• Mambajao

    April 8 on the Philippines ⋅ ☀️ 29 °C

    Camiguin // Wir haben für 10:00 Uhr unser Frühstück angemeldet. Als Erster kommt Andrew und fragt nach unseren Plänen. Wir haben noch keine. Vielleicht können wir ja auf den Markt nach Mambajao fahren. Wenig später erscheint Jerome mit drei bis acht Hunden im Schlepptau und macht Vorschläge, was wir auf Camiguin so alles anstellen können. Gemeinschaftlich beschließen wir, dass wir uns melden. Er hetzt uns da nicht. Wir haben von unserem geplanten Marktbesuch erzählt und er macht uns mit den Gepflogenheiten der Insel vertraut. Wir sollen uns an die Straße stellen und ein Tuk-Tuk anhalten. Das kennen wir ja schon von den anderen beiden Inseln. ABER, man muss hier auf Camiguin auf die Farbe achten. Aha, gut zu wissen. Man nennt die Tuk-Tuks hier auch nicht Tricycle. Na sowas... Wie auch anderswo auf den Philippinen dient immer ein Motorad für den Antrieb. Auf der Insel fahren Tuk-Tuks in drei unterschiedlichen Farben herum: gelb, grün und rot. Für uns ist wichtig, dass wir nur mit den roten fahren können. Die Tuk-Tuks sind der ÖPNV von Camaguin. Für unsere Tarifzone gilt von Mambajao zum Resort ein Festpreis von 17 Pesos im Sammelfahrzeug, das sind ca. 25 Cent. Wenn man sich die Spritpreise anschaut, dann wundert man sich, wie das Ganze sich trägt. Ein Liter Benzin kostet hier momentan 1,44 EUR. Der Krieg wirft seinen langen Schatten bis auf die Philippinen. Wenn man bedenkt, dass das Einkommen vieler Menschen bei gerade mal 500 - 600 EUR liegt, ist das in Relation schon sehr teuer für die Einheimischen.

    Mit einem Regenschirm als Sonnenschutz bewaffnet, machen wir uns auf den Weg. Sofort hält ein rotes Tuk-Tuk. Eine Frau mit ihrer kleinen Tochter sitzt schon drin. Wohin jetzt mit den Knien? Und sehr hoch sind die Dinger innen auch nicht. Glücklicherweise steigt nur noch ein junger Mann zu. Wir organisieren uns irgendwie. Der Fahrer wirft uns am Markt ab. Das geht ja einfach. Die Markthalle überrascht uns positiv. Natürlich wird auch hier frisches Fleisch ohne Kühlung angeboten, aber es gibt nicht den penetranten Geruch nach eingeschlafenen Füßen und Fisch, den wir von Bohol kennen. Wir sehen auch keine Ratten durch die Gänge flitzen. Es macht insgesamt einen hygienischeren Eindruck als in Anda. Wir möchten gern kleine Bananen und frische Erdnüsse kaufen. Die Bananen sind kein Problem. Für die Erdnüsse schicken uns die Markfrauen auf die andere Straßenseite. Dort steht ein etwas moderneres Einkaufszentrum. Hier bekommt man sowohl Lebensmittel als auch Waren des täglichen Bedarfs. Und - es gibt sogar eine funktionierende Klimaanlage im Gebäude. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Jerome erklärt uns das am nächsten Morgen so: Camiguin ist eine kleine Insel. Da hat man alles besser im Blick. Außerdem kommt es immer auf den Gouverneur an, der in einer Provinz "herrscht". Wenn er sich gern die eigenen Taschen vollhaut, bleibt natürlich nichts mehr übrig für Infrastruktur. Dann kommt bei den Leuten nichts an. Offenbar ist der Gouverneur von Camiguin ein großzügiger Mann was die Verteilung von Steuergeldern angeht. Wir hatten schon bei unserem kurzen Ausflug das Gefühl, dass hier alles ein bisschen aufgeräumter und sauberer ist als in anderen Landesteilen.

    Nach dem Einkauf - es gab sogar frische Mangosteen - wollen wir uns einen Ube-Shake gönnen. Nachdem ich am Milchshakestand mit der Verkäuferin bereits geklärt habe, dass sie Industrieeis in ihre Shakes macht, teilt sie mir mit, dass Ube alle ist. What??? Sie schickt uns zum Stand auf der gegenüberliegenden Seite. Ah ja, Fruitas kennen wir schon. Das war lecker dort. Allerdings ist auch dort Ube aus. Was ist hier los? Warum ist Ube Mangelware? 😉

    Naja, dann fahren wir jetzt eben zurück ins Resort. Der erste Tuk-Tuk-Fahrer in rot möchte uns nicht transportieren. Zwei Passagiere sind ihm zu poplig. Der Zweite ist zwar vollbesetzt, bietet uns aber an, uns mitzunehmen. Witzbold. Wo sollen wir denn sitzen? 😆 Schließlich finden wir einen Fahrer, der uns anbietet, uns für 200 Pesos bis ins Resort zu bringen, als Privattour sozusagen. Machen wir. Das sind nicht mal drei Euro. Und wir haben auch nicht das Gefühl, dass er uns übers Ohr hauen will. Passt.

    ACHTUNG! Richtigstellung: Hasi erzählt mir gerade, dass der erste Fahrer der von unserer Hintour war. Er hat seine Frau ins Einkaufszentrum gebracht und draußen auf sie gewartet. Deshalb wollte er nicht fahren. Ich nehme alles zurück. 😉

    Jerome hatte uns vorgewarnt, dass unter Umständen der Strom ausfallen könnte. Das passiert am Abend auch prompt. Wir finden aber Kerzen und Notlicht. Alles kein Problem und nach ein paar Minuten ist der Strom auch wieder da.
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