• Fuerte de Lorete mit Museum

    December 29, 2024 in Mexico ⋅ ⛅ 24 °C

    Sonntag, gehe morgens erst um 10 Uhr aus dem Hotelzimmer weg, will noch Geld abheben, ging ja gestern nicht bei Santander - nehme noch meine Yuh Karte mit. Ich weiss ja aus Erfahrung, am Morgen ist nie viel los in Mexiko bisher, die schlafen lange oder haben lange Wege in die Stadt. Also gehe ich in die Santander Bank, nehme heute einen der beiden grossen Cajeros - und tatsächlich, ich erhalte sofort mein Geld und erst noch günstiger als in Guadalajara und CDMX, nicht mal 1% Belastung 48 Pesos, ich habe aber heute auch nicht auf keine Umrechnung gedrückt - 5000 Pesos bezogen.
    Mit dem Erfolg gönne ich mir wie gestern Morgen in einem nahegelegenen italienischen Café (The Italian Coffee) einen doppelten Cappuccino mit Schlagrahm, dazu heute aber ein Croissant mit Schinken und Käse, warm!

    Ich schaue mir nochmals an, was in Pueblo noch sehenswert wäre und komme auf das Fort Lorete. Wei ich dahin gehe, passiere ich eine Wäscherei unweit meiner Unterkunft, aber nichts angeschrieben und es wirkt sehr improvisiert, schmuddelig, nicht professionell, na ja, interessiert nicht - gestern gewaschen!

    Puebla hat in der mexikanischen Geschichte irgendwie immer wieder eine wichtige Rolle eingenommen. Unter den Spaniern hat es den Transportweg nach Veracruz abgesichert. Eine der wichtigsten war eine Entscheidungsschlacht gegen die eingedrungenen Franzosen unter Napoleon III. Der gedachte sich Mexiko einzuverleiben, nachdem der mexikanische Staat seinen Schulden nicht nachkommen konnte. Mit Spaniern und Engländern könnten die Mexikaner bereits eine Vereinbarung erzielen diesbezüglich.

    Die Franzosen rückten vor vom Hafen Veracruz. Sie verloren aber hier bei Puebla am 5. Mai 1862 eine Schlacht gegen mexikanische Kräfte und hatten einige Verluste, mussten sich zurückziehen.

    In dem Museum wurde auch beklagt, dass Mexiko den USA in Kriegen Kalifornien, Neu-Mexiko und Texas abtreten mussten - fast 2 Millionen Quadratkilometer - sie erhielten eine Entschädigung, ich glaube das waren 15 Millionen Dollar - aber eigentlich nichts gegen das was diese Landstriche heute für eine Bedeutung haben. Nur ist es zweifelhaft, ob die erwähnten Landstriche unter Mexiko jemals zu Bedeutung gekommen wären … - ich denke nicht!

    Das Fort Lorete liegt auf einem Hügel, ich habe Glück, heute ist Sonntag, freier Eintritt! Daneben liegt das Olympia Stadion und es gibt da auch einen schönen Park, teils mit Kunstrasen. Dazu noch einen künstlichen kleinen See, bewohnt von Enten und vielen Gänsen. Dazu hat es Kaffees und Kioske und wie überall fliegende Händler, welche vor allem Eis verkaufen - eine Ergänzung zum anderen Angebot. Auch einen Souvenirladen beinhaltet der Park. Google hat wieder mal nicht gewusst, wo der Parkeingang ist - aber es gibt ja auch Nebeneingänge, gottseidank!
    Der Park ist aber nicht stark frequentiert, die Leute tummeln sich lieber in der Stadt und deren Parks bzw. drängeln sich vor allem durch die auch heute am Sonntag gut mit Ware bestückten Marktgassen.

    Davon kriege ich bei der Rückkehr eine Kostprobe ab, ich komme in die Region eines Spielwarenmarktes. Ist hier was los, wie wenn Weihnachten erst bevorstehen würde - war ja gerade! Dazwischen immer wieder Kochbuden, alles bunt gemischt.

    Auch hier in Puebla sind viele am Betteln, vor allem Indios, eher Frauen mit kleinen Kindern, aber auch alte Indigenas - verglichen mit den vorangehenden Ortschaften aber eher wenige. Es werden häufig Kleinigkeiten angeboten, Tortillas, Süsse Törtchen, auch Schokolade.

    Die Obrigkeit ist hier in Puebla nirgends mit Sicherheitskräften stark präsent - erstaunlich, im Gegensatz zum bisherigen Mexiko, wo in Acapulco richtiggehende Kolonnaden von Polizei, Militär und Marine patrouillierten. In CDMX waren es vor allem auffallende Polizeiaufgebote gegen Demonstrationen mit Schilden und Schlagstöcken. Guadalajara war auch viel Polizei und Patrouillen - immer überall an grösseren Kreuzungen. In Tequila war auch wenig von der Obrigkeit zu sehen - obwohl da die fahrenden Saufgelage erfolgten. Aber wahrscheinlich ist das mit dem Saufen da gar nicht so weit. Ausländer sind eher wenige und die Indianer vertragen den Alkohol sowieso nicht!
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