Tag 10-12: Affen, Ohren und 500 Buddhas
November 8, 2025 in Vietnam ⋅ 🌧 25 °C
Es ging wieder mit dem Nachtbus weiter. Diesmal nach Ninh Binh. Hier befindet sich der Cuc Phuong Nationalpark mit einem gewaltigen Regenwald sowie die "trockene Halong-Bucht", weshalb wir hier unbedingt einen Zwischenstopp einlegen wollten.
Die Fahrt mit dem Bus war diesmal ganz okay, wir konnten ein wenig schlafen und auch die Schlappenkiste mit den abgeschnittenen Schuhen beim Aussteigen war uns vertraut. Mitten in der Nacht wachte Katja jedoch mit stechenden Ohrenschmerzen auf.
Schon seit dem Herunterfahren vom Fansipan vor 2 Tagen hatte sie einen seltsamen Druck auf dem linken Ohr verspürt und seither das Gefühl, dort weniger zu hören.
Kurz nach der Ankunft in Ninh Binh fuhren wir daher rasch zum Arzt. Es gab hier im Ort sogar eine HNO-Klinik, allerdings war sie eigentlich für Kinder 😅.
Wir kamen glücklicherweise sehr schnell dran und es wurde direkt eine Endoskopie von Hals, Nase und Ohren durchgeführt. Tatsächlich konnten wir alle auf dem Bildschirm erkennen, dass es hinter dem linken Trommelfell Flüssigkeitskollektionen hatte, was den Druck und die Hörminderung erklärte...
Laut dem Arzt hatte Katja eine Sinusitis mit beginnender Mittelohrentzündung. Also genau das, was man im Urlaub braucht! 😅
Der Nasenrachenraum wurde gespült und Katja bekam Antibiotika, Cortisol, Schmerzmittel und ein Antihistaminikum für 5 Tage mit. Außerdem erhielt sie einen Arztbrief auf vietnamesisch mit der entsprechenden Diagnose und den schönen Endoskopiebildern in Farbe daraufgedruckt. Sie sollte sich zudem in den nächsten Tagen noch weitere 2x zur Kontrolle vorstellen.
Das ganze hatte zusammen weniger als eine halbe Stunde gedauert und inklusive der Medikamente nicht einmal 15 Euro gekostet. Was für eine top Behandlung! ☺️
Da die Ohrenschmerzen inzwischen wieder verschwunden waren und es Katja abgesehen vom komischen Gefühl auf dem Ohr ziemlich gut ging, wollten wir den Ort Ninh Binh unbedingt wie geplant erkunden.
Also ging es anschließend mit unserem Fahrer in den Cuc Phuong Nationalpark.
Sie haben dort eine Rettungsstation für verletzte Affen und Schildkröten. Wenn diese wieder aufgepäppelt sind, geht es zunächst in ein eingezäuntes, semiwildes Gebiet unter Überwachung.
Nach einer gewissen Zeit dann weiter in die Wildnis, wenn alles soweit gut gelaufen ist. Hier gab es allerhand interessante und coole Tiere zu sehen. Zum Beispiel die extrem lauten Gibbons, die mit ihren Schreien über den ganzen Wald kommunizieren können und die stark gefährdeten und farbenfrohen Rotschenkel-Kleideraffen, die aufgrund ihrer 4 Mägen stolz ihre riesige Plauze vor sich her tragen.
Die Schildkröten haben uns sogar noch mehr Freunde beim Beobachten bereitet: Es gab sie wirklich in allen Größen und Farben und sie haben uns nicht selten mit ihrer Mimik oder Tollpatschigkeit zum Lachen gebracht.
Auch am Wegesrand konnte man alles mögliche an interessanten Insekten und Kleintieren erspähen, wenn man genau hinschaute:
Beispielsweise tauchten immer wieder Geckos, verschiedenste Arten gewaltiger Schmetterlinge (so groß wie Vögel!) oder Kolibris in unserem Blickfeld auf.
Nach den Rettungszentrum liefen wir noch um einen hübschen See herum und durch Schwärme kleiner Schmetterlinge hindurch und stiegen noch zu einer großen Berghöhle hinauf, wo vor ein paar Jahren die Überreste und Utensilien eines Menschen von vor 7500 Jahren gefunden wurden!
Dann kam es noch zum Ende hin zu einer unerwartet abenteuerlichen und unfassbar matschigen Dschungelwanderung zu ein paar Riesenbäumen. Nach unzähligen Ausrutschern, 2 Stürzen, mehrfachen Kopfanstössen an tiefhängenden Ästen und diversen Mückenstichen kamen wir schliesslich zu der Stelle mit den riesigen Regenwaldbäumen. Wir fanden jedoch leider, dass sich die Strapazen hierfür nicht wirklich gelohnt hatten....😅
Völlig verdreckt, durchgeschwitzt und von oben bis unten schlammbeschmiert, liessen wir den restlichen Tag nach einer ausgiebigen Dusche entspannt ausklingen und erholten uns von diesem Abenteuer.
