch noch nicht erlebt in einer Stadt - nur in Florida und Finnland waren die Plagegeister schlimmer. Die Stadt ist noch nicht richtig wach, die Mücken schon. Solange ich gehe, geschieht wenig. Sobald ich stehe, bildet sich eine kleine Wolke um mich, Auch entgegenkommende Personen sind umschwärmt, alle gehen rasch. Fotos vermeide ich und mache mich auf zur Unterkunft, wo ich kurz vor acht Uhr ankomme und eine Nachricht schreibe. Es dauert und ich bemerke, meine Füsse sind voll von Mücken, da wo die Sandalen nicht sind - ich habe zum Glück noch Jeans an. An den Armen habe ich es unter Kontrolle und der Hut schützt mich im Gesicht und Hals auch. An den Füssen lasse ich Blutzoll, bis mein Gastgeber aufmacht - mit Hund, wieder ein grosser Windhund. Gut, der interessiert sich nicht für mich.
    Ich sage gleich, dass ich eine Allergie habe und Agustin/Joel und Juliana (Brasilianer) halten den Hund von mir fern. Ich lasse ihn mal schnuppern, berühre ihn aber nicht.
    Bin ziemlich gerädert von der Busnacht, ich kriege gleich den Schlüssel für die Wohnung, das Zimmer kann ich nicht abschliessen. Mit all den Mücken macht es mir hier keinen Spass. Google mal, die haben eine Mückenplage. Gut habe ich Mückenmittel mit! Ich mache erst mal ein Nickerchen und traue mich erst gegen 1100 hinaus - in Jeans, Jacke, Mückenmittel, Socken und Halbschuhe. Es gibt in der Stadt nur noch wenige, wie mir scheint. Ich quere einen Park und gehe übers Gras - da steigt eine Wolke auf, meine Jeans sind voll von Mücken und ich muss mich für meine nackten Arme wehren - als Gras meiden, wie auch Erdflächen, dann geht es gut.
    Ich wandere durch die Stadt, zum Fahnendenkmal der Nation, leider in Renovation. Komme zum Flussufer und muss da erneut lernen - ohne Wind und in der Nähe von Grünflächen sind die Biester hungrig. Bewege mich zurück, komme erstspäter wieder zum Ufer, stärkere bevölkert, da sind die Mücken nicht so hungrig, kann mich da auf den Wegen bewegen. Wehe man geht ins Gras, da hocken sie zu tausenden. Im Internet wird über eine nie dagewesene Mückenplage geschrieben, auch in den Nachrichten war es - ich keine Ahnung. Die Mückenmittel sind hier ausfverkauft.
    Gehe noch in ein Musikrestautant, woran ich zufällig vorbeikomme. Es ist aber eine Sehenswürdigkeit hier „Rock & Feller“, trinke ein Bier - echt sehenswert.
    Gehe dann zurück, dusche und gehe wieder zum Nachtessen - die Restaurants von Google sind alles kleine Dinger, welche die Leute überbewerten, Gefälligkeiten …
    Ich finde zufällig einen Essenspunkt gegenüber einer Bushaltestelle, da sind mehrere Anbieter und in der Mitte Tische und Stühle. Esse da einmal einen Gemüsekuche, ein Bier dazu. Kaufe dann eine Falsche Wein für meine Gastgeber und mich.
    Die haben dann Gottseidank einen Kühlschrank, in einer halben Stunde ist der Wein kühl. Wir schwatzen und trinken die Flasche.
    Am nächsten Tag mache ich mein Tagebuch, vor allem Fotozuweisung, auch immer eine Arbeit, bin aber besser organisiert, mache jetzt Alben, so muss ich dann nicht so viel suchen, nur noch auswählen, entscheiden, was ich an Fotos zeige.
    Gehe um 1000 Uhr zu Kaffee und Medialunas, lese wieder mal News aus der Welt - in der Sicherheit eines Kaffees in einer Einkaufsstrasse. Die Mücken sind heute schon weniger.. Gehe nachher zu einem grossen Park mit See undFussballstadion. Wenig Leute da, die Mücken sind hungrig …
    Beim zurück gehen überhole ich eine Dame, da hupt es hinterr, ein Motorradfahrer mit Packtasche auf dem Rücksitz, drängelt sich zwischen mich und die Hauswand, ich bin überrascht. Beim vorbeifahren versucht der Kerl mein Handy zu grabschen, welches ich in der Hand habe zum Fotografieren, doch mein Griff ist stärker als sein Versuch. Wegen der Packtasche und dem Handy in der Hand kann ich ihn nicht greifen, seine Gashand ist am Griff, er kann entkommen. Na ja, kein Schaden, wenigstens das, das Handy hätte mir schon gefehlt - ich mache ja damit Fotos.
    Ich gehe zurück in die Unterkunft, habe mein Gerät aber natürlich eher in der Tasche und bin auch überall vorsichtig …
    Zurück in der Unterkunft schreibe und ergänze ich Fotos, mache erneut ein Nickerchen. Gehe dann essen - wieder an denselben Ort, ich entdecke da, dass die auch nur Gemüse mit Reis haben, was neben einem Empanada mit Gleich und einem mit Käse heute auf dem Speiseplan steht.
    Auf dem Rückweg kaufe ich wieder eine Flasche Wein. Stelle die in den Kühlschrank, sage bis später, der Wein ist für uns. Wie ich aber nach einer halben Stunde aus dem Zimmer komme ist alles dunkel, sie sind im Bett.
    Mache den Wein trotzdem auf, der Zapfen kann nicht angestochen werden, landet in der Flasche. Der Wein ist gut, trinke die halbe Flasche, während ich Tagebuch schreibe. Gehe wieder zu spät ins Bett, muss packen. Am Morgen geht mein Bus um 0830 Uhr und ich brauche 45 Minuten zum Bus.
    Die App Busbud hätte einen anderen Einstieg erlaubt - aber da konnte ich irgendwie nicht buchen - auch eine andere App welche ich versuchte ging nicht - da verliert man manchmal Stunden, beim versuchen. Ticketonline ist für mich bewährt, auch wenn ich jedesmal alles eingeben muss - es funktioniert, ich muss nicht zum Busbahnhof oder einer Agentur, einfach übers Internet. Zahle zwar so 5-10 % mehr, aber es ist einfach und nicht zeitraubend. Allerdings brauche isch so auch nicht Spanisch zu sprechen, ein Nachteil!.

    Nachtruhe um etwa 0100 Uhr am 5. Januar - aufstehen 0645 Uhr.
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