• 2026-03-14

    March 15 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 11 °C

    Samstag der 14.03.2026

    Viel mit Schlaf ist wieder nicht. Der Zug fährt schon 08:00 Uhr und damit müssen wir schon um 7 Uhr vom Hotel mit dem Bus losfahren. Das heißt: sehr früh aufstehen und das mit dem gesamten Gepäck. Den Koffer können wir zwar im Hotel (in einem Gepäckraum) stehen lassen, das Handgepäck muß aber mit. Und da bei mir fast alles Technik ist ist auch fast alles Handgepäck. Der Rucksack ist also voll und der Koffer leer. Aber erst muss er noch gepackt werden und das passiert um 3 Uhr. Erst als ich fertig bin habe ich wieder Ruhe. Ich lege mich also noch einmal hin und werde dann vom offiziellen Weckruf des Hotels um 04:30 Uhr geweckt. Auf geht es und ich bin tatsächlich als Erster unten. Koffer zur Aufbewahrung gegeben, Schlüssel abgegeben und dann auf die Anderen gewartet. Der Speisesaal hat ohnehin noch nicht auf.

    Nach dem Frühstück begeben wir uns schnell zum Bus welcher uns zu Bahnhof bringt. Nach der Sicherheitskontrolle haben wir noch etwas Zeit. Ich sehe einen Stand von Ucell und gemeinsam mit unserem Reiseleiter bekommen wir heraus warum meine Sim-Karte keine Daten liefert. Die Mädels am Flughafen hatten wohl gar kein Guthaben aufgebucht. Ich will keine Absicht unterstellen. Wahrscheinlich waren sie nur komplett übermüdet. War ja gegen 1 Uhr.

    Mit Unterstützung unseres Reiseleiters gelingt es mir (oder eigentlich ihm) mir eine neue Karte freischalten zu lassen. Diese kostet auch nur 6 € und hat ein Datenvolumen von 140 Gigabyte! Das sollte reichen.

    Der Zug fährt uns in etwa sechs Stunden nach Marg'ilon im Fergana-Tal. dies ist das dicht besiedelste Gebiet Zentralasiens und erstreckt sich außerdem noch in den Ländern Kirgisistan und Tadschikistan.

    Laut Wikipedia ist es etwa 300 km lang und bis zu 110 km breit. Hier wird intensiv Landwirtschaft betrieben. Auch wenn dies um diese Jahreszeit nicht so aussieht.

    Die Errungenschaften dieser Bodenbearbeitung werden wir auch im Laufe des Tages oft genug genießen können. Zuerst einmal werden wir zur einer Seidenweberei gebracht und können dort die mühsame Arbeit der Textilbearbeitung sehen. Die maschinelle Unterstützung wird uns eher nicht gezeigt sondern harte Handarbeit. Die Ergebnisse dieser schweißtreibenden Arbeit lassen sich sehen und natürlich auch kaufen. Meine Schränke zu Hause sind mehr als voll und die von Ines auch.

    Mehr Erfolg hatte der Samsa Stand vor der Tür, bei welchem fast alle mindestens eine der leckeren, mit Fleisch gefüllten, Teigtaschen erstehen ... und uns anschließend fast den Mund verbrennen.

    Anschließend geht es wieder auf einen Bauernmarkt und ich frage mich wie viele Menschen es braucht um diese ganzen Nahrungsmittel zu verspeisen. Alles ist frisch und sieht verlockend aus. Ich nehme mir einmal eine kleine Menge von frischen Dill und koste ihn. Jetzt weiß ich wie das schmecken kann. außerdem lernen wir wie man Weintrauben auch nach Monaten noch frisch erhält. man schneidet sie einfach mit einem größeren Teil von Ast ab und steckt diesen dann in immer frisches Wasser. Schmeckt wie gerade geerntet obwohl es schon vor Monaten vom Strauch entnommen wurde.

