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  • Day45

    Große Pläne

    February 14, 2018 in Argentina ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach unserem Kurzaufenthalt in Chile sind wir nun also in Argentinien. Zwischen diesen beiden Ländern werden wir bis zum Ende unserer Reise hin und her pendeln. Und schon jetzt ist klar: Chile und Argentinien unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von den bisher bereisten Ländern Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Das beginnt bei den Ethnien: 80-90% der Bevölkerung in Chile und Argentinien sind europäischen Ursprungs, der indigene Einfluß verschwindet somit fast vollständig aus dem Straßenbild. Damit hat es auch ein Ende mit den so lieb gewonnenen Straßenhändlern aller Art, bunter Bekleidung und unerwarteter Verkehrsteilnehmer. Aber eines bleibt: Unfertige Bauten. Das scheint insofern ein für ganz Südamerika geltendes Phänomen zu sein: man hat große Pläne, aber viele werden nicht zu Ende gebracht. Vor diesem Hintergrund bekommt unser Lunchbreak-Restaurant heute den Ehrenplatz des ersten Bildes. Mit einer ersten Etage, deren Baufortschritt vor Jahren ins Stocken geriet. Außer der Toilette findet sich dort nichts als Rohbau.

    Ebenfalls allen bisher bereisten Ländern gemein sind die streunenden Hunde. Für den Mischling in Bild 2 ist heute übrigens - wie für unsere Gruppe hier jeden Tag - Sonntag, denn er bekommt von mir Hamburger, Pommes und Kekse. Sollte ich auf meine alten Tage noch zum Hundefreund werden? Was ist mit mir los?

    Schön übrigens, dass wir wieder tiefer sind. Nachdem wir gestern die Anden im Grunde von Westen nach Osten durchquert haben, sehen wir nach geraumer Zeit endlich wieder etwas mehr "grün". Und weiter begleiten uns mehr oder minder obskure Schilder mit christlichen Botschaften. Dass der "mächtige Herr" über alles richtet, ist ja klar, aber muss es so direkt ausgedrückt werden?

    Natürlich ändert sich in Argentinien die Struktur des Fachhandels, schließlich sind wir im Land der Gauchos. Und Tabak wird angebaut. Und: Wein! Die Ruta del Vino führt uns nach Cafayate, und dort in ein sehr schönes "Weinhotel". Ich werde morgen berichten, ob der Weißwein hier mit dem vertrauten Nahewein (Gruß an alle Bad Kreuznacher!) mithalten oder ihn sogar übertreffen kann.
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