von Puebla nach Veracruz
30. Dezember 2024 in Mexiko ⋅ ☁️ 28 °C
Am Morgen gehe ich zeitig los, will bei der Rezeption die Schlüssel und den Telecommander abgeben, doch niemand da - also zurück ins Zimmer und einfach da lassen, Dann habe ich etwa Dreiviertel Stunden Weg vor mir. An einem Ort steht ein junger Mann, der etwas den Kopf schüttelt über mich und mir sagt, der Bus koste ja nur 5 Peso, wieso dass ich da zu Fuss gehen? Eine Antwort spare ich mir, bin etwas später dran und will nicht diskutieren (was mir aber gut tun würde für mein Spanisch).
Beim Terminal bin ich einigermassen pünktlich - nur der Bus nach Veracruz hat sicher eine halbe Stunde Verspätung. Dadurch ist auch der Wartesaal stärker belastet, wenn da um 50 Leute mehr herumsitzen und stehen. Und ich kann nur sagen, was die hier manchmal mit schleppen! Die Koffern sind manchmal fast so gross wie die Leute - wenn der Transportgriff ausgefahren ist. Es herrscht allgemeine Verunsicherung, auch wenn die Ansagen eigentlich deutlich sind. Ich gucke einmal nicht immer wieder ins Handy, im Bus schlafe ich etwas und schaue Filme, Inge richtig herum. Da sind Bildschirme, aber nicht an jedem Sitz, man kann aber auch Kopfhörer haben - ich habe einen ergattert.
In Veracruz angekommen, nehme ich mal mein Handy dann wieder hervor. Gleich popt eine Nachricht auf - ich müsse eine andere Kreditkarte nehmen für mein Hotel Delfine, hätte 6 Stunden Zeit - das war aber kurz vor neun Uhr, jetzt haben wir fast viertel nach vier. Wieso das Hotel die Karte nicht belasten konnte weiss ich nicht, die ist gültig, meine Gold-Reisekarte Mastercard. Na ja, wie auch immer, ich bin in Veracruz, das Hotel hat mich rausgeschmissen und ich muss ein Neues suchen. Ich reise ja eher Mittelklasse, was sich auch die Einheimischen leisten können (nur sind die eher im Familienverband unterwegs und nehmen noch Zustellbetten), dann wird das Ganze natürlich deutlich günstiger als für mich alleine! Meist bezahle ich sowieso für ein Doppelzimmer.
Schon kriege ich die nächste Meldung, meine Buchung sei sistiert! Na ja, was mir nicht dauernd alles passiert! Booking.com stinkt mir langsam etwas.
Ich hocke mich ausserhalb des Busbahnhofs auf einen Betonblock und beginne mit der Suche, prüfe auch Agoda (Holidaycheck nehme ich nicht mehr, die haben mir das Schutthaufen-Angebot geliefert von Booking und sind unglaublich lästig, senden dauernd Mails, obwohl ich abbestellt habe! So kurzfristig hat es nicht mehr viel. Ich prüfe einiges, sehe dann das Hotel Impala ganz in der Nähe, mit einigen guten £Referenzen, rund 40 Franken, schaut aussen gut aus und frage da direkt an der Rezeption.. Ich komme sogar noch etwas günstiger weg als auf booking. Kurz entschlossen und müde von der Fahrt nehme ich das und bin versorgt. Zimmer im 1. Stock, nur das WC und Dusche sind etwas eigenartig - man muss fast übers WC steigen um in die Dusche zu gelangen! Dazu ist der Toilettenpapierspender beim WC im Rücken angebracht, für unbeweglichere ein Fall sich organisieren zu müssen!
Am Abend gehe ich in das Restaurant des unweit gelegenen Hotel Central, esse Fisch mit mageren Beilagen - Reis und Gemüse. Dabei erlebe ich fast einen Kälteschock, die Klima ist hier so tief eingestellt. Aber die etwas korpulenten Besucher scheinen sich daran nicht zu stören, nur ich friere anscheinend, bin aber auch deutlich am schlanksten!
Ich kaufe auf dem Rückweg noch Bier und Chips sowie Wasser. Dabei muss ich anstehen, es hat sich eine Schlange gebildet. Eine Kasse ist blockiert durch einen Loskäufer, die andere zu, macht aber auf. Der Erste nach dem Loskäufer geht dahin, die anderen machen keinen Wank, wie der Kunde wieder geht, ich bewege mich zur Kasse, weil der nächste, da stellt mich die Verkäuferin in den Senkel und weist mich zurück. In der Zwischenzeit ist aber der Loskäufer weg, ich bin der nächste, die anderen vier sind eine Familie und bezahlen gemeinsam. Ich kann gleich an die andere Kasse und gehe noch vor der Familie weg, halte ihnen noch die Tür auf. Hahaha - der kleine Sturm im Wasserglas war für die Katz, aber die kleine Dicke an der Kasse konnte sich wichtig machen und Opa in die Schranken weisen! Schlangen und Fairness darin sind hier echt etwas ein Heiligtum - überall …
Na ja, werde in Zukunft halt, auch wenn die vor mir keine Anstalten machen zu wechseln, brav warten. Schlafe trotzdem gut! Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen - habe hier auch schon viele Schlangen gesehen - wie in Argentinien …
Ich muss bemerken, dass ich von dem Zimmer und dem komischen WC/Dusche nicht mal eine Foto bei Bezug gemacht habe, habe es dann erst vor der Abreise noch nachgeholt, darum zerknüllt! Ausserdem ist das Bett echt breit für drei, dafür ist das Leintuch aber zu kurz, vermutlich quer aufgezogen, hahaha!
Weil ich heute weniger Fotos habe, noch etwas Eindrücke von Puebla angefügt.Weiterlesen















