Seelöwen, Möwen und Weisskopfseeadler
September 19 in the United States
🌧 7 °C
Nach einer regnerischen Nacht sind wir bei trockenem Wetter aufgewacht. In Kenny Lake haben wir dann erstmal geduscht (für 8 Min duschen 6$ ist zwar eher teuer, dafür gabs ein frisches Tüechli dazu), getankt und sind losgefahren Richtung Valdez. Auf den Bergen liegt Schnee aber die Wälder sind hier noch nicht komplett gelb, sondern zum Teil noch hellgrün. Erster Halt nach einer Stunde beim Worthington Gletscher. Dieser reichte in den 1950er Jahren noch bis zum Parkplatz, heute hat sich da ein See gebildet und der Gletscher endet einiges weiter oben. Es gab viele Infotafeln, die wir uns angeschaut haben. Danach ging die Fahrt hoch auf den Thompson Pass (855 m ü. M.) in den Chugah Mountains. Im Winter fallen hier durschnittlich 14m Schnee, somit ist es der Ort mit den meisten Schneefällen in Alaska. Schnee lag noch keiner, aber es war saukalt und zügig. Wir haben dann aber doch einen längeren Spaziergang gemacht und die Farbenpracht war wieder super schön. Nach einem Zmittag in Big Red ging es weiter durch den Keystone Canyon zu den Bridal Veil Falls sowie den Horsetail Falls. Da diese praktischerweise an der Strasse liegen, war es quasi ein Wasserfälle Drive In. Nächster Stop war die Solomon Gulch Hatchery. Dies ist eine riesige Lachszuchtanlage in Valdez, die jedes Jahr über 250 Millionen junge Lachse ins Meer entlässt. Doch wie funktioniert das ganze? Kurzer (oder etwas längerer) Exkurs: Die Fische (Buckellachse/Pink Salmon und Silberlachse/Coho Salmon) schwimmen nach 2 bzw. 3 Jahren vom Salzwasser ins Süsswasser, zurück dahin wo sie geboren wurden, in diesem Fall die Solomon Gulch Hatchery. Auf dem Weg dorthin, stellen sie das Essen ein und ihr Körper verbraucht seine kompletten Energiereserven für die Reise. Bei der Hatchery steigen sie eine 29 stufige Fischtreppe hoch. Da wo diese beginnt, ist natürlich ein All-you-can-eat-Buffet für alle Tiere, auf deren Speiseplan Lachse stehen, doch dazu später. Oben angekommen, schwimmen sie in grosse Becken. Dann werden sie rausgefischt, betäubt und getötet und den Weibchen die Eier und den Männchen die Samen entnommen. Diese werden gemischt so dass einige Tage später, in den Becken kleine Fische schlüpfen. Im natürlichen Umfeld, würden die Fische nach der Eiablage im Kies eines Flusses ebenfalls verenden. Hier werden die toten Fische z.T. zu Tierfutter, z.T. aber wohl auch den Wildtieren überlassen. Die kleinen Fische (pro Jahr 250 Mio. Pink Salmon und 1.8 Mio. Coho Salmon) werden dann 1 bzw. 2 Jahre zuerst in den Becken, danach in Netzen im Meer aufgezogen, bis sie in die Freiheit entlassen werden. Dann schwimmen sie in einem Jahr eine Strecke von bis zu 1500 Meilen im Golf von Alaska bevor sie für die Fortpflanzung und das anschliessende Sterben zurück zur Hatchery kommen. Und so beginnt der Kreislauf von vorne. Das Ziel der Hatchery ist, die Erträge der Sport- und Berufsfischerei in der Region Valdez zu steigern. Um selber wirtschaflich zu bleiben, fischt die Hatchery einen Teil der Tiere selber und verkaufen sie bzw. den Kaviar, sie sind aber eine Non-Profit- Organisation und verkaufen nur so viel wie nötig ist, um kostendeckend zu bleiben. Ganz spannend, war mir vorher nicht bekannt, dass es so was gibt.
Zurück zur Fischtreppe, wenn die Lachse von Juni bis Oktober zurückkehren (die Saison ist für dieses Jahr leider schon fast vorbei) lassen sich Seelöwen, Möwen, manchmal auch Bären und Seeotter blicken. Wir haben vorallem Seelöwen und Möwen gesehen. Das Geruchserlebnis war echt "grüsig" es stinkt wahnsinnig nach all den toten Fischen die da rumliegen. Das Klangerlebnis ist sehr laut, die Möwen kreischen und die Seelöwen grunzen. Und das virtuelle Erlebnis ist beeindruckend. Die Stellerschen Seelöwen sind die grössten der Welt, die Männchen werden 3 Meter lang und 1,1 Tonnen schwer. Da man direkt neben den Bachlauf konnte, kam man bis auf 3-4 Meter an die Giganten heran, trotzdem gut geschützt durch den Steinwall.
Übrigens, wenn so ein Tier niesst, wird der Schnudder locker 3 Meter weit katapultiert (wir habens gesehen). Am Abend nach dem Znacht sind wir zur Flut nochmals zurück gekommen, in der Hoffnung noch weitere Tiere zu sehen. Tatsächlich haben wir noch kurz zwei Weisskopfseeadler gesehen, der eine hat sich gerade mitten auf der Strasse an einer Möwe gütlich getan, ist dann aber vor Big Red geflohen. Im Halbdunkeln haben wir einen Übernachtungsplatz gesucht und uns unserem Abendprogramm gewidmet.Read more
































TravelerJa die Seelöwen, nur schon wenn ich die Bilder sehe, rieche ich sie 😖
Traveler😅
Traveler
Diä chlinä Sache zähled 😊
TravelerHaha gäll😅