Eldheimar
13. juli 2025, Island ⋅ ☁️ 12 °C
Am 1973 brach auf der Insel ein Vulkan aus und veränderte sie für immer. Sie wurde 2 Quadratkilometer größer und viele Häuser wurden zerstört und unter dem enormen Lavastrom vergraben.
Das Museum Eldheimar ist rund um ein ausgegrabenes Haus errichtet und informiert über den Ausbruch und seine Folgen.
Mit einem Audioguide ausgestattet machte ich mich auf die Erkundungstour. In den Ruinen des Hauses kann man noch einige Gegenstände erkennen, die die Bewohner zurück lassen mussten. Ganz bescheiden nennen die Isländer diesen Ort daher auch das "Pompeji des Nordens".
Am 23.01.1973 begann nachts ganz plötzlich der Ausbruch. Das war ein Montag, der danach als der schwarze Montag in die Geschichte Islands einging. Heutige Wissenschaftler sagen, dass es etwa 30 Stunden vor dem Ausbruch klare Anzeichen gegeben hätte, die damalige Messgeräte jedoch schlichtweg nicht erfassen konnten.
Am Tag vor dem Ausbruch gab es ein Unwetter, weshalb alle Schiffe der großen Fischereiflotte im Hafen lagen - nur so war eine rechtzeitige und vollständige Evakuierung möglich.
Zum Glück waren auch nur wenige Häuser direkt am Vulkan gebaut. Die Bewohner dieser Häuser spürten Erdbeben und sahen erste Feuer, woraufhin sie sofort weiter in den Ort liefen - teilweise im Schlafanzug.
Zwei Spaziergänger, die auf dem Weg zum Leuchtturm waren, trafen einen anderen Mann und verquatschten sich. Während des Gesprächs wurde der Leuchtturm dann durch den sich plötzlich öffnenden Erdboden vernichtet.
Zunächst öffnete sich eine 1700m lange Vulkanspalte, die vom Ort aus wie eine Feuerwand wirkte.
Fast alle der 5000 Einwohner eilten zur Evakuierung in den Hafen. Nur Alte und Kranke wurden mit Flugzeugen evakuiert, dabei half auch spontan die US Navy. Die Boote kamen wegen der Ausläufer des Unwetters vom Vortag erst nach 4h an Land an, dann wurden die Menschen mit Bussen weiter nach Reykjavík gebracht.
Der isländische Rundfunk brachte die Nachricht des Ausbruchs um die Welt.
200-300 Menschen blieben für Rettungsarbeiten auf der Insel. Alles, was noch aus den Häusern zu retten war, wurde so wie es war zum Hafen und auf Schiffe gebracht. Also Schränke mit dem Porzellan darin, Kaffeetassen mit restlichem Kaffee darin, Schreibtische mit Dokumenten darauf.
Die Dächer wurden von Asche befreit, damit die Häuser nicht weiter einstürzten. Als es windstill wurde, traten giftige Gase aus dem Vulkan aus - die Helfer mussten Masken tragen und einer starb. Die Helfer hatten die Idee, den kontinuierlich auf die Stadt zurollenden Lavastrom mit enormen Mengen an Wasser abzukühlen und so aufzuhalten. Also wurden riesige Pumpen herbeigeschafft und im Hafen aufgebaut und der Strom konnte tatsächlich gestoppt werden.
Bei den Rettungsarbeiten ragte immer das Friedhofstor aus der Asche heraus mit der Inschrift: "Denn ich lebe und ihr werdet auch leben".
Als alles erkaltet war, starteten die Aufräumarbeiten: etwa 1200 LKW mit Asche wurden täglich zum Hafen gebracht.
Am 03.07.1973 wurde die Eruption offiziell für beendet erklärt.
Die Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt kam aus aller Welt. 1/3 der Menschen kam jedoch nie zurück. Am schwierigsten gestalteten sich die Aufräumarbeiten am Friedhof. Da hier keine Bagger zum Einsatz kommen konnten, wurde die Asche mit Schaufeln und Schubkarren entfernt. Noch heute - so heißt es - weht besonders starker Wind restliche Asche des Vulkans auf.Læs mere
















RejsendeBei den Rettungsarbeiten ragte immer das Friedhofstor aus der Asche heraus mit der Inschrift: "Denn ich lebe und ihr werdet auch leben". - Das ist ja bewegend!
FindusDaraufhin musste ich gleich danach zum Friedhof laufen und das Tor fotografieren 😉
Rejsende😍
RejsendeEindrucksvoll