• Kon-Tiki- Museum

    July 12 in Norway ⋅ ☀️ 22 °C

    Ein dichter Geruch von altem Holz und getrocknetem Schilf liegt in der Luft des Kon-Tiki-Museums. Im Zentrum der Halle zieht das originale Balsa-Floß Kon-Tiki sofort alle Blicke auf sich. Aus nächster Nähe wirkt das Gefährt, mit dem Thor Heyerdahl mit seiner Frau und seine Crew 1947 den Pazifik überquerten, erstaunlich fragil. Die dicken Baumstämme, die nur durch Seile zusammengehalten werden, vermitteln eine unmittelbare Vorstellung von der Urgewalt des Ozeans, der die Männer damals ausgesetzt waren.

    Beim Rundgang fallen die besonderen Details und Facetten der Ausstellung auf:

    Die Zerbrechlichkeit der Schiffe: Direkt neben dem Holzfloß steht das Schilfboot Ra II. Das goldbraune Papyrusgeflecht wirkt beinahe zu grazil für die Überquerung des Atlantiks und verdeutlicht die immense Entschlossenheit der damaligen Besatzung.

    Die Perspektive der Meeresbewohner: Ein Treppenabstieg führt unter das Kon-Tiki-Floß in eine abgedunkelte Unterwasserwelt. Dort schwebt ein riesiger, lebensechter Walhai im fahlen Licht, was die Enge des Raumes und die Isolation auf offener See spürbar macht.

    Die Mystik der Osterinsel: Im hinteren Teil der Ausstellung ragt die gewaltige, zehn Meter hohe Nachbildung einer Moai-Statue empor. Nachgebaute, schmale Höhlengänge fangen die geheimnisvolle Atmosphäre der archäologischen Expeditionen Heyerdahls perfekt ein.

    Die Symbiose aus Alt und Neu: Die im Sommer 2026 runderneuerte Hauptausstellung verknüpft die historischen, teils wettergegerbten Originalobjekte geschickt mit modernen interaktiven Elementen, ohne den geschichtsträchtigen Charakter zu verfälschen.

    Historisches Filmdokument: Im Kinosaal flimmert der originale, schwarz-weiße Dokumentarfilm von 1951 über die Leinwand. Das leise Knistern der Tonspur und die authentischen Aufnahmen der Expedition lassen den Geist des Aufbruchs noch einmal lebendig werden.
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