• Seetag 47

    February 23, Indischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C

    Seetag zwischen Zeitreise und Tanzbeinen

    Heute wachen wir mit einem kleinen Trick auf: Die Nacht hat uns eine Stunde geschenkt. Irgendwann zwischen drei und zwei Uhr haben wir heimlich an der Uhr gedreht – willkommen in der Zeitzone von Doha. Ein Seetag mit Bonuszeit also. Wenn das kein guter Anfang ist.

    Draußen liegen 25 Grad über dem Meer, und irgendwo vor uns warten noch 1.432 Seemeilen bis Durban. Eine Zahl, die groß klingt – aber hier draußen fühlt sich alles angenehm weit weg an. Das Meer zieht ruhig vorbei, als hätte es alle Zeit der Welt. Und wir? Offenbar auch.

    Im Theatrium hören wir später bei der Ocean Lounge Spannendes über die Voortrekker. Geschichte auf See hat ihren eigenen Klang – irgendwo zwischen Fernweh und Klassenzimmer, nur mit deutlich besserer Aussicht.

    Am Nachmittag duftet es nach Kaffee und Eierschecke – allerdings nicht auf dem Pooldeck, sondern auf Deck 9. Alles wurde nach drinnen verlegt, denn draußen ziehen immer wieder Regenschauer vorbei. Also sitzen wir gemütlich im Trockenen, während draußen das Wasser von oben und unten gleichzeitig unterwegs ist.

    Zwischendurch ein Blick ins Bordportal auf dem Handy: Restaurantzeiten, Shows, kleine Verlockungen in der Shoppingwelt. Praktisch ist das ja. Doch am schönsten bleibt der Moment, wenn wir einfach an der Reling stehen oder über das Deck laufen und beobachten, wie die Sonne langsam tiefer sinkt und das Meer in goldenes Licht taucht.

    Ein Seetag ist kein Tag voller spektakulärer Landgänge. Es ist eher ein Innehalten zwischen zwei Welten. Eine schwimmende Auszeit, in der wir uns ausruhen.

    Ahoichen 🚢
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