Die leere Patrone
17–18 gen, Andare ⋅ 🌙 26 °C
Wir fahren wie immer Morgens früh los, denn heute ist ja mal wieder ein Grenzübertritt auf dem Plan. Heute solle es von Togo nach Benin gehen. Um 13 uhr sind wir an der Grenze, in Togo klappt die Ausreise problemlos und nach etwa einer Stunde sind wir durch. In Benin verläuft anfangs auch alles nach Plan, unsere Reisepässe werden Eingestempelt und wir dürfen wieder zu den Autos. Hier wollen sie jetzt doch noch die Autos kontrollieren, sie schauen sehr genau hin, für uns kein Problem wir haben ja bis auf Bargeld nichts zu verstecken. In unserem Auto finden sie eine leere Patronenhülse welche wir in der Sahara gefunden haben. Anschließend drehen sie alles auf links und die Stimmung kippt langsam immer mehr. Ohne erkenntlichen Grund warten wir 2,5 std auf den „Chef". Ich meine was ist an einer Leeren offensichtlichen komplett verblichenen uralten Patronenhülse so schlimm? Der Chef kommt schließlich irgendwann an. Er zählt uns immer neue Gründe auf worauf wir Warten müssen bis wir weiter können…
Das ganze geht von 5 min Papierkram, über Telefonat mit der deutschen Botschaft, Fingerabdrücke abgeben bis schlussendlich „deutsche Botschaft hat die Einreise verwehrt"
Woraus die Beamten diese Aussage schließen ist uns nicht bewusst. 😂
Nach ewiger Diskussion kippt die Stimmung komplett und wir werden handgreiflich dazu gebracht Benin wieder nach Togo zu verlassen. Der Notdienst der Deutschen Botschaft ist nicht bereit dazu uns zu helfen und die Situation zu klären. Im Nachhinein war sie vermutlich auch an dem Abend nicht mehr zu klären, da mit den Beamten vor Ort ein normales Gespräch nicht möglich war.
Die Beamten in Togo nehmen uns netterweise wieder auf und sowohl den Ausreisestempel in Togo als auch den Einreise Stempel von Benin werden annulliert. Dadurch haben wir unsere beiden “Single Entry” Visa nicht verloren.
Sie sagen uns wir sollen es einfach an einer anderen Grenze probieren, da die Beamten in Benin sich nicht kooperativ zeigen. Wir bedanken uns und sind froh das Niemandsland nach etwa 7 Stunden ohne Erfolg endlich wieder verlassen zu können und nicht hier schlafen zu müssen.
Da der Tag schon lange vorbei ist, suchen wir im Dunkeln noch einen Schlafplatz. Da in den üblichen Apps nichts zu finden ist, schauen wir wie so oft selbst bei Google Maps, wo es ruhig aussieht. Mit einem halbwegs gutem Gefühl bauen wir unser Camp auf und gehen nach dem langen Tag zügig ins Bett. Nachts kommen erst 6 dann 8 dann über 12 Personen mit Taschenlampen und umrunden immer wieder die halbe Nacht das Camp.
Nachts um 3 kommt zusätzlich noch ein Schuss aus einem Gewehr oder ähnlichem aus direkter nähe. Offensichtlich geht es nicht um uns, da niemand etwas sagt oder direkt zu uns kommt, jedoch gibt es einem trotzdem logischerweise kein gutes Gefühl.Leggi altro








Viaggiatore🫣🫣