• Wie trägt sich eigentlich ein Kimono?

    1 Nisan, Japonya ⋅ 🌧 13 °C

    Ich mache einen Termin bei einem Kimonoverleih. Ich will es einfach mal ausprobieren. Wie fühle ich mich in einer völlig fremden Kleidung, aus einer anderen Kultur? Engt sie mich ein? Kann ich mit den japanischen Sandalen überhaupt laufen? Muss ich auch diese Trippelschritte machen, die wir so oft bei den Frauen im Kimono sehn? Allein komme ich in den Kimono nicht rein, das steht fest. Mit Schminken soll ich 1 Stunde veranschlagen. Im Laden geht es routiniert zu. Aus einer Vielzahl von Kimono suche ich mir zunächst einen klassischen Kimono aus. Dazu kommt ein passender Obi (breiter Bauchgurt, um überschüssigen Stoff darunter zu falten), eine Obijime (geflochtene Kordel – wird auf den Obi gebunden) und ein Obiage (Tuch, sowohl funktional als auch ästhetisch). Mit diesen sichtbaren Kleidungsdetails und einer großen Tasche gehe ich in die Umkleide. Straßenkleidung und Schuhe kommen in die Tasche, dann werde ich eingekleidet. Letztendlich werden 15 Teile plus diverse Klammern an meinem Körper gebunden, geknotet, gefaltet, gewickelt und gelegt. Prinzip eines Kimonos sind gerade Stoffbahnen, klare Linien und wenig Abnäher. Um meine Taille bekomme ich unter anderem ein schmales Frottierhandtuch gewickelt und um meine Brust werden Bänder gezogen – wegen der geraden Linie! Nach einer 1/2 Stunde bin ich fertig. Eine krumme Körperhaltung ist nicht mehr möglich, auch nicht beim Sitzen. Die gesamte Wicklung hat fast die Funktion einer Orthese. Nun noch Tabi (Socken) und Zori (Sandalen), dann werde ich nach japanischer Art aufgebrezelt. Blond bleibt jedoch blond, nur ein paar Spangen, Perlen und Haarspray rein, dann kann es los gehen. Während des Ankleidens hatte ich zeitweise die Befürchtung, keine Luft mehr zu bekommen. Jetzt beim Tragen ist das in Ordnung. Auch muss ich keine Trippelschritte machen – ich habe genug Beinfreiheit. Nur das Laufen in den Sandalen finde ich auf Dauer anstrengend und auf dem WC war ich auch nicht. Da würde ich wohl mit den vielen Wicklungen Probleme bekommen. Sich irgendwo lässig hinfläzen – nein. Breitbeinig sitzen – nein. Schnell noch über den Zebrastreifen laufen – nein (außer man behält seine Laufschuhe an). Irgendwie kommt man beim Tragen gar nicht auf diese Ideen. Es ist eben ein Kleidungsstück für bestimmte Anlässe. Wir sind in der Nähe des Kiyomizu-dera Tempels. Trotz Regen machen wir uns auf den Weg zum Tempel. Es ist mächtig was los, denn der Tempel ist einer der Highlights der Stadt. Harald hat nun den Ehrgeiz, von mir unter jeden blühenden Kirschbaum ein Foto zu machen. Für ihn anstrengend, für mich aber auch. Ich tauge einfach nicht als Model. Nach einem halben Tag gebe ich den Kimono wieder ab. Das Entkleiden dauert keine 5 Minuten und schon stehe ich wieder in meiner bequemen Alltagskleidung da. Insgesamt war es eine interessante und spannende Erfahrung, die ich nicht missen möchte.Okumaya devam et

