• Tag 13-15: Von King Kong (-🏔) zu Mekong

    November 11, 2025 in Vietnam ⋅ ☁️ 27 °C

    Nach unserem Aufenthalt in Ninh Binh gab mein Immunsystem nun auch schließlich auf. Ich bekam eine Erkältung mit brutalen Halsschmerzen und einem fast vollständigen Absterben meiner Stimme. Super passend, Katja hörte schlecht und meine Stimme funktionierte nicht, wie ein schlechter Scherz....😃

    Zum Glück musste ich mich nur in mehrere Busse und einen Flieger setzen. Denn nun ging es für uns weiter nach Can Tho, in den Süden Vietnams!

    (Wir mussten unsere Reise aufgrund der gewaltigen Überschwemmungen und des Taifuns in Zentralvietnam ein wenig umplanen. So ließen wir uns im Norden etwas mehr Zeit, übersprangen dafür Zentralvietnam und verzichteten schweren Herzens regenbedingt auf die wunderschöne Strandinsel Phu Quoc. Dafür waren wir jetzt in Can Tho!)
    Dort wollten wir hin, weil diese Stadt direkt im Herzen des Mekongdeltas liegt.

    Das Mekongdelta ist ein riesiges Labyrinth aus Flüssen, Sümpfen und Inseln, wo es unter anderem sogenannte "Floating Markets" gibt.
    Darunter kann man sich unzählige Verkaufsstände und geschäftiges Treiben vorstellen, welches ausschließlich auf Booten stattfindet. Manche Familien leben sogar komplett auf diesen Booten!
    Dieser Markt ist aber im Gegensatz zu anderen Nachtmärken, die wir gesehen haben, tendenziell auf den Großhandel der Locals ausgelegt und dadurch deutlich weniger touristisch.
    Die gesamte Region des Mekong-Deltas wird auch als "Reisschüssel" Vietnams bezeichnet, da sie den Großteil des Landes mit Lebensmitteln versorgt.

    Wir kamen aber erstmal in unserem Hotel an, welches unerwartet luxuriös war. 🙊Wir hatten sogar das erste Mal einen Skyline-Ausblick über die Stadt aus unserem Zimmer! 😍
    Außerdem gab es ein riesiges Frühstücksbuffet und eine tolle Rooftop Bar mit Pool.
    Auch die Stadt Can Tho war sehr modern und hatte viele hübsche Ecken. Auch kulinarisch hatte sie auf jeden Fall etwas zu bieten.
    Am ersten Abend war es jedoch schon sehr spät als wir ankamen und zum Abendessen rausgingen, weshalb die Auswahl an Restaurants durch die Uhrzeit beschränkt wurde. Wir gingen also in das nächstbeste Pho-Restaurant mit Plastikstühlen und ohne englische Karte. Es war extrem günstig und das Pho war super schnell fertig und richtig lecker! Mittels Google Übersetzer bestellte ich noch ein Ei dazu. Dieser Wunsch wurde mir dadurch erfüllt, dass die Bedienung eilig ein rohes Ei in eine kleine Extra Schüssel mit Brühe klatschte und dieses kommentarlos zu uns auf den Tisch stellte 😄. Wir wussten nicht wirklich, was wir damit machen sollten und schütteten es kurzerhand jeweils zur Hälfte in unsere Phos dazu 😃.

    Am nächsten Tag genossen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet. Man konnte sich hier sogar sein eigenes Pho zusammenstellen oder sein persönliches Banh Mi belegen lassen. 😄

    Nach einem Powernap im Hotelzimmer gingen wir in das Wimi-Café, wo es köstliche und ausgefallene Getränke gab, wie z.B. den Matcha-Tiramisu-Latte oder den Stachelannonen- (oder auch "Sauersack" 😂) -Smoothie und natürlich ganz, ganz viel Kaffee.

    Da die Erkältung uns immer noch zu schaffen machte, gönnten wir uns wieder mal eine entspannende Wellnessbehandlung mit Full Body Massagen. Genau das, was wir brauchten! ☺️

    Abends ging es dann etwas früher ins Bett, da wir am nächsten Tag schon um 5 Uhr morgens den Floating Market besuchen wollten.
    Wir hatten eine private Tour mit Thinh unternommen, was wirklich sehr cool war! Wir fuhren auf einem kleinen Bötchen zwischen den größeren Händlerbooten herum und sahen den Sonnenaufgang auf dem Mekong. Es gab sogar Kaffee und Pho auf dem Boot zum Frühstücken, perfekt! 😍

    Wir durften auch kurz auf einem Hausboot gastieren, was wirklich spannend zu sehen war.
    Die ganze Familie wohnt auf 2 aneinander-befestigten größeren, mehrstöckigen Booten und wir kamen nicht aus dem Staunen heraus, was man alles so haben kann auf den Booten. 😅
    Neben einer kleinen Passionsfruchtplantage auf dem Verbindungsstück zwischen den Booten, hatte die Familie ein riesiges Obst- und Gemüselager, eine Dachterasse für Besuch, Solarzellen für die Küchengeräte um diese unterwegs zu nutzen und sogar Kröten und mehrere Enten als Haustiere 🐸🦆in einem "Bootsteich?". 😅
    Bei unserem Hausbootbesuch probierten wir auch noch jede Menge selbst angebautes Obst, unter anderem die Jackfruit. Diese hatten wir bisher nur in getrockneter Form gegessen, was uns nicht wirklich überzeugt hat...
    Frisch schmeckt sie hingegen einfach nach Bubblegum! 😂 Total verrückt...

