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  • Day4

    Der Weg des Faultiers!

    September 11, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 32 °C

    Hat eigentlich schon einmal jemand untersucht, warum die Stunden im Urlaub so schnell verstreichen wie ein Eiswürfel in der Sonne schmilzt? Unfassbar, dass wir jetzt schon Tag 5 unseres Honeymoon Trips schreiben.

    Wir führen Leben wie Faultiere, mit dem Unterschied, dass wir nicht an Bäumen hängen und unsere Fuß- und Fingernägel bedeutend kürzer sind.

    Vorgestern und Gestern widmeten wir uns primär den kulinarischen Genüssen Lomboks. Ausgiebige Frühstücke im Hotel mit frischgepressten Säften, frisch gebackenen Waffeln, Porridge mit schwarzem Reis und Kokosmilch, Bananenpfannkuchen, hausgemachte Muffins, Omelettes nach Thai- und Lombok Art, Mie Goreng mit Chili...diese Aufzählung könnte man endlos weiterführen und würde trotzdem nicht im Ansatz vermitteln können wie lecker und vielfältig das Essen hier im Jeeva ist.

    Nach der morgendlichen Energieleistung des sich eine Kugel anfressens, ist nach Faultierart den Rest des Tages Entspannung angesagt.

    Da die Sonne hier ordentlich Power hat und wir unbedingt Sonnenbrände zu vermeiden versuchen pendeln wir zwischen Sonnenliege und Daybed, also Sonnenbestrahlung in kleinen Dosen, wenn man so will.

    Zur Abkühlung dient der Sprung ins kühle Nass, in unserem Fall leider häufiger der Pool als das Meer.

    Vorgestern konnten wir noch am wunderschönen Hotelstrand schnorcheln gehen, bzw. vielmehr ist Miri wie eine quietschfidele Robbe durch die Wellen getobt während ich mich hingegen erst eher wie ein träger und wasserscheuer Kater an die ungewohnte Umgebung gewöhnen musste.

    Schnorcheln ist einfach nicht so mein Ding, weil ich Nasenatmer bin und das Atmen durch die Nase auch mit Naseumschließender Taucherbrille nicht abstellen kann. Positiver Nebeneffekt meines dilettantischen Schnorchelversuchs: mehre kostenlose Meersalznasenspülungen für geschmeidige Nasenschleimhäute.

    Gestern hingegen war der Wellengang einfach zu stark als dass der geneigte Flachland-Heddesheimer eine gute Figur im Ozean abgegeben hätte.

    Das durch den starken Wind aufgewühlte und laut tosende Meer bietet schon ein atemberaubendes Naturschauspiel.

    Die spritzende Gicht verweht durch den Wind zu einem nebligen Schleier, der über der ganzen Bucht hängt. Die Szenerie erinnert mich immer wieder stark an "Baywatch - die Rettungsschwimmer von Malibu", allerdings ohne "the Hoff", Malibu und neunziger Flair.

    Nach den süßen Stunden des Faulenzens wurde es wie gewohnt Abends Zeit für die Erkundung der kulinarischen Umgebung. Eine große Hilfe hierbei ist wie immer dieses Internetz (in Form von TripAdvisor).

    Vorgestern Abend ließen wir uns per Taxi-Faultierexpress zum "Warung Amalia" in Senggigi kutschieren.

    Häufig sind diese kleinen und für Indonesien typischen Warungs die bessere Alternative zu den auf Touristen Bedürfnisse (mehr Schein als Sein) zugeschnitten Style-Restaurants.

    Getreu dem Motto "never judge a book by its cover" bekommt man hier in schummriger Umgebung für kleines Geld vorwiegend indonesische Geschmacksexplosionen der Extraklasse geboten.

    So auch im besagten Warung, das von einer kleinen einheimischen Familie betrieben wird.

    Eine kleine, immerzu lachende Lombokianerin (wir sind uns nicht sicher wie man die Bewohner Lomboks nennt) und ihre zuckersüße Tochter verwöhnten uns mit allerlei Köstlichkeiten, die die (erstaunlich umfassende) Speisekarte hergab.

    Es gab eine Tom Yam gung Suppe (sau scharf), Lombok Style grilled Chicken mit Reis und zweimal Sate Spieße mit Erdnusssauce, dazu ein kleines Bintang, eine Diet Coke, einen Fruit Juice und eine große Flasche Wasser (1,5 l).

    Schmale 15 € kostete uns dieses leckere Erlebnis.

    Um den Abend entsprechend unserer körperlichen Verfassung zu beschließen, ließen wir uns kugelrund gefuttert zum chillaxen in der bunten Strandbar "Le Chill" nieder. Mit zwei Erdbeersmoothies, laut tösendem Ozean inklusive zwei Meter hoher Wellen und schwarzem Sand entspannten wir uns auch hier wieder in souveräner Faultiermanier.

    Am gestrigen Abend besuchten wir das "Bumbu Café". "Bumbu" ist das indonesische Wort für Gewürz und entsprechend schmackhaft war auch das hier gebotene Essen. Das "Bumbu Café" ist äußerst urig und liegt an der Hauptstraße in Senggigi. Die sehr netten Bedienungen und die gemütliche Atmosphäre laden jeden Interessierten zum verweilen ein.

    Lustigerweise trafen wir einen uns bekannten Strandverkäufer wieder, der schon zwei Tage zuvor mit seiner "Unique Selling Proposition" (einem Zaubertrick mit Kette und Ring) gnadenlos bei jedem, dem er den Zaubertrick zeigte, gescheitert war. In einem netten Plausch räumte er ein, dass zwar jeder den Trick ausprobieren möchte, aber dann irgendwie niemand etwas bei ihm kauft. Wir rieten ihm seine Marketingstrategie eventuell zu überdenken und erst seine unzähligen Armkettchen und -bändchen anzubieten und dann den Trick zu zeigen 😂.

    In vielen Reiseführern wird geschrieben, dass Lombok rauer als Bali ist und die Menschen in Lombok nicht so herzlich wie die auf Bali wären. An dieser Stelle möchten wir festhalten, dass sich dies absolut nicht mit unseren Erfahrungen deckt.

    Jeder Einheimische, mit dem wir bislang Kontakt hatten begegnete uns sehr freundlich, immer mit einem Lächeln im Gesicht und trotz Abweisung, im Falle der Strandverkäufer, sogar mit einem netten und ungezwungenen Gespräch.

    Da kann sich manch ein vermeintlich noch so kultivierter Europäer eine dicke Scheibe von abschneiden. Ein Lächeln, Danke und bitte sagen und vorallem Grüßen tut absolut niemandem weh und kostet auch nichts.

    Im Moment liege ich auf dem Daybed unsere Zimmers, während Miri in der Sonne bruzelt. Ich bin fest entschlossen gleich die Badehose anzuziehen und mir die Nase im Meer zu spülen.

    Auf geschmeidige Schleimhäute und bis bald 😁!
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