2026-03-16 – Montag
March 16 in Uzbekistan ⋅ ⛅ 15 °C
2026-03-16 – Montag
Mann oh Mann. So langsam wird es wirklich schwer die Tage zu rekapitulieren. Zu viel passiert in viel zu wenig Zeit. Für manche Urlaube sollte man lieber viel mehr Zeit einplanen und sie vielleicht individuell und mit guten Sprachkenntnissen machen. Dieses Land scheint dazu gehören.
Der Wecker klingelte sehr, sehr früh. So weit ich mich erinnere habe ich mich nach drei Stunden um zwei Uhr wecken lassen um noch an den Tagesberichten zu arbeiten. Doch erst wurde der Koffer gepackt und dann getippt. Um vier stoppte mich dann der Weckruf des Hotels. Also Tablet eingepackt und runter zum Essen. Wer hat um die Zeit Hunger? Ich nicht.
Nach der Tasse Milch (die Kaffeemaschine hat gesponnen und warf mir die Milch aus, welche meine Vorgängerin vermisste) und etwas Obst, Wurst und Nüssen (Kohlehydrate verweigerte ich absichtlich) ging es dann auch schon zum Bus und mit dem zum Flughafen. Dort wieder die üblichen Abfertigungsprozeduren und Sicherheitschecks welche mich so unendlich nerven. Fast zwei Stunden Sicherheitschecks und Gepäckbearbeitung für etwas mehr als eine Stunde Flug. 07:09 Uhr startete die Maschine ab Tashkent und um 08:25 berührte sie in Urgench wieder den Boden. Dazwischen lagen, laut Oruxmaps um die 700 km. Wenn man den ganzen Vorbereitungs- und Sicherheitskram einberechnet wäre ein Schnellzug nur minimal langsamer. So in Superzug, welcher um die 500 km/h schafft, wäre wohl sogar überlegen.
Übrigens: Warum muss man auf so einen Flug-Hopser auch noch was zu Essen servieren? Auch wenn es nur ein Brötchen und Getränk war. Die Crew kann den Service, also austeilen und abräumen in der knappen Zeit kaum bewältigen.
Nachdem wir wieder am Boden waren, über das Vorfeld zum Terminal gelaufen (wirklich gelaufen) sind und unsere Koffer vom, wahrscheinlich kürzesten Kofferband der Welt, nehmen konnten geht es nun mit dem Bus noch ein ganzes Weilchen weiter bis wir die imposante Kulisse der Stadt Xiva (auf manchen Karten auch Chiva) erblicken. Als wir sie durch das Südtor betreten sind wir plötzlich Jahrhunderte zurück gereist. Wären da nicht die Benzinkutschen könnte man denken die Torwachen kämen einem auf der Straße entgegen. Ein Freiluftmuseum.
Unser Hotel bricht mit dem Stil nicht im geringsten. Alles super schön. Leider sind die Zimmer noch nicht fertig und irgendwie werden wir dann doch verteilt. Bei der Lotterie habe ich wohl nicht gewonnen. Mein Zimmer ist nicht viel größer als eine Abstellkammer. Ist ja nur für eine Nacht. Kein Problem.
Anschließend geht es gleich los auf Expedition durch die Stadt. Ich kann mich gar nicht stoppen. Ein Foto nach dem Anderen schießt die Panoramakamera. Eine Ecke ist schöner und interessanter als die Andere. Scheint einem zumindest so.
Souvenirverkäufer. Einer neben den Anderem. Ich will ja nichts kaufen aber als unsere Reiseführer uns diesen genialen arabischen Buchständer (auf dem gerade mein Tablet steht) und seine vielen Möglichkeiten zeigen lässt sind alle guten Vorsätze dahin. 20 Euro hin, 20 Euro her. Das Teil will ich haben! So etwas fehlt mir tatsächlich noch und die Lösungen welche ich bisher nutze sind nicht einmal ansatzweise so elegant. Ab Abend versuche ich das Teil aufzubauen und scheitere an dem was der Verkäufer so spielend leicht machte. Wir hatten zwar alle ein Video gemacht. Helfen tut es nur bedingt. Erst ein YouTube Video (https://youtu.be/X0aOZtwwBs4?si=KgIESwRFsV0-dXNo) hilft mir weiter und zeigt mir dass 20 Euro eigentlich viel zu billig sind. Das Wunderwerk der Handwerkskunst wird tatsächlich aus einem Stück gefertigt!