  • Himeji – eine Samurai-Burg und viel mehr

    3 Nisan, Japonya ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir haben Kyoto mittlerweile verlassen, sind nun in Himeji und haben wieder perfektes Wetter. Die ikonische Burg Himeji können wir schon vom Bahnhof sehen, denn sie thront gut sichtbar auf einem Hügel. Die Burg Himeji ist eine der schönsten Burganlagen der Welt. Jetzt während der Kirschblüte wird sie und der davor gelegene Sannomaru Park von mehr als 1.000 Kirschbäumen eingerahmt. Somit ist er eine der schönsten Hanami-Picknick Plätze Japans. Das merken wir, als wir am Abend unserer Anreise über den Platz streifen. Die Tages-Touristen, die bis 16 Uhr die Burg besichtigen, sind verschwunden. Nun kommen die Japaner mit allem, was zu einem Hanami-Picknick dazu gehört. Bei bestem Wetter genießen alle die Vollblüte der Kirschbäume. Hier die Kirschblüte zu erleben ist schon spektakulär. Da unser Hotel ganz in der Nähe der Burg ist, sind wir am nächsten Morgen wieder im Park und genießen die Blütenpracht fast für uns allein. Die Burg Himeji selber fiel glücklicherweise nie einer Zerstörung zum Opfer. Im jetzigen Zustand überdauert sie schon seit dem Jahr 1609 und überstand sogar die Bombardierung im zweiten Weltkrieg. Sie wurde bereits 1993 als erste Stätte in Japan in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Als die Massen Richtung Burg strömen, verlassen wir das Gelände. Unser Bedürfnis nach Natur bringt uns mit dem Bus zu einer Seilbahn, die uns auf den Berg Shosha bringt. Der Berg Shosha ist die Heimat des berühmten Engyoji-Tempels. Internationale Bekanntheit erlangte der über 1.000 Jahre alte buddhistischen Tempel durch den Film „The Last Samurai“. Ich mache mich auf dem Weg zum Tempel – Harald genießt derweil die Sonne am Eingang des Parks. Ich laufe vorbei an kleinen Statuen, bis ich am Niomon Tor bin. Durch einen wunderschönen Wald mit steilem Anstieg und Ausblicken ins Tal, erreiche ich Haupthalle Maniden, einem beeindruckenden Holzbau mit einem wunderschönen Balkon. Die Maniden Halle wurde im Kakezukuri-Stil, dem gleichen Baustil wie der Kiyomizu-Tempel in Kyoto, erbaut. Dabei handelt es sich um einen seltenen japanischen Stil, der für Gebäude an steilen Hängen verwendet wird. Als wir nach Himeji am Abend zurückkommen, laufen wir noch einmal durch den Sannomaru Park und genießen die überwältigende Kirschblüte. Wir wissen gar nicht, wohin wir unsere Kamera-Linse noch hinhalten sollen. Vermutlich haben wir schon alles doppelt fotografiert. Deshalb suchen wir uns ein Plätzchen und schauen dem Kommen und Gehen der Japaner zu. Bei einem fantastischen Sonnenuntergang verlassen wir den Park. Am Abend noch ein letzter Blick auf die beleuchtete Burg. Am nächsten Morgen verlassen wir Himeji im Regen.Okumaya devam et

  • Kurashiki - verstecktes Juwel zwischen Kanälen

    5 Nisan, Japonya ⋅ ☀️ 22 °C

    Unsere nächste Station ist die alte Handelsstadt Kurashiki. Der Name „Kurashiki“ lässt sich grob mit „Dorf der Speicherhäuser“ übersetzen, was bereits verrät, welche Funktion die Stadt während der Edo-Zeit (1603–1867) innehatte. Als wichtiges Handelszentrum unter direkter Kontrolle des Shogunats diente die Stadt als Sammelpunkt für Reis, Textilien und andere Güter aus der fruchtbaren Umgebung. Der Fluss Kurashiki war dabei die Lebensader: Flache Boote transportierten die Waren direkt zu den Lagerhäusern. Nach der Edo-Zeit siedelte sich hier die Baumwollspinnerei Ohara an, die 1889 eine der modernsten ihrer Zeit war. Wir schlendern entlang des historischen Bikan-Kanals und bewundern die noch gut erhaltenen ehemaligen Lagerhäuser. Irgendwas muss hier los sein. Menschen versammeln sich, Musik ist zu hören und dann sehen wir sie – die Oldtimer. Auftakt macht ein über 100 Jahre altes Auto, dann folgen jüngere, spektakuläre und bekannte (Käfer) Autos. Begleitet wird das Ganze von einer grandiosen Blaskapelle, die nicht nur sehr gut spielen kann, sondern auch noch eine hervorragende Choreographie bietet. Die Oldtimer-Rallye macht mächtig was her, ist zugleich aber auch eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Nach einer Stunde ist die Parade leider vorbei und die Musiker packen ihre Instrumente wieder ein. Wir schauen uns weiter um und besuchen das schöne, über 200 Jahre alte Ohara House. Hier lebte die gleichnamige Familie, heute ist es ein Museum. Die Villa zeigt, wie das Leben einer reichen, japanischen Familie zur damaligen Zeit war. Magosaburo Ohara war ein lokaler Mäzen, der westliche Kunst und japanisches Kunsthandwerk förderte. Sein Geld machte die Familie erst mit Baumwolle und Reis, dann wechselten sie zur Spinnereiindustrie. Jetzt am Wochenende besuchen viele Japaner diese hübsche Kleinstadt und genießen, wie wir, das schöne Wetter. Irgendwann bekommen wir Hunger und entdecken ein schönes Lokal in einem Hinterhof. Der Andrang ist groß, wir bekommen eine Nummer und können uns in 20 Minuten wieder melden. Das Warten hat sich gelohnt – die Pizza war lecker. Japanisches Essen ist einfach nicht unser Ding.Okumaya devam et

