• Nach Mantigue

    9.–10. Apr. auf den Philippinen ⋅ ⛅ 28 °C

    Camiguin // Jerome meint, heute ist ein guter Tag zum Schnorcheln. Er empfiehlt uns einen Abstecher nach Mantigue. Hier kann man mit etwas Glück Schildkröten sehen. Ein Teil der Küste ist Schutzgebiet. Man findet dort auch Korallen und viele Fische. Er bestellt uns einen Fahrer, der uns den ganzen Tag zur Verfügung steht. Dieser fährt ein hellblaues Multicab und erzählt uns, dass Front und Motor des Fahrzeugs aus Japan kommen, der restliche Aufbau erfolgt - wie auch bei den Tuk-Tuks - aber auf den Philippinen. Natürlich sind die Innenmaße wieder auf zierliche Filipinos ausgelegt. Er entschuldigt sich dafür vielmals.

    Erste Station ist der Katibawasan Wasserfall. Da stürzen gewaltige Wassermassen ungebremst den Berg herunter. Wer mag, kann in den kalten Fluten baden. Hasi geht nur bis zu den Waden rein. Ist offenbar sehr frisch, das Wasser. Auch hier sind wir vom baulichen Drumherum begeistert. Im Vergleich zu den Fällen von Siquijor ist der Ausbau von Treppen und Zugängen wirklich sensationell.

    Dann geht es mit dem Auslegerboot weiter nach Mantigue. Vorher leihen wir uns noch Schwimmflossen aus. Die Meeresströmung soll um die Insel herum nicht unerheblich sein. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das gutgehen wird. Meine Schulter ist nach wie vor blockiert und ich bekomme Schwimmbewegungen nur sehr bedingt hin. Wir suchen uns deshalb einen Guide. Und das wird sich im Nachhinein als Fehler herausstellen. Der gute Mann hat es nämlich eilig. Wir haben nur eine halbe Stunde und die wird für mich zum Albtraum. Ich habe ihm am Anfang gesagt, dass es mit der Schulter und schwimmen eher mau aussieht. Er meint, ich soll mich an seiner Rettungsboje festhalten und er zieht mich dann hinter sich her. Die Flossen wollen nicht an die Füße und ständig läuft Wasser in die Schorchelmaske. Leider kann ich mich mit der anderen Hand überhaupt nicht betun und bin immerzu damit beschäftigt, das Wasser aus der Maske zu kriegen. Unser Guide hat es aber auch nicht zwingend leicht mit mir, weil er mich ja ständig hinter sich herziehen muss. Er zeigt immer wieder ins Wasser und ruft Fish oder Turtle. Leider kann ich das meiste weder sehen noch genießen. Eine absolute Lose-Lose-Situation.

    Glücklicherweise sieht Hasi mehr: "Das Wasser war an sich recht diesig und die Korallen, Fische und Schildkröten eigentlich nur durch Abtauchen zu erreichen. Es waren viele Fische zu sehen, teilweise auch große Schwärme. Die Korallen sah man nur an der Riffkante. Das Schnorchelerlebnis lag bei 6 von 10."

    Danach muss ich mich erstmal sortieren. Ich schwanke zwischen Heulkrampf und Wutanfall und würde am liebsten das komplette Schnorchelequipment im nächsten Mülleimer versenken. Sch...! M...! K...! Ich hatte mich so auf das Schnorcheln gefreut! Gut, es konnte niemand damit rechnen, dass Anfang des Jahres die Schulter anfängt, Sperenzchen zu machen. Ich gehe erstmal in das phantastisch azurblaue Meer und versuche, meine Wut wegzuatmen.

    Wir fahren mit dem Boot zurück an Land. Auch hier spielt die Schulter wieder eine Rolle. Beim Abstieg ins Hafenwasser ist der letzte Schritt nach unten so tief, dass ich mir fast den Arm rausreiße. Läuft! Dafür gönnen wir uns anschließend im besten Fischrestaurant der Insel einen Molmol. Den wollte ich schon immer mal kosten. Das sind die blauen Fische, um die wir schon in Kota Kinabalu herumgeschlichen sind und uns nicht getraut haben, sie auf den Grill werfen zu lassen. Er ist zwar etwas schwarz, aber sehr lecker und hat kaum Gräten.

    Ganz zum Schluss besuchen wir den Katunggan Park. Hier wurde ein alter Mangroven-Wald in eine Art Naturpark mit Erlebnisfaktor umgewandelt. Anstatt die Mangroven abzuholzen, wurden dazwischen Bungalows gebaut, die man mieten kann. Mit paddeln oder schwimmen oder einfach nur gemütlichem Beisammensitzen kann man hier seine Freizeit verbringen. Die Bungalows sind durch Holzstege miteinander verbunden. Man kann also auch einfach nur durchlaufen und sich an der Landschaft erfreuen. Umwelttechnisch eine sehr gute Idee, da die Mangroven bei einem Taifun als natürlicher Küstenschutz fungieren. Übrigens ist hier alles pikobello sauber. Im Wasser sehen wir kein einziges Stück Müll schwimmen.
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