Der Tag begann im winzigen Bad unserer Kabine. Über dem Miniwaschbecken, Ärmel hochgekrempelt, wurde unsere Wäsche von Hand sauber gemacht, während draußen das Meer vorbeizog. Tropfende Socken am Duschseil, leises Plätschern – mitten auf Weltreise plötzlich ganz normales Leben.
Später flimmerten auf dem Bildschirm unsere Fotos.
Momentaufnahmen aus Häfen, Gängen, Decks und Himmelrichtungen. Ordnen, löschen, behalten – fast wie Gedanken sortieren.
Parallel wuchs der Blog weiter, Zeile für Zeile, während aus Bildern langsam wieder Geschichten wurden.
Am Nachmittag zog es uns zur Lesung. Elisabeth Herrmann liest aus ihrem Buch „Die Mühle“. Eine Stimme, ein Text, ein Raum voller aufmerksamer Ruhe. Für eine Weile durfte die Welt einfach draußen bleiben.
Abends wechselte der Ton. Die 90er-Show brachte Bewegung ins Schiff, Licht in den Raum und dieses vertraute Zucken in den Füßen. Musik, die sofort etwas lostritt, egal, wie viele Meilen zwischen damals und heute liegen.
So ging dieser Dienstag zu Ende: mit sauberer Wäsche, geordneten Bildern, einer Geschichte im Kopf und Melodien, die noch leise mitschwingen, während die AIDAdiva weiter Richtung Tokio gleitet.