Rund um die Insel Čiovo
May 12 in Croatia ⋅ ☀️ 19 °C
Einst ein wildes Paradies, also genau genommen 2003, als ich hier mit Steffi und Susi schon war. Bei einem rustikalen Autocamp, die handfabrizierte,schwer leserliche Tafel war an einen Baum genagelt, also versuchten wir unser Glück und rumpelten zu diesem, neben einem offiziellen Campingplatz auf der Insel, das einzige, erlebten wir ein paar smaragdgrüne Badetage. Der alte Mann hatte die Terrasse mühselig mit der Hand abgetragen, eine Dusche und WC gebaut und den für hier so typischen Holzgriller. Ein Fischer brachte in der Früh seinen Fang, den der Alte für uns zubereitete. Trogir, so kurz nach dem Krieg, noch ruhig, besuchten wir von hier aus.
Hier ist jetzt der totale Betonhorror ausgebrochen. Da die Insel nur wenige Meter vom Festland getrennt und inzwischen mit zwei Brücken verbunden ist, haben Spekulanten, Auslandskroaten, Tourismusglücksritter beschlossen, keinen Baum mehr stehen zu lassen. Es ist unglaublich wie viele Appartements, Wohnungen, Zimmer, ganze Villen mit X Einheiten angeboten werden. Wie viele am Immobilienmarkt zu haben sind und wie viele leer stehen- ungenutzt- unfertig- und wie viele Kräne und Baugruben es gibt. Wer hier die Bescheide ausstellt war entweder noch nie auf Čiovo oder ist komplett gaga.
Wie Wespennester kleben die Siedlungen hoch über dem Meer. Kein Platz für Garten, kein Zugang zum Meer, kein Strand, keine Infrastruktur- es gibt keinen einzigen Bäcker, nur wenige kleine Läden, abgesehen von der unmittelbaren Küste, keine Gastronomie.
Eine Insel ohne eigenes Wasser mit 100erten privaten Pools, von denen viele vermutlich leer bleiben werden.
Der Übergang von urbanisiert zur Wildnis ist abrupt. Gebaut wird einfach wo noch Platz ist. Auch wenn es keine Zufahrt gibt. So schieben wir eine steile, schottrige Auffahrt hinauf zu den letzten Baugruben und erleben Č̣iovo als komplette Wilderness. Wunderschöne Ausblicke auf Brac, weit ins Mittelmeer hinaus, Schotterpisten vom duftenden Ginster gesäumt, Eselspfade, uralte Olivenhaine. Völlig unbewohnt. Eine großartige Tour! Den Tag lassen wir in Trogir enden. Ein schöner Spaziergang vom Campingplatz weg führt direkt zur Brücke und hinüber in das uralte Städtchen. Im 3. Jahrhundert bereits besiedelt ist es ab dem 11 Jhd. Bischofsitz. Die Venezianer gaben ihm das heutige Aussehen und wie überall an der Adria findet man die Spuren Österreichs.Read more





















