• 3. Tag Marrakesch

    January 15 in Morocco ⋅ ⛅ 15 °C

    Früh aufstehen war der Plan. Fotos bei Sonnenaufgang schießen hatten wir vor. Der 7-Uhr-Wecker kam – und ging. Wie immer beginnt unser Tag erst um halb elf auf der Dachterrasse, bei Kaffee und Sonnenschein. Immerhin sind wir ja im Urlaub. Und mir geht es endlich auch etwas besser – juhu!

    Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer gemütlichen Lesesession zieht es uns in die City. Shopping steht an, die Einkaufsliste ist lang. Schnell merken wir allerdings: Handeln liegt uns nicht. Ungünstig in Marokko, wo man gut und gerne 60 % runterhandeln sollte. Trotzdem werden wir fündig und lassen uns immer tiefer in die Souks ziehen. So faszinierend!

    Mitten zwischen den Marktständen stoßen wir auf eine alte Jungenschule aus dem 15. Jahrhundert – ein wahres Juwel. Frisch saniert und traumhaft schön. Sie zeugt vom Einfluss, Reichtum und der Macht des Marokkos jener Zeit: fein geschnitzte Holzdecken, Mosaikfliesen, kunstvolle Steinverzierungen. Jan darf endlich ausgiebig fotografieren.

    Zurück im Markt essen wir zu Mittag: Brokkolisuppe und vegetarische Tajine. Und dann der Schreck – unser Rucksack fehlt. Jan rennt los und kehrt zum Glück fündig zurück: Beim letzten Marktstand wurde er für uns aufbewahrt, alles noch drin. Sweet!

    Danach ziehen wir uns auf die Dachterrasse unseres Riads zurück: Sonne tanken, lesen, chillen – herrlich. Am Abend geht es gemeinsam ins Hammam, diesmal darf ich mit.

    Am Eingang trennen sich unsere Wege, denn Männer und Frauen sind strikt getrennt. Während Jan im Dunkeln auf dem heißen Boden liegend entspannen darf, lande ich im kompletten Gegensatz: hell, laut, voll. Ich sitze – mangels Platz – auf dem Boden. Alle kennen sich, alle reden durcheinander. Es wird geschrubbt, rasiert, gewaschen, gekämmt. Puh. Die Flut an Haaren schwemmt mir regelmäßig an den Körper, man sitzt ja nun mal auf dem Boden. Ja, man seift sich mit Olivenpaste ein, wird ganz weich und theoretisch sauber. Aber nein, sauber fühle ich mich ganz und gar nicht. Immerhin tut die hohe, heiße Luftfeuchtigkeit gut.

    Wieder draußen gehen wir noch einmal lecker vegetarische Tajine essen und schlendern durch das nächtliche Marrakesch. Morgen geht es ins Atlasgebirge und in die Wüste. Wir freuen uns schon sehr!
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