  • Naoshima - Idyllische Kunstinsel

    6 Nisan, Japonya ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute wollen wir auf eine berühmte Kunstinsel. Es ist die Insel Naoshima im Seto-Binnenmeer vor Okayama. Bus, Zug und Fähre bringen uns in 1 ½ Stunden auf die Insel. Schon im kleinen Fährhafen auf Naoshima ist ein Kunstwerk weit sichtbar. Es ist der rote Kürbis der Künstlerin Yayoi Kusama. Und dann gibt es noch einen zweiten Kürbis. Der ist gelb und befindet sich in einer anderen Bucht neben dem Benesse House. Diese Punkte und Kürbisse sind die unverwechselbare, künstlerische Sprache von Kusama, genauso wie das Bunte und Verspielte der Künstlerin Niki de Saint Phalle. Hannoveraner wissen, wovon ich spreche. Und da sind sie auch schon. Die Katze, der Elefant, das Kamel, der Leser … Bereits im Winter konnten wir die Objekte beide Künstlerinnen in Hannover im Sprengel-Museum in einer viel beachteten Ausstellung bewundern. Wie kommt diese Kunst eigentlich auf diese Insel? Die Antwort erklärt sich durch einen kunstliebenden japanischen Geschäftsmann. Er kaufte in den 1980er Jahren einen Teil der Insel, weil er einen Platz für seine Kunstsammlung suchte. Davor war Naoshima ein verschlafener Ort. Seit Anfang der 1990er Jahre entwickelte sich Naoshima dann zur „Kunstinsel“. Arbeiten vieler Künstler sind an unterschiedlichen Orten im öffentlichen Raum zu sehen und prägen nun die Insel. Selbst der Inselbus hat Punkte. Am Nachmittag kehren wir nach Kurashiki zurück, vorbei am ländlichen Japan.Okumaya devam et

  • Kanazawa

    9 Nisan, Japonya ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir verlassen Kurashiki und fahren ins ca. 500 km entfernte Kanazawa. Trotz dreimal umsteigen sind wir in 4 Stunden in der Stadt. Das Verschicken eines Koffers haben wir beibehalten – sehr gute Idee und es funktioniert. Während der Zugfahrt geht es vorbei an kleinen Dörfern und den schneebedeckten Gipfeln des Hakusan-Nationalparks in der Ferne. Mit Kanazawa sind wir auf der Nordseite von Honshu. Kanazawa hat etwas sehr Schönes, nämlich den wunderbaren Kenrokuen Park. Ein Park, der zu den drei perfekten Gärten Japans gezählt wird. Den besuchen wir am nächsten Tag so früh wie möglich. Denn auch in Kanazawa gibt es jede Menge Touristen. In Kurashiki waren wir gefühlt außerhalb der Touristenströme – hier nicht. Das merken wir auch beim Einchecken im Hotel, denn wir müssen das erste Mal eine Touristensteuer entrichten. Die Einnahmen möchte Japan für die Entlastung des Verkehrsnetzes und für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus verwenden. Um 8 Uhr morgens ist der Kenrokuen Park fast leer. Noch wird er von den fleißigen Gärtnern beherrscht. Die Kieswege werden geharkt und eine ältere Dame in weißen Handschuhen kümmert sich emsig um das Entfernen des Unkrauts. Der Park wird gerühmt für seine Weitläufigkeit (11,4 Hektar groß), Ruhe, Kunstfertigkeit, Wasserquellen und herrliche Aussichten. Ein kleiner, älterer Herr kommt uns mit einem riesigen Stativ auf seiner Schulter entgegen. Auf dem Stativ eine teure Profikamera mit einem großen Teleobjektiv. Wir kommen ins Gespräch. Er erzählt uns, dass er in diesem Park seltene Vögel fotografiert. Voller Stolz zeigt er uns auf seinem Mobilfunk seine wirklich gelungen Aufnahmen. Wir genießen die Schönheit des Parks und verschwinden, als es voll wird. Während des 2. Weltkrieges entkam Kanazawa ebenfalls den Luftangriffen und zählt heute zu den besterhaltensten Sehenswürdigkeiten Japans. Das Higashi Chaya-Viertel (das Geisha-Viertel) ist berühmt für seine Teehäuser, in denen Gäste durch Geishas unterhalten werden. Es ist das größte Unterhaltungsviertel in Kanazawa. Da wir tagsüber da sind, sehen wir keine Geisha. Viele der Teehäuser wurden in Museen, Cafés oder Läden umgewandelt. Auch das Nagamachi Viertel (ehemaliges Samurai-Viertel) ist gut erhalten. Früher lebten dort die Samurai mit ihren Familien. Zum Schluss durchstreifen wir den Omicho-Markt. Er ist Kanazawas größter Markt seit der Edo-Zeit (1603-1868) und beherbergt mehr als 200 Läden und Restaurants. Die Spezialität des Marktes sind zwar frische Meeresfrüchte, es werden aber auch Souvenirs, Messer oder Früchte verkauft. Eine lange Menschenschlange vor einem Fisch-Stand muss was zu bedeuten haben. Und richtig – fangfrische Thunfische werden filetiert und unterhaltsam verkauft. Bald wird das Wetter schlechter und wir verziehen uns für den Rest des Tages in unser Hotel.Okumaya devam et

