• Conakry

    7–13 dic 2025, Guinea ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir kämpfen uns am nächsten Morgen nach Conakry rein, komplette Chaos. Es ist sehr schwer durch die Stadt zu kommen, da es so viel Verkehr gibt und keine richtige Regeln. Es entsteht an jeder Kreuzung einfach nur Chaos. Zum Glück bekomme ich von dem Stress nicht all zu viel mit, denn Malte ist so nett und übernimmt das fahren während ich Das Letzte Formel 1 Rennen dieses Jahr auf meinem Handy schaue. Gut das wir Starlink dabei haben, so kann ich mit gutem Internet fast ohne Unterbrechung streamen.
    Als erstes steuern wir den Flughafen an, hier müssen wir unser Visum abholen. Das Visum haben wir bisher nur bestätigt bekommen aber es fehlt noch in unserem pass. Ein Richtigen Prozess für Reisende über den Landweg gibt es an der Grenze nicht. So ist es üblich den Flughafen anzusteuern. Nachdem mein Favorit also Weltmeister geworden ist, gehen wir in den Flughafen rein. Ein Polizist/Soldat führt uns rückwärts durch den Ankunftsprozess. Vorbei am Sicherheitscheck, Koffer Abholbereich und Einreisestempel Schalter bis zur Visa „Behörde“. Das ausstellen klappt problemlos und auch die Rückkehr zum Parkplatz ist kein Problem auch die Korruption von drei verschiedenen Beamten konnten wir abwehren.
    Nach dem Flughafen geht es zum Airbnb, wir haben uns für eine Wohnung mit Stellplatz für unsere Autos entschieden. Campingplätze gibt es leider nur außerhalb der Stadt und Waschmaschine sowie gute Dusche würde man dort höchstwahrscheinlich vergebens suchen.
    Wir müssen leider eine Woche in der Stadt verbringen, da wir Visa für Liberia, Elfenbeinküste, Kongo und Demokratische Republik Kongo in den jeweiligen Botschaften beantragen und ausgestellt bekommen müssen.
    Am nächsten Morgen geht es los. Jetzt muss das ganze Recherchierte umgesetzt werden. Wir buchen Hotels, erstellen Dokumente, kopieren andere Dokumente, legen Mappen an, bezahlen online und bereiten das Geld in Dollar oder Euro vor. Danach folgen ein paar Visa Touren an verschiedenen Tagen, mal mit dem Taxi mal mit dem eigenen Auto. Die Visa haben unterschiedliche Wartezeiten mal 2 Stunden mal 3 Tage. Wir planen die Anträge so das wir möglichst viel in einer Woche geschafft bekommen. Die Wartezeit nutzen wir neben sämtlichen Restaurantbesuchen auch für Reparaturen am Auto. Dafür steuern wir eine Werkstatt eines Libanesen an. Er selbst schien mir jetzt nicht wirklich wie der beste Mechaniker dafür konnte er Englisch und er lässt die Mitarbeiter Schrauben. Das er Englisch spricht ist dabei fast das wichtigste, wir können ihm erklären was wir genau wollen und was nicht. Fakt ist es gibt für alles eine Lösung man muss nur die Leute kennen und er lebt hier seit 33 Jahren somit ist es kein Problem. Unsere vorderen Federbeine hat der Mechaniker Flott ausgebaut. Da kommt auch schon das erste Mototaxi (Moped) er nimmt unsere Federbeine mit um die Gummibuchsen auszutauschen.
    Nach etwa einer Stunde ist er zurück, die Arbeit wird uns präsentiert, mit einer Erwartungshaltung der Zustimmung. Obwohl die Buchse offensichtlich nicht die richtige war und sie zugeschnitten wurde stimmen wir zu, denn sie hat das richtige Maß und scheint stabil.
    Beim Einbau fängt es an das ich nervös werde denn der Mechaniker macht einiges falsch, da ich das Auto mit Malte schon komplett auseinander hatte weiß ich was wie gemacht wird und welches Teil wo wir sitzen muss. Ich fange also an den Mechaniker zu korrigieren was er am Anfang ein wenig als Beleidigung sieht. Ich soll ihn seine Arbeit machen lassen, nach dem fünften mal aber hat er scheinbar verstanden das ich weiß wovon ich rede und er fängt an mich Bossmen zu nennen. Ich habe ihm mindestens 5 mal erklärt das er mich gerne Freund anstatt Bossmen nennen soll. Naja bis zum Schluss war ich der Bossmen. 😂😂
    An der Hinterachse war es dann nochmal richtig lustig, wir wollen das Auto hinten höher legen, da wir dich das extreme Gewicht hinten zu tief hängen. Meine Idee war also ein 3cm dickes Drehteil oder Ähnliches anfertigen zu lassen, welches wir unter der Feder unterlegen. Naja man muss nehmen was man kriegt, der Chef kennt keinen in der Stadt der drehen kann also bestellt er jemanden her der das gewünschte Teil aus Gummi „fertigt“. Eine Stunde später ist das Teil da, ein dickes Stück aus einem alten Trecker oder LKW Reifen auf unser Maß geschnitzt.
    Ich baue die Teile also zusammen mit meinem neuen Mitarbeiter unter meiner Anleitung ein. Ein langer Tag geht nach einem anschließenden langen Café und Gespräch mit dem Chef vorbei.
    Am nächsten Tag geht es in eine andere Werkstatt in der wir unsere Spur einstellen lassen wollen. Diese wurde uns vom Libanesen empfohlen, da es hier das richtige Werkzeug gibt.
    Diese Werkstatt war der Horror, sie sah gut aus und hatte auch das richtige Werkzeug und das Gerät da. Aber das ist leider nicht alles wen das Personal nicht weiß wie man damit umgeht. Jetzt hier darauf einzugehen was sie alles falsch gemacht haben würde zu lange dauern. Kurz gesagt sie haben beim „Einstellen“ an Schrauben gedreht die garnichts mit der Sache zutun hatten und dabei auch noch einiges kaputt gemacht. Nachdem ich immer wieder eingreifen musste hatte ich irgendwann die schnauze voll, da nicht mehr auf mich gehört wurde. Also hab ich das ganze abgebrochen. Drei Stunden hat die Nummer gedauert. Gezahlt haben wir nichts da sie auch nichts hin bekommen haben. Danach sind wir zurück zum Libanesen und haben die Einstellung selbst ohne das Professionelle Gerät gemacht.
    Nach Sechs Nächten in unserer Wohnung haben wir alle Visa erhalten, unser Auto repariert und Gewaschen, all unserer Wäsche gewaschen und sind damit endlich fertig und können raus aus diesem Afrikanischen Großstadt Horror.
    Leggi altro