• Borgund Stabkirche

    19. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 17 °C

    Unser nächstes Ziel war die Stabkirche in Borgund.
    Zunächst besuchten wir eine Ausstellung, in der der Bau einer Stabkirche erläutert und die Geschichte der Stabkirchen in Norwegen dargestellt wurde.
    Die Stabkirchen wurden etwa 200 Jahre lang gebaut, vorwiegend in der katholischen Zeit von der ersten Hälfte des 12. ]ahrhunderts an. Mit der Einführung der protestantischen Kirchenordnung 1537 wurde die Einrichtung der Kirchen stark verändert: Seitenaltäre und Heiligenfiguren entfernt, Kanzel und Sitzbänke eingesetzt, und mit der Zeit auch Fenster. Viele Stabkirchen waren jetzt in schlechtem Zustand.
    Der Ausbruch der Pest 1349 brachte die Bautätigkeit in Norwegen fast völlig zum Erliegen. Mehr als tausend Dorfgemeinschaften hatten ursprünglich eine Stabkirche - nur 28 sind erhalten. Die meisten sind um- und angebaut und sehen nicht mehr aus wie Stabkirchen. Nur Teile davon stammen von der ursprünglichen Kirche. Die Stabkirche von Borgund ist diejenige, die die Jahrhunderte am unversehrtesten überstanden hat. Die am besten erhaltenen Kirchen liegen häufig in Orten, die sich einen Neubau nicht leisten konnten.
    Das Kirchengesetz von 1851, das eine bestimmte Größe des Kirchenraums im Verhältnis zur Anzahl der Gemeindemitglieder vorschrieb, hatte zur Folge, dass viele Stabkirchen abgerissen wurden.
    Es war schon faszinierend, dieses besondere Bauwerk aus nächster Nähe zu betrachten und zu bewundern und den Duft von Teer und Holz aufzunehmen.
    Berührend war das Kästchen in der Ausstellung (s. Foto) - dazu die Erläuterung: "Ein ungeborenes Kind in Borgund. Für die Eltern muss es ein schreckliches Erlebnis gewesen sein, dass einem ungeborenen Kind ein Begräbnis in geweihter Erde verwehrt war. Kästchen mit Embryos wurden unter dem Kirchenboden gefunden - sicher dort aus Besorgnis eingeschoben.《Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war.》 (Psalm 139)"
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