• Siem Reap - Hanoi

    Nov 6–8, 2024 in Cambodia ⋅ ☁️ 28 °C

    Der heutige Tag markierte das Ende unserer Zeit in Kambodscha, und es fiel uns wirklich schwer, uns von diesem faszinierenden Land zu verabschieden. Doch wie immer in Asien, gibt es nur wenig Zeit zum Verweilen – die Abenteuer rufen, und der nächste Flug nach Vietnam wartete bereits. Um den Tag bestmöglich zu nutzen, hatte ich extra einen späteren Flug gebucht, sodass wir nicht den gesamten Tag in einem Flughafen verbringen mussten, sondern noch das Beste aus dem letzten Tag in Kambodscha herausholen konnten.

    Der Morgen begann mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel – ein letztes Mal durften wir uns an den frischen tropischen Früchten und den verschiedenen Leckereien bedienen, die unser Hotel zu bieten hatte. Gestärkt und voller Vorfreude auf den letzten Tag ging es dann auf die Straße. Pünktlich wie vereinbart, stand unser Fahrer Bou vor dem Hotel – absolut zuverlässig und immer ein Lächeln auf den Lippen. Wer in Südostasien reist, weiß, wie viel das bedeutet. Wir hatten uns bereits in den letzten Tagen an seine ruhige, freundliche Art gewöhnt, und es war fast wie ein kleines Abschiedsgespräch, als wir uns ins Auto setzten.

    Ursprünglich hatten wir geplant, nochmal zu den Tempeln von Angkor Wat zu fahren, aber nach den letzten beiden Tagen, in denen wir die beeindruckendsten Tempel bereits besucht hatten, entschieden wir uns für eine andere Richtung: Tonle Sap, den größten Süßwassersee Südostasiens. Dieser liegt etwa 250 Kilometer lang und 100 Kilometer breit und war genau das, was wir suchten – ein Stück authentisches, unberührtes Kambodscha. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch unzählige kleine Dörfer und vorbei an weiten Reisfeldern, die in der frühen Morgensonne leuchteten. Bou, unser Fahrer, war nicht nur ein Fahrer, sondern auch ein perfekter Reiseleiter. Während der Fahrt erzählte er uns allerlei über die Region, ihre Geschichte und die Menschen, die hier leben. Wer in Siem Reap einen guten Fahrer sucht, dem kann ich Bou wärmstens empfehlen – auf Wunsch gebe ich gerne seine WhatsApp-Nummer weiter. 😄

    Am Tonle Sap angekommen, holten wir uns Tickets für eine private Bootsfahrt. Das war genau nach unserem Geschmack: Keine große Gruppe, keine Touristenmassen – einfach wir, das Boot und die Natur. Wir fuhren vorbei an den Fischer-Dörfern, die am Rande des Sees gebaut wurden. Es war unglaublich, diese schwimmenden Dörfer zu sehen, in denen Menschen leben, die sich Land nicht leisten konnten und deshalb auf dem Wasser ihr Zuhause fanden. Im Wasser schaukelten bunte Häuser, und es war faszinierend, wie eine ganze Gemeinschaft auf dem See existiert. Wir sahen sogar eine Schule, ein Krankenhaus, und als besonderes Highlight fuhren wir an einem Tempel und einer kleinen Kirche vorbei – all das auf dem Wasser, ein Spiegelbild der einzigartigen Lebensweise dieser Menschen.

    Die Bootsfahrt führte uns weiter hinein in die Mangrovenwälder des Sees, wo wir mit einem kleinen Kanu einen weiteren Abschnitt der Tour machten. Der ruhige, fast mystische Dschungel um uns herum und das leise Plätschern des Wassers schufen eine beinahe meditative Atmosphäre. Hier konnten wir das Leben der Menschen noch intensiver erleben. Es war, als ob wir in eine andere Welt eintauchten, in der Zeit keine Rolle spielte und die Natur das Tempo vorgab.

    Der wahre Höhepunkt des Tages war jedoch die kurze Zeit, die wir in einem der Dörfer verbrachten. Dort verteilten wir Schulhefte an die Kinder – ein kleiner, aber für uns sehr bedeutsamer Moment. Die Kinder strahlten vor Freude, und es fühlte sich gut an, eine kleine gute Tat zu vollbringen. Es ist wahr, was man sagt: „Eine gute Tat pro Tag, und Buddha lächelt dir zu“ – und in diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass wir dem Universum vielleicht tatsächlich etwas zurückgaben.

    Nach dieser bewegenden Erfahrung fuhren wir weiter und ließen uns in einem kleinen Restaurant nieder, das Bou uns empfohlen hatte – ein echter Geheimtipp. Es war eines dieser versteckten, charmanten Lokale, in denen man weiß, dass das Essen authentisch und fantastisch ist. Wir genossen eine köstliche Mahlzeit, während wir uns über die Erlebnisse des Tages austauschten.

    Mit vollen Bäuchen und glücklichen Herzen machten wir uns schließlich auf den Weg zurück zum Flughafen. Der Flug von Siem Reap nach Hanoi war unkompliziert und schnell – eine willkommene Abwechslung, nachdem wir die letzten Tage so intensiv unterwegs waren. In Hanoi angekommen, erwartete uns bereits unser nächster Fahrer, der uns direkt zu unserem Hotel brachte.

    Wir waren zwar müde von einem unglaublich intensiven, erlebnisreichen Tag, aber auch voller Vorfreude auf das, was uns in Hanoi erwarten würde. Die Straßen, die Kultur, das Essen – Vietnam versprach ein weiteres Abenteuer zu werden. Morgen werden wir Hanoi unsicher machen – wir sind bereit für das nächste Kapitel unserer Reise. 🤣💪

    Trotz des Abschieds von Kambodscha und der letzten Fahrt durch die Landschaft des Tonle Sap bleibt dieser Tag ein unvergessliches Erlebnis, das uns noch lange begleiten wird.
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