  • Auf Abwegen

    11 Nisan, Japonya ⋅ ☁️ 17 °C

    Gestern war schlechtes Wetter – Regen und Wind. Ein fauler Tag war fällig. Heute ist der Wind geblieben, aber die Sonne scheint wieder. Also raus aus dem Hotelzimmer. Wir beschließen, uns fernab der Touristenpfade zu bewegen und fahren mit dem Bus an die Küste zum Ono Port. Der Ort ist bekannt für seine Sojasauce. Die Handelsroute zwischen Osaka und Hokkaido über das Japanische Meer verhalf vor 100 Jahren den Hafenstädten zu einer Blütezeit. Insbesondere in der Region Ono wurde Sojasauce aus Salz und Sojabohnen hergestellt, die dann per Schiff transportiert wurde. Das aus der Region gewonnene Grundwasser prägte dann noch den besonderen Geschmack. Selbst heute produzieren rund 40 Unternehmen Ono-Sojasauce. Auch wenn heute am Samstag die Arbeit ruht und nur die Greifvögel über dem Hafen kreisen, so riecht es doch an einigen Stellen auffällig nach dieser typischen Asiatischen Sauce. Fugu scheint hier auch verarbeitet zu werden, denn an einem Gebäude prangt der Fisch. Fugu ist eine besondere Spezialität. Der Zubereitende muss eine spezielle, lange Ausbildung absolvieren, denn der Kugelfisch ist, falsch zubereitet, hoch giftig und kann beim Verzehr zum Tod führen. Im Hafen dümpeln einige Fischerboote. Sie sind gut mit Licht ausgestattet. Die richtige Beleuchtung soll die Effizienz der Fischereiaktivitäten erheblich steigern. Weil bestimmte Fischarten vom Licht angezogen werden, lassen sie sich leichter finden und fangen. Am Kai sind Familien beim Angeln und ein Frachter fährt aufs Meer hinaus. In Japan bekommen wir von der Energiekrise wenig mit, obwohl wohl Asien besonders betroffen ist. Der Benzinpreis liegt mit umgerechnet 0,90 € recht niedrig. Japan hat scheinbar genug Ölreserven. Im Hafen sehen wir große LPG- und Rohöltanks. Gegen Mittag fahren wir wieder in die Innenstadt und bummeln noch einmal über den Omicho-Markt, bis uns der Hunger in eine kleine Whiskey-Eckkneipe (mit Platz für 8 Personen) treibt. Das vielversprechend Curry-Gericht– ohne Whisky – lockt uns. Wir haben keine Ahnung von Whisky, aber dem Preis nach zu urteilen muss er sehr gut sein, denn das Glas Whisky überschreiten deutlich den Preis unserer beiden Gerichte.Okumaya devam et

  • Was ist in Japan besonders?

