Highlight-Tag
September 23 in the United States
⛅ 10 °C
Heute war nochmals schönes Wetter angesagt, darum haben wir uns für ein Stück der Wanderung zum Harding Icefield entschieden. Dieses ist Teil des Kenai Fjord Nationalpark, der 3. Nationalpark auf unserer Reise. Der grösste Teil des NP ist nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen, einzig dieser Teil beim Exit Glacier kann mit dem Auto angefahren werden. Die gesamte Wanderung beim Exit Glacier bzw. Icefield wäre 6-8h gewesen, 1000hm auf 6.3 km rauf und genau so viele runter. Es gibt aber bereits nach 2.3 km und knapp 500hm den Ausblickspunkt Marmot Meadow welchen wir ins Auge gefasst haben oder aber nach 3.7km und 750hm gäbe es den Aussichtspunkt Top of Cliffs. Da wir mit 2-4h retour für die 500hm gerechnet haben, haben wir ausgeschlafen und sind dann um 11 Uhr beim Trailhead gestartet, mit dem Bauch voll Shakshuha, Vorfreude und Baby (1 davon nur bei Sarah). Bereits auf der Strasse war alle paar (hundert) Meter Tafeln mit Jahreszahlen, wann der Exit Glacier bis wo ging und diese Tafeln gab es dann auch auf dem ersten Teil des Trails. Dieser führte anfangs flach durch üppige Vegetation bis er dann steil anstieg. Ausblick hatte man keinen. Nach 1.5-2h haben wir Marmot Meadow erreicht, wo man einen grossartigen Blick auf den Exit Glacier hat. Bei Gletschern ist es wie bei Sternschnuppen, wenn man mal eine gesehen hat, wird man süchtig und darum haben wir (bzw. Sarah) uns entschieden, noch zum nächsten Ausblickspunkt zu wandern (Sebi wär wohl schon längst am Ende des Trails gewesen, wenn er nicht auf mich hätte warten müssen). Bald erreichten wir Top of Cliffs, nun war die Vegetation alpiner (sprich Bären hätte man schon gesehen bevor sie direkt vor einem stehen). Zuoberst am Gletscher konnte man das Icefiel erahnen und wir waren nun definitiv Eisfeldsüchtig. Da es gerade so gut "flowte" und Sarah keinerlei Wehwehchen ausser die beim Wandern übliche Atemnot verspürte, haben wir uns entschieden, ohne grosse Pause weiter zu gehen und vielleicht doch die gesamte Wanderung zu machen? Zum Glück war's nun flacher und wir konnten das Tempo etwas erhöhen. Unterwegs sahen wir noch sehr verfressene Murmeli und haben mit einem englischsprachigen Mann Smalltalk gehalten und er war begeistert wie ein kleines Kind von der Aussicht am Ende des Trails. Später haben wir noch einen Schweizer getroffen und mit diesem ein bisschen gequatscht. Kurz vor 15 Uhr erreichten wir tatsächlich den Shelter. Dort gab es dann Zmittag und wir waren gestärkt für die letzten Meter. Und dann standen wir da, vor uns Eis soweit das Auge reicht. Das Eisfeld ist der Teil in welchem Schnee fällt und sich dann Gletscher daraus bilden (die sogenannte "Accumulation Zone"). In diesem Fall geben die Quellen etwas zwischen 30 und 40 Gletscher an, die vom Eisfeld abgehen und das Eisfeld ist zusammen mit den Gletschern 2800km² gross und bis zu 1200m dick. Zum Vergleich, der Kanton St. Gallen ist 2028km² gross. Wir haben nur einen Teil des Eisfeldes gesehen, trotzdem war es extrem imposant und wir hätten noch Stunden drauf schauen können. Leider war die Zeit aber schon ziemlich fortgeschritten und wir haben uns an den Abstieg gemacht. Auf den letzten Metern waren wir direkt hinter 3 anderen Wanderern, welche wohl einen Grizzly ziemlich nahe beim Weg gesehen haben. Wir haben ihn aber (zum Glück?) nicht zu Gesicht bekomm. Um 18 Uhr waren wir zurück beim Parkplatz und (zumindest Sarah) nudelfertig. Als Belohnung gab es eine heisse Dusche in Seward für gerade mal 2$ und dann haben wir uns einen Übernachtungsplatz rausgesucht. Die Chancen auf Nordlichter standen ganz gut, Problem war, dass es rund um Seward extrem bergig ist. Wir haben dann aber mit iOverlander (damit suchen wir Stellplätze, Duschen, Laundrys) einen Platz gefunden und mit Maps Gelände gesehen, dass es gegen Norden tatsächlich relativ flach ist. Auf dem Weg dahin ist uns aber aufgefallen, dass wir die ganze Zeit durch Wald fahren, aber was für ein Glück, der Platz lag etwas erhöht, ausserhalb des Waldes und mit Blick frei Richtung Norden. Um 22 Uhr war der Kp-Index auf ca. 4-5 prognostiziert, als es dann aber 22 Uhr war, war er gesunken auf <2 und wir haben füdlinünt gesehen. Zusätzlich stand im Süden der Fast-Vollmond und es war ziemlich hell. Darum habe ich den Wecker auf 1 Uhr gestellt, da sollte die Intensität nochmals ansteigen. Um 1 habe ich dann eine Weile aus dem Fenster geschaut, de rien. Darum bin ich zurück ins Bett. Da habe ich dann gedacht, wenn ich jetzt schon wach bin, kann ich ja zumindest noch kurz in die Büsche (ganz nach Sandros Motto bei Bergtouren "wenner mond, denn gond"). Und was erblicke ich beim Aussteigen? Die Nordlichter! Sofort Sebi rausgerufen und dann haben wir das Spektakel verfolgt. Einige Male sah man sie ziemlich deutlich tanzen, oft lag einfach ein weisser Nebel über dem Horizont, dieser erscheint auf den Bildern aber auch in grün. Es waren nicht die intensivsten Nordlichter, trotzdem war es einfach magisch. Direkt darüber stand der grosse Wagen. Nach fast einer Stunde waren wir ziemlich durchfroren und sind zurück ins Bett. Gemäss Vorhersage war der Höhepunkt vorbei, am nächsten Morgen habe ich aber gesehen, dass wohl um 4 Uhr nochmals ein Peak war, aber da lagen wir bereits glücklich und zufrieden in den Federn. Was für ein Tag (und eine Nacht). Was sind wir für Glückskinder!Read more
































Traveler
ooh so toll🤩
TravelerDa isches gsä😍
Traveler
😍