Heute geht es durch die Qiongzhou-Straße, die enge Meerenge zwischen dem chinesischen Festland und Hainan. Die Vorbereitungen dafür waren längst im Vorfeld erledigt, Zeitfenster und Genehmigungen standen fest. Trotzdem fühlt sich diese Passage alles andere als alltäglich an.
Dichter Nebel liegt über dem Wasser, die Sicht ist minimal. Die Welt draußen wirkt wie ausgelöscht, als hätte jemand den Horizont einfach weggewischt. Kein Land, keine klaren Umrisse anderer Schiffe – nur Grau in Grau. Umso mehr wissen wir, dass jetzt auf der Brücke höchste Konzentration herrscht. Der Kapitän ist durchgehend oben, das Team arbeitet mit Radar, Funk und jeder verfügbaren Technik, um sicher durch dieses Nadelöhr zu kommen.
Auch für uns gilt während der Durchfahrt Fotografierverbot. Diesmal fällt es kaum schwer, die Kamera stecken zu lassen – viel mehr als Nebelschwaden würden wir ohnehin nicht einfangen. Also stehen wir an der Reling, lauschen in die feuchte Stille und spähen ins Nichts, als könnten unsere Augen doch noch etwas entdecken.
Die Geschwindigkeit ist reduziert, und wir gleiten langsam, fast vorsichtig voran. Ab und zu ertönt ein dumpfes Signalhorn, das im Nebel verschluckt wird und gespenstisch nachhallt. Es ist kein spektakulärer Programmpunkt unserer Reise, kein Ort für Postkartenmotive – und doch ein eindrucksvoller Moment.
Wir fahren durch eine der meistbefahrenen Meerengen der Region und sehen… fast nichts. Und gerade dieses Nichtsehen macht die Passage so besonders.
Ahoichen 🚢Læs mere