• Aber bitte mit Mayo

    October 8 in India ☀️ 37 °C

    Heute haben wir eine ganz andere Seite von Jodhpur kennengelernt: die blaue Stadt. In den engen Gassen sind viele Häuser in Indigo-Blau gestrichen. Früher war diese Farbe vor allem den Brahmanen vorbehalten. Heute hört man auch andere Erklärungen für das Blau: Es soll die Häuser vor Hitze schützen und angeblich sogar Moskitos fernhalten. So haben inzwischen viele Bewohner die Farbe für ihre Häuser übernommen. Die Gassen waren – im Gegensatz zum Verkehrsinferno um den Uhrturm - erstaunlich ruhig. Statt hektischem Treiben gab es kleine Häuser und beschauliche Winkel, alles ist mit mehr oder weniger schönen Graffitis bemalt - „Rural Life“ und andere Kitschszenen.
    Von dem Omelett-Stand am Uhrturm im Zentrum von Jodhpur hatten wir schon in Deutschland gehört. Den wollten wir unbedingt ausprobieren! Von einem richtigen Laden kann allerdings kaum die Rede sein. Es ist eher ein Ofen mit zwei Pfannen darin und eine alte Büchse zum anrühren der Omelettes. Viele werden als „creamy“ angeboten – und das bedeutet hier vor allem eines: eine ordentliche Portion Mayonnaise drüber! Hmm … war gar nicht so schlecht!
    An diesem Tag trafen wir auch Anne und Brendan wieder, die wir bei unserer Wüstentour kennengelernt hatten. Danach waren wir uns schon zweimal völlig zufällig über den Weg gelaufen. Beim dritten Mal war klar: Jetzt müssen wir doch endlich einmal zusammen Kaffee trinken! Die beiden sind supernett und gerade auf einer Weltreise unterwegs. Es war schön, sich ein bisschen auszutauschen. Und wer weiß – vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja noch einmal. Das würde uns freuen!

    Am Abend beschlossen wir noch zu den Mandore Gardens zu fahren. Wir hatten gehört, dass es dort Lightshows gibt, und wollten uns das ansehen. Als wir ankamen, war bereits alles erleuchtet. Überall blinkte und glitzerte es, und zwischen den Bäumen und Mauern turnten die Hanuman-Languren herum. Sie waren für uns fast schon die eigentliche Attraktion des Abends. Noch bevor die Lightshow begann, hatten wir unsere Entscheidung getroffen: zu viele „Selfies“ mit uns, zu viele Menschen, zu viel Kitsch. Wir waren müde, ließen die Lichter Lichter sein, stiegen ins Tuk-Tuk und fuhren zurück ins Hotel. Manchmal sind die schönsten Träume die, die man nach einem langen Tag im Bett träumen kann.
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