Am nächsten Tag ging es nach einem leckeren Frühstück auf eine Ganztagestour durch Ninh Binh und die umliegenden Regionen.
Unser Guide Chung hatte einen richtig trockenen Humor 😂.
Einmal ging es um die bunte, buddhistische Flagge, welche oft als Symbol der spirituellen Unabhängigkeit, des Friedens und der nationalen Einheit verwendet wird. Gemeinsam wurde die Bedeutung der Farben erörtert, wobei diese auch für Elemente stehen. Hierbei steht Rot etwa für das Element Feuer und auch die Transformation, Energie und die Leidenschaft. Gelb steht für die Erde und ebenso für die Mitte, die Ausgeglichenheit und die Stabilität. Grün steht für Wasser und damit auch die Anpassungsfähigkeit, die Weisheit und den Fluss des Lebens uns so weiter.
Chung fragte anschliessend in die Runde für welches Element die weiße Farbe auf der Flagge stehen würde.
Nachdem er jemandes Idee der "Luft" mit "It's not Avatar here, it is not the air" quittiert hatte, wurde nach "Snow" ganz optimistisch "Rice?" eingeworfen.
Der Guide schaute nachdenklich und ernst und sagte: "Rice! Yeah, Rice is good... No, of course not! Just because we are in asia, it is not always Rice!!" 😂 Das Weiss stand tatsächlich für die Elemente des Metalls und damit auch für Stärke, Reinheit und Gerechtigkeit.
Anschließend schauten wir uns den Bai Dinh Pagodenkomplex an (Pagode = Häuser zum Praktizieren des Buddhismus) und die Tempel an (Stätten zur Ehrung vergangener Dynastien).
Wir sahen neben 500 kleinen Buddha-Statuen und größeren Statuen buddhistischer Schüler (Arhats) die größte Bronzeglocke (36 Tonnen) und den größten Bronzebuddha Asiens. Auch konnten wir die Quan Yin-Statue mit den 1000 Armen und 1000 Augen besichtigen (quasi der weibliche Buddha der Güte, den man im Gegensatz zum männlichen auch um Gefallen bitten kann. Allerdings muss man im Gegenzug etwa auf eine schlechte Verhaltensweise verzichten.)
Wir besuchten auch noch die alte Hauptstadt Hoa Lu und erfuhren mehr über die königliche Geschichte und die Architektur Vietnams.
Der Guide war sehr gut und machte eine lehrreiche und unterhaltsame Führung. Wir lernten zum Beispiel, dass Buddhismus in Thailand und Vietnam sehr unterschiedlich praktiziert wird:
In Thailand dürfen Frauen zum Beispiel keine Mönche sein, in Vietnam schon. Außerdem lernten wir, dass Vietnam mit 2,0% adipösen Menschen, die niedrigste Fettleibigkeitsrate der ganzen Welt hat. Sehr interessant, da selbst Länder mit Hungersnöten bspw. der Kongo in Afrika eine höhere Adipositasrate aufweisen. Irgendwas an diesem leckeren Essen hier scheint also sehr richtig zu sein! Darauf später erstmal ein Pho und eine Menge Tofu!
Ein wenig bedauerlich war, dass es den ganzen Tag regnete.
Am stärksten regnete es beim Aufstieg des Ngoa Long Bergs zu einem fantastischen Aussichtspunkt und natürlich auch während unserer 2-stündigen Bootstour durch den Trang An durch die sogenannte "trockene" (haha 😅) Halong-Bucht. Diese ist u.A. bekannt aus dem Film "Kong: Skull Island - Rise of the King", und man konnte dort den King Kong Felsen in Echt anschauen. 😄
Trotzdem war die Bootsfahrt wirklich cool, man sah wieder riesige Kalksteinfelsen, üppige Reisfelder und fuhr durch so niedrige Höhlen, dass es trotz Kopfeinziehen ein paar mal echt knapp war 😃.
Nachdem wir uns nach dem Trip ein wenig ausgeruht hatten, ging es noch mit Lori lecker essen. Lori haben wir heute auf der Tour kennengelernt und uns direkt sehr gut verstanden! ☺️ Sie ist gerade einmal 19 Jahre alt und ist aktuell nach ihrem Abi mal eben alleine hier in Vietnam unterwegs, Respekt dafür! Wir hatten viele schöne und witzige Gespräche und bestellten natürlich mal wieder viel zu viel essen, sodass wir danach gemütlich alle zurück in unsere Unterkünfte rollten.Read more































Traveler
Ich wusste da fehlte was😂😂😂
Traveler😂
Traveler
Gute Besserung! Wann geht ihr zur nächste Kontrolle?
TravelerWir waren 2 Tage später nochmal dort, die Flüssigkeit war da schon nicht mehr zu sehen.