• Drei Seen

    December 30, 2025 in Italy ⋅ ☁️ 2 °C

    📍 Tag 3–7 – Drei Seen und zu viele Serpentinen
    Heute starteten wir mutig und leicht naiv im Nebel Richtung Iseo-See, in der festen Überzeugung, dort von der Sonne empfangen zu werden. Spoiler: Sie war offensichtlich noch im Urlaub.
    Iseo selbst zeigte sich hübsch, charmant – und parkplatztechnisch eher so: „Schön, dass ihr da seid, aber bitte fahrt weiter.“ Unser sechs Meter langer Van nahm es gelassen, und so ging es weiter nach Pisogne.
    Volltreffer.
    Eine richtig hübsche Altstadt, viele Einheimische, echtes Italien-Gefühl und eine für so ein kleines Dorf erstaunlich glamouröse Kirche. Dazu wunderschöne Seeausblicke und das beruhigende Gefühl: Hier hätten wir auch einfach bleiben können.

    Aber nein.
    Ein See ist kein See.
    Also weiter zum Lecco-See (L-E-C-C-O – wir buchstabieren inzwischen fließend).
    Startpunkt Dervio: Der See hatte heute eindeutig Meer-Ambitionen. Wind, hohe Wellen, ordentlich Drama. Die Hunde fanden es sensationell und rannten über die grünen Wiesen, als gäbe es Punkte für Geschwindigkeit. Kleiner Strandspaziergang, kleiner Abstecher auf eine Mini-Flussinsel mitten im See – sehr idyllisch, sehr fotogen, sehr „das war die richtige Entscheidung“. Einfach einmal tief durchatmen mitten in der Natur. Und bei einem Getränk und ein paar Chips erhielten wir sodann auch gleich Besuch von einem kleinen Piepmatz. Nach genauerer Betrachtung unserer Chips holte er dann gleich seine ganzen Brüder. Und schon war das Ringen um die Chips eröffnet. Diplomatisch, wie ich bin, handelte ich erfolgreich aus, dass das Bier für mich bleibt und ich dafür die Chips abgebe. Und so waren alle zufrieden.

    Und dann kam Varenna.
    Beziehungsweise: die Serpentinen von Varenna.
    Wir fuhren nicht einmal.
    Nicht zweimal.
    Dreimal rauf und runter.
    Mit einem sechs Meter langen Van.
    Auf Straßen, die offenbar für Fiat Pandas mit Selbstmordneigung entworfen wurden.
    Jede Kurve ein kleines Abenteuer, jeder Gegenverkehr ein Vertrauensbeweis, jede Kehre begleitet von dem Gedanken: „Ach, hier waren wir doch gerade schon?“
    Waren wir auch. Mehrfach.
    Aber: Wir haben es geschafft.
    Van heil.
    Nerven noch vorhanden.
    Stolzlevel deutlich erhöht. 💪
    In Varenna gab es zur Belohnung eine leckere Mahlzeit, leider nur im Dunkeln. Die berühmten bunten Häuser kennen wir bisher eher aus dem Internet – ein klarer Grund, irgendwann tagsüber wiederzukommen.

    Und weil wir heute offensichtlich im Seen-Sammelmodus waren, ging es noch weiter zum dritten Gewässer: dem Pusiano-See. Vor lauter Seen habe ich schon das Gefühl, dass ich wieder besser seh. 😂😂😂
    Jetzt liegen wir im Van, die Hunde komplett erledigt, wir auch ein bisschen, und sind uns einig:
    Fazit:
    Drei Seen.
    Unzählige Kurven.
    Mehr Höhenmeter als geplant.
    Schnarchende Hunde.
    Und das sichere Gefühl, heute mindestens zwei Reisetage auf einmal verbraucht zu haben.
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