Aber ab zum Stadtrundgang. Ich kann nicht sagen wie viele Paläste und ihre Höfe wir besucht haben. Türen betreten wir. Aus Türen treten wir hinaus. Höfe, Gänge, Tore, Mädressen (Koranschulen), Wand und Deckenbemalungen, Minarette (das berühmte, unfertig Aussehende, ist wohl wirklich unfertig geblieben. Der Baumeister ist wohl verschwunden, dann der auftraggebende Khan gestorben und der Nachfolger hatte verständlicherweise kein Interesse ein Bauwerk vollenden zu lassen welches den Namen seines Vorgängers trug) Information, Information, Schönheit, Schönheit. Mein Gehirn schaltet ab. Selbst den Harem kann ich nicht mehr wirklich fassen. Aber das sind ja heute ohnehin nur noch leere Mauern deren Wände verziert sind.
Ach so. Die wunderschönen Mosaike sind eigentlich oft gar keine sondern eine Art Fliesen, welche man angenagelt hat.
Nachdem der offizielle Teil nun mit einem Imbiss in einem sehr schönen Restaurant (eigentlich hat keiner Hunger und doch erliegen alle dem Gruppenzwang und kommen mit rein. Eine Kleinigkeit gegessen und getrunken wird natürlich auch.) beendet ist will ich eigentlich zu Hotel zurück. Die Beine brennen. Der Rücken auch. Trotzdem schließe ich mich irgendwie doch einer Gruppe von uns an und die Geschichte wird es schön. Statt durch die Stadt zu schlendern folgen wir einem Gedanken von mir. Ich hatte beim Warten Touristen (hier gibt es ja fast keine Einwohner mehr) auf der Stadtmauer laufen sehen. Wie kommt man da rauf? Wir Fragen und erfahren dass bei unserem Hotel der Aufstieg im Südtor ist. Also hin und den, wirklich exorbitanten, Preis gezahlt. Dann dürfen wir auf eine Treppe die eher einem Bergaufstieg ähnelt. Die Stufen sind bestimmt 50 cm (oder mehr?) hoch. Das geht nur auf allen Vieren. Ich glaube, jeder von uns hat heimlich die Entscheidung verflucht. Hoch schaffen wir es aber alle. Und das obwohl einige von uns jenseits der 50 sind. Teilweise sehr weit.
Oben erwartet uns auch nicht gerade ein ungefährlicher Weg. Tiefe Löcher. Kaum passierbare Höhenunterschiede. Teilweise recht schmal. Man bedenke: Bis runter auf das Straßenniveau sind bestimmt 20 Meter.
Wir meistern das und werden dafür mit spektakulären Blicken über die Stadt belohnt. Die Kamera macht Überstunden. Erst als wir die Stadtmauer in beide Richtungen bis zum absolut letztem begehbaren Meter erkundet haben steigen wir wieder die „Treppe“ hinab. Das geht selbst rückwärts schwer. Die Kamera habe ich lieber im Rucksack eines anderen Expeditionsmitgliedes verstaut. Ich brauche meine Hände. Als wir wieder runter nicht ist für mich Schluss. Ich kann nicht mehr. Der Rücken schmerzt wieder wie verrückt. Ich will mich hinlegen.
Aus diesem Schlaf wache ich fast nicht mehr auf. Als mich der brüllende Alarm vom Handy kurz von knapp aus dem Schlaf reist weis ich nicht wo ich bin. Schlaftrunken torkele ich nach unten.
Das Abendessen findet nicht im Hotel sondern in einer benachbarten Gaststätte statt. Wir wollten nur essen und befinden uns plötzlich in eine Vorstellung einer Tanzgruppe. Das ist ja alles super schön und toll... So lange ich nur filmen kann und wir nicht in die Vorführung mit einbezogen werden. Ich soll tanzen? Das können Tanzbären viel besser! Ich sage nur „Friedrich Merz tanzt“. Einfach mal bei YouTube eingeben.
Ich sah bestimmt noch schlimmer aus.
Wenigstens eine von uns hat die ganzen unsportlichen Reisenden gerettet.
Der Abend war spektakulär und ich habe eine Menge VideoBits „belichtet“.
Fotos? Gibt es wohl auch heute leider kaum. Einige aus dem Handy. Die Panoramas müssen erst ausgeschnitten werden.Read more











