• Venedig erkunden

    December 28, 2025 in Italy ⋅ 🌙 7 °C

    Venedig – zwischen Nebelzauber, Sonnenmagie und 17-Euro-Bier
    Wie schon bei unserer Abfahrt in Deggendorf empfängt uns auch Venedig mit einem schweren, dichten Nebelteppich. So dicht, dass man fast erwartet, gleich einem Gondoliere aus einer anderen Welt zu begegnen. Also erst einmal: Wetter-App checken. Und siehe da – Hoffnung! In einer Stunde soll sich der Nebel verziehen, die Sonne ihren großen Auftritt haben. Perfekt.
    Planänderung beschlossen: gemütliches Frühstück im Van statt hastigem Sightseeing.
    Gestärkt machen wir uns schließlich auf den Weg zum People Mover. Keine zwei Minuten später – zack – stehen wir mitten in Venedig. Und als hätten wir einen geheimen Schalter umgelegt, verschwindet mit dem Öffnen der Türen auch der Nebel. Bühne frei für La Serenissima.
    Schon der erste Gedanke: Hier möchte ich nicht im Hochsommer sein. Und das Ende Dezember! Die Touristenmassen schieben sich bereits jetzt durch die Gassen. Im Juli oder August? Unvorstellbar. Doch kaum setzen wir einen Fuß in die Stadt, sind diese Gedanken auch schon wieder vergessen.
    Grachten glitzern, Brücken spannen sich elegant über das Wasser, und die Gebäude sehen aus, als hätten sie Geschichten aus tausend Jahren in ihren Mauern gespeichert.
    Wir lassen uns treiben. Verlieren absichtlich die Orientierung. Schlendern durch schmale Gassen, über Brücken, über Plätze – Venedig macht es einem leicht, sich zu verlieren. Und doch gibt es einen Ort, den man sehen muss: den Markusplatz, die Piazza San Marco.
    Ein Traum aus Stein. Die Basilika majestätisch, die Cafés elegant, der Platz voller Leben. Und Luxus. Prada. Louis Vuitton. Namen, bei denen selbst das Portemonnaie nervös wird.
    Ein kurzer Blick in eine Speisekarte – und BÄM: 17 Euro für ein Bier.
    Ich liebe Bier. Ich bin im Urlaub großzügig. Aber irgendwo hört die Liebe dann doch auf. Schnell wieder zuklappen, bevor das Bier auch noch Trinkgeld verlangt.
    Also weiter. Wieder rein ins Gassenlabyrinth. Und dann – fast zufällig – stehen wir plötzlich auf der Piazza Santo Stefano.
    Die Sonne hat diesen Platz ganz offensichtlich exklusiv reserviert. Warmes Licht, entspannte Stimmung, Leben pur. In der Ferne entdecken wir tatsächlich noch einen freien Tisch. Ein kleines Wunder. Also hin da!
    Aber wir haben gelernt. Erst die Karte, dann bestellen. Und siehe da: deutlich humanere Preise. Ein kollektives Aufatmen.
    Wir bleiben. Lange. Sitzen in der Sonne, beobachten das Treiben der Menschen, genießen Getränke und kleine Häppchen. Venedig zeigt sich hier von seiner entspannten, fast familiären Seite.
    Irgendwann meldet sich der Körper. Deutlich.
    25.400 Schritte.
    19,5 Kilometer.
    Beine schwer, Füße platt, aber das Herz voll.
    Zurück am Van wartet der perfekte Abschluss: Sonnenuntergang, ein selbst zusammengestellter Antipasti-Teller und dieses zufriedene Gefühl, das nur ein Tag voller Eindrücke hinterlassen kann.
    Erschöpft, müde und rundum glücklich fallen wir ins Bett.
    Danke, Venedig.
    Für deinen Nebel.
    Deine Sonne.
    Deine Schönheit.
    Und dafür, dass wir kein 17-Euro-Bier trinken mussten. 🍷
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