• Herrnhut

    19. maj, Tyskland ⋅ ☁️ 18 °C

    Unser Hauptziel ist heute Herrnhut. Das Navi schafft es, uns in einem Bogen durch Polen zurück nach Deutschland zu führen und da an der Grenze überhaupt nichts los ist, aber drei Grenzbeamte dort stehen, werden wir angehalten. Ein kurzes, sehr nettes Gespräch - wo wir herkommen und wohin wir fahren - und schon gehts weiter.

    Herrnhut bietet einen kostenfreien Stellplatz für fünf Wohnmobile an. Nur drei Plätze sind belegt, also können wir hierbleiben. Zu Fuß sind es ungefähr 800 Meter bis zur Herrnhuter Stern-Manufaktur. Die besteht aus der nicht öffentlichen Werkstatt, einem großen Restaurant, einer kleinen Schau-Manufaktur, einigen Wandtafeln mit Erklärungen zur Geschichte des Herrnhuter Sterns und einer Stern-Verkaufstheke. Im Nebengebäude kann man Sterne selbst basteln - was natürlich Geld kostet - oder im Deko-Shop aufwändige Blumengestecke mit Sternen kaufen. Auf dem großen Vorplatz findet ein Imbiss-Stand großen Zuspruch.

    Wir gehen ins Restaurant, wo das Essen sehr gut schmeckt. Dann kümmern wir uns um die Informationen: Anfang des 19. Jahrhunderts leuchtete der erste Stern aus Papier und Pappe in den Internatsstuben der Herrnhuter Brüdergemeine (ohne d - kein Schreibfehler!). Das ist eine der ältesten protestantischen Freikirchen der Welt. Von einem Erzieher im Mathematikunterricht erdacht, diente der Stern zum Vermitteln eines besseren geometrischen Verständnisses. Seitdem bastelten die Kinder am 1. Sonntag im Advent ihre Sterne und trugen diesen Brauch in ihre Familien. So gilt der Herrnhuter Stern als Ursprung aller Weihnachtssterne.

    Wieder zurück an der frischen Luft, hat sich der Himmel dunkel bewölkt. Wir gucken uns noch ein wenig im Ort um, gehen aber doch recht zielstrebig zum Wohnmobil. Kaum sind wir drinnen, öffnen sich die Wolken. Aber der Schauer dauert nicht lange, dann kehrt die Sonne zurück.
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