22. Tag 02.05.2026 Mestia- Ushguli
2 Mayıs, Gürcistan ⋅ ☀️ 18 °C
8.00 Uhr: es regnet... Kaffee trinken, etwas arbeiten.
10.37 Uhr Abfahrt bei KM 133.994 km
Es sind nur 45 km, aber..... sehr interessante Strecke. Wollen uns in Ushguli ein Guesthouse anschauen und verlassen uns auf Google Maps. Keine gute Idee in ein ca. 1.000 Jahre alten Dorfkern zu fahren. Nachdem Dijana stellt fest" wir müssen umkehren", ich stelle fest: Im Rückwärtsgang? Nö, es gibt immer einen Weg, na ja fast immer. 50 m weiter kommt bereits ein Einheimscher aus seiner kleinen urigen Bar und gibt uns taktische Zeichen: Hier ist Schluß. Beim Bier verrät er uns, dass wir die ersten seien, die es bis hierher mit einem Fahrzeug geschafft hätten. Ich versichere mich noch zu Fuß, dass es wirklich nicht weitergeht, weil zurück ist jetzt auch nicht so schön. Aber er hat Recht. Also umdrehen, und suchen erst einmal ein Restaurant auf. Die Inhaberin kommt hinzu und bietet uns ein Zimmer man, zu 249 GEL. Ich hatte vorher auf Booking.com nachgeschaut, die Gästehäuser vermieten um diese Zeit zwischen 45 GEL bis 80 GEL. Aber Dijana gefällt das Zimmer. Also was solls. Die Dame bietet uns an, mit ihr einen der alten Wehrtürme (die meisten sind im 9. bis 12. Jahrhundert entstanden (erklärt auch die "Straßenbreite") anzuschauen. Dazu wird der Besitzer herumtelefoniert, 20 GEL (eigentlich normalerweise um die 10 GEL, aber das wird wohl geteilt). Die Wehrtürme dienten den Swanen als Schutz gegen Feinde, insbesondere auch gegenüber Feindschaften in der Nachbarschaft. An den Wehrturm war direkt das Haupthaus, ebenfalls massiv aus Stein gebaut, in dem die Familien lebten. Der Wehrturm war oftmals mit einem Geheimzugang ausgestattet von dem man aus dem Haus direkt in den Turm gelangen konnte. Der Turm bestand normalerweise aus drei Stockwerken: im UG lebten die Tiere, im 1. Stock waren die Lebensmittel um auch längere Belagerungen aushalten zu können, im 2. Stockwerk wurde geschlafen und von dem 3. Stickwerk wurde geschossen.
Dazu thematisch: Blutrache
Die Swanen mussten sich oft gegen äußere Feinde wehren ud waren stets in Übung, denn sie machten sich auch gegenseitig das Leben schwer. Die Blutrache mit der Nachbarsippe konnte mehr Opfer fordern als ein Krieg mit Fremden. Schon Nachbars Hund einen Tritt zu versetzen , konnte der Grund für eine Kugel sein, genauso wie beleidigende Worte (deshalb sind die Spannen sehr höflich, Dummkopf ist das schlimmste swanische Schimpfwort). Und dann ging's los: Nach solch einer Beleidigung musste die die Ehre durch den Tod des Übeltäters wiederhergestellt werden. Der Wiederrum natürlich auch gerächt werden musste, und so weiter... Die Blutrache war dabei keine persönliche Angelegenheit: Solange sie nicht ausgeführt war, spotteten die Jungen, zürnten die Alten, und die Ehefrau verweigerte sich. Doch man konnte sich durch die Zahlung des "Zor" von seiner Schuld freikaufen. Der Zor bestand aus Land, Tieren oder Waffen und wurde von einem Gericht festgelegt das aus zwölf Verwandten des Toschlägers und aus 13 Angehörigen des Getöteten bestand. Dabei soll es nicht selten bei Gericht zu weiteren Toten gekommen sein.
Danach bringt uns die Dame noch zum privat geführten Ethnografischen Museum, auch hier wird der Eigentümer herangeholt, auch hier natürlich wieder 20 GEL. Zum Kloster lässt man uns dann alleine gehen, dort gibt es auch keinen Eintritt (::)).
Abends gibt es dann noch ein feudales Mal, welches wir auch nicht ansatzweise verspeisen konnten, also in den Kühlschrank im Defi.
Auf jedem Falle eine Reise wert und ein mystischer Ort zwischen all den Bergen jenseits der 4.000 m!Okumaya devam et





