    12 Nisan, Japonya ⋅ ☀️ 20 °C

    Es gibt kaum Abfalleimer im öffentlichen Raum. Grund ist der Anschlag in der Tokioer U-Bahn in 1995. Seitdem wurden Abfalleimer erst versiegelt, dann entfernt. Trotzdem liegt kein Müll herum. Japaner nehmen ihren Müll immer mit. Regenschirme stehen fast überall zur Verfügung und sind nutzbar, sowohl gegen Regen, als auch als Sonnenschutz. Trockner für die Regenschirme gibt es auch! Geduldiges Schlange stehen für gutes Essen – kein Problem. Die Mitarbeitenden im Service haben immer ein Lächeln für die Kunden übrig und sind stets zugewandt. Grundsätzlich gibt es kleine Portionen. Kein Wunder, dass die meisten Japaner sehr schlank sind. Alles ist klein - ob die Hotelzimmer, die Deckenhöhe, die niedrige Höhe der Spiegel, die Sitzplätze in Bussen und natürlich die Menschen. Gerade für große Männer manchmal nicht einfach…Vor dem Essen gibt es immer ein feuchtes Tuch (Oshibori) zum Hände reinigen. Ein Starbucks findet man gefühlt fast überall. Alles wird stets akribisch verpackt, und wenn es noch so klein ist. Oft ist alles in Plastik, am besten mehrmals verpackt. Nachhaltigkeit sieht anders aus… Öffentlichen Toiletten sind immer kostenfrei und sehr sauber. Die Toiletten wären sowieso ein extra Kapitel wert. Die Läden 7-Eleven, Lawson oder FamilyMart, das sind Konbinis, sind echte Lebensretter. Sie sind 24/7 geöffnet und haben alles, was man braucht. Viele Japaner tragen Maske aus Schutz oder Höflichkeit, auch ohne Pandemie. Wenige sprechen englisch, haben aber mittlerweile auf ihrem Smartphone eine Übersetzungs-App, die häufig Anwendung findet. Bäume gehören beschnitten - passt irgendwie zu der japanischen Ordnungsliebe. Viele alte Menschen arbeiten – für die Verkehrsregelung, im Verkauf, sogar im Straßenbau. Alles macht Geräusche und/oder blinkt - Ampeln, Türen, Werbeplakate, Klimaanlagen, Fahrstühle, die Müllabfuhr, Automaten - irgendwas spricht immer mit einem. Der Busfahrer redet auch unentwegt. Die Türen der Taxis öffnen sich automatisch und müssen daher nicht vom Fahrgast geöffnet oder geschlossen werden. Dieses komfortable System ist wohl weltweit einzigartig. Es gäbe bestimmt noch mehr zu erwähnen…. Shigeki-tekidearinagara, hoka to wa kotonaru kuni. SayōnaraOkumaya devam et

  • Kamakura – noch eine letzte Station

    13 Nisan, Japonya ⋅ ⛅ 16 °C

    Noch einmal über 500 km im Zug fahren – dann sind wir für die letzten zwei Tage in Kamakura, eine Stunde von Tokio entfernt. Es ist Sonntag und die Japaner genießen das schöne Wochenende. In Kamakura ist es voll! Auf das Frühstück im Hotel (1 Reisbällchen, 1 Schale Miso-Suppe und einen grünen Tee) verzichten wir dieses Mal freiwillig. Der nächste Starbucks ist für diese Mahlzeit unser Ziel. Ein letztes Mal wollen wir noch etwas japanische Kultur genießen und fahren deshalb etwas außerhalb nach Kamakura-Daibutsu zum großen Buddha. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ursprünglich war die Figur von einem Holzgebäude umgeben. Das Gebäude brannte im Laufe der Zeit mehrmals ab, so dass heute nur noch das Eingangstor übriggeblieben ist. Weil der 121 Tonnen schwere und 13 m hohe Buddha kein Dach über dem Kopf hat, wird er mehrmals im Jahr gesäubert. Da wir wieder relativ früh sind, können wir beobachten, wie akribisch der Ort gereinigt wird. Nicht weit entfernt befindet sich ein sehr schöner Tempel – es ist der buddhistische Hasedera-Tempel. Hasedera befindet sich auf einem baumgesäumten Hügel, darunter breitet sich Kamakura und das Meer aus. Im Tempel gibt es eine fast 10 Metern hohe Holzstatue - die größte in Japan aus dem Jahr 721. Zudem befinden sich in einem anderen Bereich Hunderte von Jizo-Statuen, die verstorbenen Kindern gewidmet sind. Sie stehen hier für ein Jahr, dann werden sie durch neue ersetzt. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden mehr als fünfzigtausend Statuetten angeboten. Insgesamt eine wunderschöne Anlage. Als wir wieder in Kamakura sind, kaufen wir uns die Tickets für den Zug zum Flughafen nach Tokio-Haneda. Morgen geht es wieder zurück nach Deutschland. Es waren wunderbare, erlebnisreiche und manchmal auch herausfordernde drei Monate. Wir sind dankbar dafür, dass wir diese Reise machen konnten. Alle, die uns hier begleitet haben, einen herzlichen Dank. Schön, dass ihr in Gedanken bei uns wart.Okumaya devam et

    Gezinin sonu
    15 Nisan 2026