    Unterwegs erzählte uns Thinh noch jede Menge über das Leben, die Menschen und natürlich das Essen in der Mekong-Region. Wir erfuhren nicht wenige verstörende Geschichten über das typischen Speisen bzw. Delikatessen dieser Region. Beispielsweise hat sie uns ein Haus gezeigt, wo Schwalben drin gehalten werden, da man ihre Nester als Delikatesse verspeist. Ja, richtig gelesen. Früher für Kaiser und Könige (heute eher für die Superreichen), werden Schwalbennester aufgrund ihres exorbitant hohen Preises gezüchtet und verzehrt.
    Eine kleine Portion kostet ca. 1000 €. Was man hier zu sich nimmt, ist jedoch nicht etwa Holz oder Ästchen, nein, es ist der Speichel(!) der Vögel, der zu einer harten Masse wird und viele Proteine enthält. Das kann man entweder so essen oder etwa in eine Suppe packen. 🤢 Naja, wer's mag...

    Anschließend besuchten wir eine kleine, familiengeführte Reisnudelfabrik, wo wir die einzelnen Schritte der Herstellung sahen und ausführen durften. Am coolsten fanden wir das Aufnehmen des klebrigen "Reisnudel-Pancakes" mit einer Bambuskeule und das Ausrollen desselben zum Trocknen.
    Auch das Schneiden des getrockneten Teigs an einer Maschine, war eine erstaunlich anstrengende Arbeit für 2 Personen. Natürlich werden die meisten Reisnudeln derzeit mittels größerer Maschinen in Fabriken hergestellt, aber wir fanden es trotzdem interessant, die tradionelle Art der Herstellung zu sehen.
    Als letztes ging es noch mit Thinh zusammen auf eine Fruchtfarm und wir sahen alle möglichen Früchte und Gewürze wachsen und durften natürlich auch wieder viel probieren 😇. Besonders spannend fanden wir, wie viele verschiedene Arten von Minze es gab (sogar Fischminze mit wirklich heftig fischigem Aroma 😝). Auch war uns nicht klar, dass die Drachenfrucht einfach so direkt auf den Kaktuspflanzen wächst... Solche Touren sind wirklich immer wieder toll, um ein umfängliches Bild der Nahrungsmittel zu bekommen, die man hier täglich konsumiert. ☺️
    Den restlichen Tag nutzten wir zur Genesung und ruhten uns etwas aus.

    Am letzten Tag in Can Tho besuchten wir noch eine Kakao-Farm. Das war ebenfalls ein wahres Highlight!
    Wir wurden vom 75-jährigen Besitzer der Farm persönlich in die Kunst des Kakao-Abbaus und der Schokoladenherstellung mittels einfachster Mittel eingeführt.
    (Es war quasi die Vorstufe des von uns geliebten Schokoladenmuseums in Köln. 😄)
    Der Besitzer selbst heisst Binh, er wird auch gerne Mr. Binh (ausgesprochen wie: "Mr. Bean") oder auch Mr. Cacao-Binh genannt 😄.
    Sein Vater ist damals nach Malaysia gereist und hat eine einzelne Kakaofrucht von dort nach Hause mitgenommen. Außerdem konnte sein Vater ein Buch zum Kakao-Anbau und Schokoladenherstellung auf französisch ergattern. Das war der Beginn des Familienunternehmens. Binh hat damals mit seiner Schwester dieses Buch unter größten Anstrengungen übersetzt, studiert und die Anleitungen mittels bereits vorhandener Maschinen zur Reis- oder Tofu-Verarbeitung versucht in die Realität umzusetzen. Den Prozess über Anpflanzung, Ernte, Fermentierung, Trocknung, Röstung und die anschliessende Herstellung von Schokolade sowie Kakakopulver und Kakaobutter hat Binh über die Jahre immer weiter perfektioniert.
    Heute hat Binhs Familie eine 2000-Bäume große Farm, wobei der größte finanziellen Ertrag durch den Verkauf der Kakaobohnen nach Amerika oder Belgien erziehlt wird, aktuell zu extrem hohen Preisen. (Vielleicht sollte ich an der Börse mal in Kakao investieren?).
    Am Ende durften wir noch auf der Farm produzierte Schokoladentäfelchen, heiße und eisgekühlte Trinkschokolade, Kakaonibs und sogar Kakao-Schnaps probieren. 😄 Alles war sehr, sehr lecker und super intensiv im Geschmack.

    Dann ging es auch schon am Mittag mit dem Bus zu unserer letzten Destination dieser Reise, nach Ho-Chi-Minh-City (HCMC)!
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