• Huê/DaNang, Vietnam

    January 31 in Vietnam ⋅ 🌬 24 °C

    Zwischen Wolken, Händen und ein bisschen Jahrmarkt

    Heute werden wir direkt am Hafen eingesammelt – sehr komfortabel, wir fühlen uns fast ein bisschen wichtig. Son ist unser Reiseleiter, sehr kompetent und lustig.

    Um 10:30 Uhr stehen wir dann vor dem Sunworld-Tor in Ba Na Hills und staunen nicht schlecht. Das Ganze wirkt wie der Eingang zu einer Märchenwelt, irgendwo zwischen Freizeitpark, Bergdorf und Filmkulisse. Natürlich zücken wir sofort die Kameras – wer weiß, ob wir später selbst noch glauben, dass es diesen Ort wirklich gibt.

    Kurz vor Mittag schweben wir mit der Seilbahn nach oben. „Schweben“ trifft es ziemlich gut. Unter uns breitet sich eine grüne Berglandschaft aus, Wolken ziehen vorbei, und mit jedem Höhenmeter ändert sich das Wetter. Unten noch warm, oben plötzlich frisch – vier Jahreszeiten an einem Vormittag, wettertechnisch ein echtes Multitalent. Wir halten uns aneinander fest, als würden wir gleich im Wolkenmeer landen.

    Oben wartet dann das berühmte Fotomotiv: die Goldene Brücke, gehalten von zwei riesigen steinernen Händen. Ein bisschen surreal sieht das schon aus, als hätten Riesen beschlossen, mal Architekt zu spielen. Wir spazieren darüber, schauen in die Täler und versuchen, die Brücke mal ohne andere Besucher aufs Bild zu bekommen – ein ambitioniertes Unterfangen, das uns am Ende aber nicht gelingt. Hier ist es so voll, dass wir beschließen, nach dem Mittagessen noch einmal zurückzukommen.

    Wir steigen in eine weitere Seilbahn und landen im französischen Dorf. Kopfsteinpflaster, Türmchen, Fassaden wie aus einer anderen Zeit – wir fühlen uns kurz wie Statisten in einem europäischen Historienfilm, nur dass unsere „Kostüme“ aus Tagesrucksäcken und Selfie-Sticks bestehen.

    Vor dem Mittagessen um 14:00 Uhr legen wir noch einen wichtigen Zwischenstopp im Brauhaus ein. Eine kleine Bierverkostung gehört schließlich dazu – besonders nach den gesammelten Höhenmetern. Zwischen Sudkesseln und guter Laune probieren wir uns durch die Sorten und haben dabei einen Heidenspaß, bevor es weiter zum Mittagstisch geht. 🍺

    Gegen 15:00 Uhr fahren wir noch einmal mit der Seilbahn zur Goldenen Brücke, die jetzt etwas leerer ist und lassen dann langsam die Märchenwelt hinter uns. 

    Da bis zum Ablegen unseres Schiffes noch etwas Zeit bleibt, werfen wir den Plan zurück zum Schiff kurzerhand über Bord und machen uns spontan auf den Weg nach Hoi An. Ein kleiner Zwischenstopp noch am Marmorberg und schon geht es weiter.

    Hoi An hat uns vom ersten Schritt an eingefangen. Wir schlendern durch die schmalen Gassen der Altstadt, vorbei an ockerfarbenen Häusern, leuchtenden Lampions und kleinen Läden, in denen es nach Stoffen, Gewürzen und einer Prise Geschichte riecht. Wir könnten Stunden hier verbringen – und tun es auch, zumindest gefühlt.

    Am Fluss beobachten wir das ruhige Treiben der Boote, während die Stadt langsam ihr Abendlicht anknipst und alles in warme Farben taucht. Zwischen alten Mauern und neuen Eindrücken fühlen wir uns angenehm aus der Zeit gefallen – und wundern uns ein kleines bisschen, warum man hier nicht automatisch langsamer läuft. Vielleicht ist es der Zauber der Lampions.

    Bevor wir um 20:00 Uhr völlig k.o., aber randvoll mit Eindrücken, wieder am Hafen ankommen, machen wir noch einen kurzen Stopp bei der Dragon Bridge in Da Nang.

    Nächste Etappe: 517 Seemeilen (958 km) bis Ho-Chi-Minh-Stadt/Phú Mỹ, Vietnam 🇻🇳.
    Ahoichen 🚢
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