• Sunken Cemetery

    11.–12. apr., Filippinerne ⋅ ☁️ 29 °C

    Camiguin // Nach meinem Schnorchel-Desaster auf Mantigue habe ich erstmal die Nase voll davon, mit Schnorchelmaske ins Wasser zu steigen. Allerdings wollten wir uns noch den Sunken Cemetery anschauen. Nach einigem inneren Hin und Her beschließen wir, erst einmal dorthin zu fahren und die Lage zu peilen. Wenn es nach neuerlichen Problemen ausschaut, bleibe ich eben am Strand und Hasi bestaunt die Unterwasserwelt. Andrew besorgt uns einen Fahrer, weil die Stadtrand-Tuk-Tuks bis dorthin nicht fahren dürfen.

    Man muss wieder einen kleinen Obulus von 100 Pesos p.P. (ca. 1,44 EUR) entrichten und einen Guide buchen. Oh no! Nonono! Nicht schon wieder! Es geht leider nicht anders. Wir wollen in einem Schutzgebiet schnorcheln und da muss zwingend ein Guide dabei sein, der aufpasst, dass wir nicht auf Korallen treten oder die Fische behelligen. Hasi meint hinterher, man hätte gesehen, wie ich schon mal innerlich verkrampfe... 😎.

    Unser Guide heißt Daniel und ist ein verständnisvoller Bursche. Er bietet mir den Rettungsring an. Nope, auf keinen Fall! Ich erkläre ihm die Situation und er lässt davon ab, mir weiterhin behilflich sein zu wollen. Es wird einfach etwas länger dauern. Und dann geht unter der Wasseroberfläche eine kleine Wunderwelt auf. Nach einem Vulkanausbruch im Jahr 1871 versank der Friedhof der alten Siedlung Bonbon in den Fluten. Hier konnte in den letzten 150 Jahren ein neues Korallenriff entstehen. Da die Korallen noch sehr jung sind, tummeln sich hier vorwiegend kleine Fische. Aber so viele unterschiedliche Arten. Wir sehen Riesenmuscheln, Mini-Nemos in Mini-Anemonen, Kugelfische und Drückerfische in Kleinformat. Überall schillert es in hellblau, rot, gelb oder orange. Und wenn man denkt, jetzt hatte man sie alle, dann kommt wieder eine ganz neue Spezies um die Ecke. Viele davon haben wir noch nie gesehen. In einer weißen Anemone sehe ich weiße Clownfische. Hasi zeigt mir eine fast schwarze Anemone, in der sich ganz dunkle verstecken. Verrückt! Und sehr, sehr interessant. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Die Korallen sind intakt, das freut uns ungemein.

    Das große weiße Kreuz wurde erst 1982 errichtet. Der Wasserspiegel drumherum ist sehr flach. Man muss an manchen Stellen aufpassen, dass man beim Schnorcheln nicht auf Grund läuft. Bei Ebbe wird es dort vermutlich knifflig. Hinter dem aufrecht stehenden Kreuz liegt noch ein weiteres riesiges Kreuz im Meer. Wie und warum es dorthin kam, bekommen wir leider nicht heraus.

    Den Guide bezahlt man für maximal eine Stunde, dann muss man raus. Das reicht aber auch. Diese Miniatur-Unterwasserwelt bekommt von uns eine 9+ von 10 und ich bin wieder versöhnt mit der Materie. Es gefällt uns so gut, dass wir am nächsten Tag gleich noch einmal hinfahren.

    Nachmittags will ich nach Mambajao. Da steht noch ein Ube-Shake aus. Das muss sein! Hasis Begeisterung hält sich in Grenzen. Am Wochenende fahren zwar auch Tuk-Tuks, aber bei weitem nicht so viele, wie an den normalen Wochentagen. Wir müssen etwas warten, bis wir eingesammelt werden. Wir haben Glück, das Tuk-Tuk ist fast leer. Nur ein junger Mann sitzt drin. Die Freude hält nur kurz. Bis zum Markt werden insgesamt 10 Fahrgäste plus Fahrer im Tuk-Tuk gleichzeitig transportiert. Man atmet sichtlich flacher. Sicherlich wäre noch Platz für zwei weitere Personen, allerdings nicht mit zwei Wuchtbrummen aus Europa an Bord. Wir wissen jetzt auch, wo uns der Fahrer mit dem vollen Tuk-Tuk neulich hingesetzt hätte, nämlich links und rechts neben sich. Da sind auch noch zwei Sitze. Wäre kuschlig geworden.

    Das Kaufhaus in Mambajao hat täglich geöffnet. Im Eingangsbereich findet man allerlei Stände, an denen man süße Teilchen, Kuchen, Kaffee, Milchshakes oder auch herzhafte Snacks kaufen kann. Unser Weg führt uns zielstrebig zu Fruitas. Heute wird es passieren! Aber die Verkäuferin sagt wieder nein zu allen Sachen, auf die ich zeige. Es stellt sich heraus, dass sie keine Tapiokaperlen für das Bubble-Gefühl haben. Dann eben ohne, verdammichnochmal! 😉 Wir werden uns schließlich einig. Für mich Ube, für Hasi Mango ohne Sago. Beide wirklich sehr lecker. Der Ube-Shake wird übrigens aus einem Pulver hergestellt. Pandan für den Geschmack scheint auch mit drin zu sein. Also wollen wir nach dem Schleckern nochmal im Supermarkt gucken, ob es das Ube-Pulver nicht vielleicht zu kaufen gibt. Dabei laufen wir John in die Arme. Ami, Maga- und Donald-Fan. Er wirft uns stakkatomäßig eine Phrase nach der anderen entgegen und feiert sich dabei selber. Da wir ihm so sympathisch sind, würde er uns ja sogar zu sich einladen... blablabla... Bloß nicht! Von uns will er glücklicherweise nicht viel wissen, er will uns einfach nur mit seiner verschrobene Sicht auf die Welt zumüllen. Nicken und freundlich bleiben... Mit Mühe werden wir ihn wieder los. Selbst am nächsten Morgen geistert mir der Typ noch im Gehirn rum. Gruslig! Ube-Pulver finden wir jedenfalls nicht.

    Abends fährt uns Andrew in ein Restaurant, zu dem man das letzte Stück Weg fußläufig über einen Steg im Reisfeld zurücklegt. Im Schein der Stirnlampe schlängelt es plötzlich im Teich zu unseren Füßen. Als wir das Bild Andrew zeigen, meint er eher gelangweilt, es wäre wohl eine Art Kobra. Gegengifte wären verfügbar. Sehr beruhigend. 😉
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