• Tag 125 - Seetag

    14 marzo, Atlantischer Ozean ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute war unser 60. Seetag. Wir haben Afrika nun endgültig hinter uns gelassen und fahren weiter Richtung Europa. Man merkt es deutlich: Es ist kühler geworden, wolkiger, und auch der Seegang nimmt langsam zu. Die See fühlt sich plötzlich ganz anders an als noch vor ein paar Tagen.
    Der Tag begann sportlich mit etwas Krafttraining und anschließendem Frühstück. Danach haben wir angefangen, ein wenig aufzuräumen. Das Schiff hat Boxen bereitgestellt für Dinge, die man am Ende der Reise nicht mehr mit nach Hause nehmen möchte. Eine wirklich gute Idee. Alles wird später an die Crew verteilt. Wir gewinnen Platz in den Koffern, und die Crew freut sich – eine schöne Lösung, von der alle etwas haben.
    Heute gab es wieder ein Thema, das mich nachdenklich gemacht hat. Ein Influencer, der ebenfalls auf dieser Weltreise dabei ist, hat allen Ernstes die Frage gestellt, ob man nicht eine Altersobergrenze für Passagiere einführen sollte, weil wieder Patienten ausgeschifft werden mussten. Ich finde diese Sichtweise sehr schwierig. Gesundheit hat doch nichts automatisch mit dem Alter zu tun. Hier an Bord gibt es Menschen über 80, die unglaublich fit und aktiv sind – und gleichzeitig auch jüngere, die schlecht zu Fuß sind oder gesundheitliche Probleme haben. Am Ende entscheidet jeder selbst, ob er sich fit genug für eine solche Reise fühlt. Auch junge Menschen können schließlich plötzlich ärztliche Hilfe benötigen. Diese Diskussion hat leider ein wenig gezeigt, wie manche Menschen hier denken und respektlos dem Alter gegenüber verhalten. Das fand ich schade.
    Ich selbst habe den größten Teil des Tages gearbeitet. Andreas war beim Spinning und später noch in der Sauna. Am Abend sind wir kurz essen gegangen und haben danach noch einen Krimi geschaut – ein ruhiger Ausklang eines eigentlich ganz normalen Seetages.
    Dann kam allerdings noch eine Nachricht, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte: Ein Anruf aus der Firma. Unser Lager, in dem alle Unterlagen stehen, steht unter Wasser. 🙈
    Zum Glück konnte ich direkt ein paar Helfer für morgen organisieren. Und ich bin sehr dankbar, dass meine Tochter Katharina und mein Schwiegersohn sich sofort kümmern. In solchen Momenten merkt man, wie wichtig Familie ist – besonders wenn man gerade mitten auf dem Meer unterwegs ist.
    Jetzt hoffe ich sehr, dass sich morgen alles halbwegs regeln lässt. Manchmal holt einen das Leben zu Hause eben doch schneller ein, als man denkt – selbst auf hoher See.
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