• Haugesund

    30 июля, Норвегия ⋅ 🌧 16 °C

    Als nächstes führte mich mein Weg in die kleine Stadt Haugesund, eine Stadt, die dreimal neu erfunden wurde – als Königsland der Wikingerzeit, als Heringsboomtown des 19. Jahrhunderts und als Öl- und Schiffbaustandort der Gegenwart. Heute leben hier rund 38.700 Menschen.

    Ich begann meinen Rundgang an der Hafenpromenade. Der Sund zwischen Festland und den Inseln Risøy und Hasseløy ist das Herz der Stadt: In den 1840ern liefen hier die Heringsboote ein, heute ist Indre Kai die Flaniermeile mit Restaurantterrassen.
    Hier sitzt auch seit 1994 Marilyn Monroe in Bronze auf Granit. Ihr leiblicher Vater soll angeblich aus der Gegend um Haugesund stammen – sie selbst war nie hier, gehört aber zum Stadtbild.
    Ein paar Schritte landeinwärts stehen zwei Fischer, die mit ausgestrecktem Arm aufs Meer zeigen – heute jedoch eher auf ein Kreuzfahrtschiff.
    Insgesamt wirkte die Stadt auf mich wie ausgestorben. In der Haraldsgata, der Fußgängerzone, schlossen die meisten Läden bereits um 16 Uhr, der Rest um 17 Uhr. Immerhin kam ich mit einer Ladenbesitzerin noch sehr nett ins Gespräch.

    Am Ende der Fußgängerzone fand ich eine Statue des Wikingers Harald Schönhaar.
    Die Stadt wurde nach seinem Grab benannt: Im Altnordischen bedeutet "haugr" Grabhügel und "sund" Meerenge – gemeint sind die Hügel bei Haraldshaugen, wo Harald Schönhaar der Überlieferung nach bestattet wurde. Er hat hier auch gelebt und geherrscht und ist der Gründervater des heutigen Norwegens. Nach der Schlacht im Hafrsfjord um 872 galt er als erster König eines geeinten Norwegens. Um 933 starb er in Avaldsnes und wurde laut Snorre Sturlason auf Gard, nördlich des heutigen Stadtzentrums, im Hügel beigesetzt – archäologisch belegt ist das bis heute nicht.
    Sichtbar ist seine Relevanz bis heute im Stadtplan: Haraldsgata, Haraldshallen, Haraldsvang, Haraldstunet – und eben diese Statue des Königs, der übers Wasser blickt.

    Nach diesem kurzen Besuch der Stadt machte ich mich wieder auf den Weg in Richtung Süden - westlicher geht es nun nicht mehr.
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