• Dede, der Film (true Story)

    July 19 in Georgia ⋅ 🌧 15 °C

    Vorab, der Film ist echt gut! Einen Schausteller haben wir ja gestern schon getroffen. Eine andere bereitet mir heute die Erdbeerlimo zu. Und dann wurde der ganze Film auch noch genau hier gedreht. Unfassbar cool. Die Schausteller hier scheinen das alle im Blut zu haben, denn der Film ist total authentisch. Bravo!
    Das Kino haben wir für uns alleine, auch witzig.

    Nachdem es den ganzen Morgen wie aus Eimern geschüttet hat scheint gerade die Sonne als wäre nichts gewesen. Aber kaum eine halbe Stunde später kommt das nächste Gewitter. Gut sitzen wir hier im Trockenen im Kino.

    Die Story:
    Georgien im Jahre 1992: Dina lebt in einem kleinen Dorf hoch in den Bergen, wo die Traditionen und Brauchtümer nahezu unbeschadet dem Lauf der Zeit widerstanden haben. Doch Dina will sich nicht dem Willen der Alten unterwerfen und und weigert sich, den Mann zu heiraten, den ihr Großvater für sie ausgesucht hat - eine Entscheidung, für die sie einen hohen Preis zahlen müssen wird...

    Dede (2017) ist ein eindrucksvolles georgisch-katarisches Drama der Regisseurin Mariam Khatchvani, das die raue Realität und die strengen, von Männern dominierten Traditionen in den Bergen des Kaukasus schildert.

    Der Film basiert auf wahren Begebenheiten aus dem Leben der Großmutter der Regisseurin und ist tief in der lokalen Kultur verwurzelt.

    Hier sind die wichtigsten Details zum Film:

    Handlung und Schauplatz

    Der Film spielt im Jahr 1992 im kleinen Bergdorf Uschguli in der Region Swanetien – einer der höchstgelegenen und entlegensten Siedlungen Europas. Dort gelten noch immer uralte, unerbittliche Regeln und Traditionen.

    Der Konflikt: Die junge Dina wird vom Dorfältesten bzw. ihrem Großvater gegen ihren Willen mit David versprochen, der gerade aus dem Krieg zurückkehrt. Dina verliebt sich jedoch in dessen Kriegskameraden Gegi und brennt mit ihm durch.

    Die Konsequenzen: Durch die Missachtung der arrangierten Ehe und der jahrhundertealten Traditionen zieht Dina den Zorn und die unbarmherzigen Riten der Dorfgemeinschaft auf sich.

    Authentizität und Sprache

    Besonderer Drehort: Gedreht wurde direkt vor Ort in Uschguli, dem Heimatdorf der Regisseurin. Dies verleiht dem Film eine dokumentarische, unverfälschte Atmosphäre.

    Sprache: Neben der georgischen Amtssprache wird im Film oft Swanisch (oder Swanetisch) gesprochen. Dies ist eine alte kaukasische Sprache ohne eigene Schriftform, die nur von etwa 30.000 Menschen gesprochen wird.

    Themen

    Patriarchat und Selbstbestimmung: Der Film prangert eine zutiefst patriarchalische Gesellschaft an, in der Frauen oft wie Eigentum behandelt werden und über ihr Leben von den älteren Männern bestimmt wird.

    Liebe vs. Tradition: Er beleuchtet den schweren Kampf einer Frau, die gegen gesellschaftliche Konventionen für ihr eigenes Glück und ihre Entscheidungsfreiheit einsteht.

    Auszeichnungen

    Das Werk erhielt weltweite Anerkennung. Unter anderem gewann der Film 2017 den prestigeträchtigen East of the West Jury-Preis auf dem Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary sowie Auszeichnungen auf vielen weiteren Filmfestivals rund um den Globus.
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