• Benin? Benin!

    18–20 gen, Benin ⋅ ⛅ 27 °C

    Morgens bekommen wir an unserem Schlafplatz mitten im Feld Besuch 10-12 Leute gemeinsam mit dem Dorfchef. Nach kurzem Gespräch steht fest: kein Problem hier zu stehen. Ein Selfie mit dem Dorfchef und die Sache passt glauben wir. Nach 15 min kommt er wieder, zusammen mit einem Gewehr bewaffneten Soldaten um Personalien aufzunehmen. Die Stimmung ist schon deutlich schlechter. Nach ein paar Fotos von Jakobs Pass hauen sie ab und wir dann auch.
    Wir fahren weiter in den Süden zur anderen Grenze um es hier zu probieren. Hier fängt das Probleme schon auf der Togo Seite an. Bereits bei der Einfahrt in das Grenzgebiet werden uns unsere Handfunkgeräte abgenommen. Anschließend werden wir in einen Raum mit Klimaanlage und TV gebracht und sie machen uns das Endspiel des Afrika Cups an. Es hieß in 2 Minuten kommt jemand und dann geht's weiter. Wir warteten ca. 2,5 std in diesem Raum, bis jemand kommt. 😂Anschließend kontrollieren sie die Autos knapp eine Stunde. Jede Kiste, jedes Fach, alles wird ausgeräumt. Jede Boxershort und Socke angeschaut und jeder Karton ausgepackt. Natürlich finden sie nichts. Anschließen geht es für uns wieder in den Raum und es heißt in ein paar Minuten können wir gehen. Insgesamt geht es dann noch 2-3 mal hin und her, bis wir schlussendlich nach ca. 7 std auf der Togo Seite weiter können. Unsere Funkgeräte werden beschlagnahmt, da diese wohl registriert werden müssen. Wieso auch immer das bei der Ausreise noch Sinn ergibt.
    Jetzt wird es spannend denke wir, hat die andere Benin Grenze diese Grenze über das Problem mit uns informiert oder nicht? Wissen die Beamten über unsere Patrone Bescheid oder nicht?
    Zum Glück nicht, unsere annullierten stempeln sehen sie aber interessiert sind sie nicht. Nach 15 Minuten haben wir den Einreisestempel und können weiter ohne das jemand einmal unser Auto durchsucht hat. Verrückt😂
    Es ist mittlerweile schon wieder dunkel, wir finden jedoch recht nah an der Grenze bei einer Beachbar einen Stellplatz, hier bleiben wir direkt zwei Nächte und ruhen uns erst einmal etwas aus.

    Neben dem ganzen Stress mit den Grenzen hatten wir in allen Ländern in Westafrika täglich sehr gefährliche Situationen im Straßenverkehr. Ein Großteil der Menschen fährt, als wäre ihnen ihr eigenes Leben, sowie das Leben von allen anderen völlig egal. Als würden sie nicht eine Sekunde nachdenken bevor sie einfach losrasen, umdrehen, aus einer Seitengasse rausziehen oder eine dritte Spur im Gegenverkehr eröffnen, für welche keinen Platz ist. Zusätzlich fährt die Hälfte nachts ohne Licht und die andere Hälfte mit Fernlicht, was dazu führt, dass man nachts definitiv nicht fahren sollte. Wir sind jeden Tag froh, wenn wir zum Einen nicht selbst in einen Unfal verwickelt wurden und zum Anderen nicht Ersthelfer sein müssen, wenn wieder mal Menschen im Verkehr ums Leben kommen.
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