    An dem hervorragenden Brot, welches nicht einmal 50 Cent pro Stück kostet, können wir natürlich auch nicht vorbeigehen. verhungern tut man hier in diesem Land sicherlich nicht. es gibt die besten Nahrungsmittel frisch und nicht konserviert. Die Menschen sind nett, auch wenn wir uns nicht sehr gut verstehen. Englisch funktioniert ganz gut, Russisch nicht nicht immer. Ich kann mir nicht vorstellen dass dies an mangelnden Sprachkenntnissen (die gibt es aber auf meiner Seite) liegt sondern eher an der Freude über die Unabhängigkeit von Russland.

    Als nächstes werden wir in einer Keramikwerkstatt gebracht um dort die, natürlich manuellen, Herstellungsprozesse von Haushaltsgegenständen aus Ton (?) zu bewundern. natürlich können auch hier die Produkte erworben werden und sie sind wirklich wunder, wunderschön. Ich weiß aber genau dass ich zu Hause nicht auf Gegenliebe stoßen würde ihre einer dieser wunderschönen Teller oder eine Schale in meinem Handgepäck. Trotzdem kann ich nicht komplett widerstehen und kaufe einen Eierbecher für 5 €. Die Preise sind für usbekische Verhältnisse sicherlich sehr teuer. Für deutsche Verhältnisse angemessen. Immerhin handelt es sich hier tatsächlich um Handarbeit und auch um Handbemalung.

    So langsam sind unsere, ohnehin nicht recht vollen, Akkus am Ende. Der letzte Stopp in einem kirgisischen Dorf, bei eine kirgisischen Familie, hätte für die Meisten sicherlich nicht mehr sein müssen und wurde doch zu einem der Höhepunkte des Tages. Die Kinder auf den Straßen (wir mussten hin laufen) waren sehr süß mit ihren kirgisischen Gesichtszügen, die Familie war sehr, sehr sehr gastfreundlich und zeigt uns die Herstellung von Filz. Außerdem durften wir eine echte Jurte (wenn auch eine kleine) betreten und konnten die sehr mühsame Erstellung eines breiten, farbenfrohen, Bandes beobachten welche von der Hausfrau auf einem sehr einfachen manuellen Webrahmen erstellt wurde. Webrahmen ist vielleicht für die Konstruktion zu hoch gegriffen. das Band wird später um die Jurte gespannt. Ich vergesse bestimmt einiges. Es ist viel zu viel Information welche auf einen einwirkt.

    Dass es auch noch einen kleinen Imbiss gab möchte ich auch noch erwähnen. Dabei wurde sogar Musik auf der Maultrommel gespielt. Irgendwie bekommt man immer etwas zu Essen angeboten und es ist schwierig die Gastfreundschaft nicht zu verletzen. Alle sehr, sehr nett hier.

    nach dieser Station ist der offizielle Tag beendet und es geht zum Abendessen. dieses findet aber nicht im Hotel statt sondern einige 100 m weiter entfernt. Wir werden in ein separates Zimmer gebeten in welchem ein runder Tisch festlich gedeckt ist und nehmen Platz. Plötzlich hören wir laute Musik vom Gang und neugierig schauen wir was da los ist. Es dauert nicht lange und wir befinden uns auch in dem Raum und klatschen im Rhythmus der Musik. Wir sind plötzlich direkt in die Geburtstagsfeier einer jungen Frau geraten. Wer die Sitten kennt weiß: hier kommt man nicht so schnell wieder weg.

    Ich stand Gott sei Dank an der Tür und nahm die erste Gelegenheit zum Verlassen des Raums war. Die anderen schaffen es vielleicht nach einer viertel bis halben Stunde. Erst dann können wir zu Abend essen. Auch nach unserem Essen bleiben zwei noch ein Weilchen dort. Wie lange? Ich weiß es nicht. am nächsten Morgen standen sie auf jeden Fall „Gewehr bei Fuß“.
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