Reykjavík Stadtrundgang II
10. juli 2025, Island ⋅ ☁️ 11 °C
Ich ging weiter durch die älteste - und anfangs auch einzige - Straße Reykjavíks und kam an dem ältesten noch stehenden Haus vorbei. Anschließend sah ich das rote Falknerhaus - hier wurden früher die isländischen Falken aufbewahrt, die damals an europäische Aristokraten verkauft wurden.
Meine Füße trugen mich weiter zum Wasser, wo ich das Konzerthaus Harpa ansah - ein interessanter Glasbau, in dessen Fenster sich die Sonne spiegelte.
Entlang der Küste kam ich, vorbei an einigen Skulpturen und einem Mini-Leuchtturm, zu einem historisch bedeutendem Gebäude. In Reykjavík gibt es nur recht wenige sehr alte Gebäude, daher zählt das Höfði Haus zu den architektonischen Schätzen der Stadt, den die Bewohner immer bewundert haben. Das markante weiße Gebäude wurde 1909 errichtet. Es kam als Baupaket aus Norwegen und besteht aus einer Mischung verschiedener Bau- und Dekorationsstile. Zur damaligen Zeit war es eines der größten und elegantesten Häuser. Das Höfði-Haus wurde für den französischen Konsul Jean-Paul Brillouin errichtet. Der befand sich in Reykjavík, um den Fischern der französischen Flotte beizustehen. Der Konsul hielt es allerdings nicht allzu lange in dem unwirtlichen Land aus und so wurde das Haus weiterverkauft.
In den 1940er Jahren war Höfði der Sitz des britischen Botschafters. Winston Churchill und Marlene Dietrich waren in dieser Zeit zu Gast hier. Der letzte britische Botschafter riet seiner Regierung das Haus zu verkaufen, denn er war der Meinung, dass ein Geist, den er die Weiße Lady nannte, im Haus sein Unwesen trieb. Er fand ihre Anwesenheit wohl zu nervenaufreibend, was ihn dazu verleitet hat, den einzigen bekannten diplomatischen Brief zu schreiben, bei dem es um einen Hausgeist geht. Offiziell hieß es, das Haus sei in einem schlechten Zustand. Die Stadt Reykjavík kaufte das Haus 1958 und in den folgenden Jahren wurde es restauriert und in seinen früheren Glanz zurückversetzt. Seit 1967 wird Höfði als Veranstaltungsort für städtische Empfänge genutzt. Weltbekannt wurde das Haus, als hier im Oktober 1986 die ersten Gespräche zu den Abrüstungsverhandlungen zwischen Gorbatschow und Reagan geführt wurden.
Das berühmte Gipfeltreffen in Höfði gilt als Beginn des Endes des Kalten Krieges. Die Isländer waren die ersten, die die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der baltischen Staaten anerkannten, und im August 1991 wurde in Höfði eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Die meisten ausländischen Staatsoberhäupter, die Island besuchen, kommen hierher.
Nach diesem interessanten Rundgang durch die Stadt taten mir die Füße langsam wirklich weh und ich war froh, wieder im Auto zu sitzen. Ich fuhr noch bis an die Spitze der Reykjanes Halbinsel und fand einen Nachtplatz direkt am Meer neben einem Leuchtturm, wo ich dann auch noch einen wunderbaren Sonnenuntergang sah.Læs mere


















Rejsende
😍
Rejsendeteilweise wirkt die Stadt ja gemütlich und schön
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