• Museum der Vučedol-Kultur

    May 24 in Croatia ⋅ ⛅ 24 °C

    Das Museum der Vučedol-Kultur (kroatisch: Muzej vučedolske kulture) ist ein preisgekröntes, hochmodernes Nationalmuseum in Vukovar, das sich exklusiv der Erforschung und Präsentation der kupferzeitlichen Vučedol-Kultur (ca. 3000 bis 2200 v. Chr.) widmet.

    Die Vučedol-Kultur (ca. 3000 bis 2200 v. Chr.) war eine der fortschrittlichsten indoeuropäischen Zivilisationen der Kupferzeit. Ihr hochentwickeltes Weltbild und ihr Alltag spiegeln sich in klaren archäologischen Entdeckungen wider:

    Ernährung: Die Menschen von Vučedol waren erfolgreiche Viehzüchter. Rindfleisch machte schätzungsweise bis zu 80 % ihrer Ernährung aus. Sie bauten zudem Getreide an und nutzten den Fischreichtum der nahegelegenen Donau. Als revolutionär gilt, dass sie als erste Kultur separate, individuelle Teller und Gefäße für jede einzelne Person beim Essen nutzten, statt wie zuvor üblich aus einem gemeinsamen Topf zu speisen.

    Keramik: Die Handwerker stellten technologisch wie künstlerisch meisterhafte Tonwaren her, die sich durch tiefschwarze, glänzende Oberflächen auszeichneten. Die typischen, tief eingeschnittenen geometrischen Muster wurden nach dem Brennen mit einer weißen Paste aus zerstoßenen Muscheln ausgefüllt. Das berühmteste Keramikobjekt ist die [„Vučedol-Taube“](0.5.2, 0.5.20) – ein kultisches, vogelformiges Gefäß.

    Kalender: Auf den Prachtgefäßen der Kultur verewigten die Menschen ihr astronomisches Wissen. Ein in Vinkovci gefundenes Tongefäß wird als der älteste tragbare Kalender Europas gedeutet. Die eingeritzten Symbole und Bänder stellen den zyklischen Verlauf der Jahreszeiten sowie die Konstellationen des nächtlichen Himmels dar.

    Orion-Sternbild: Das wichtigste Himmelszeichen für die Vučedol-Menschen war das Sternbild des Orion. Da der Gürtel des Orion in dieser Epoche genau zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche in der Abenddämmerung vom Winterhimmel verschwand, markierte dieses astronomische Ereignis für die Kultur den Beginn des neuen Jahres.

    Bestattungen nach Sternbildern: Die tiefe Verbindung zur Astronomie reichte bis über den Tod hinaus. Archäologen entdeckten in den Siedlungen rituelle Gräber, bei denen die Skelette in ganz spezifischen Positionen exakt nach den Mustern der am Himmel beobachteten Sternbilder angeordnet wurden.
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