Horrorfahrt bei den Marmorkapellen
March 11 in Chile ⋅ ☁️ 13 °C
Der Ort Puerto Rio Tranquilo wäre völlig unbekannt, wenn von dort nicht täglich Bootstouren mit Hunderten Touristen zu den Marmorkapellen, einer faszinierenden Felsformation im Lago General Carrera, starten würden. Und genau die wollen wir uns auch ansehen. Und so geht es weiter immer am See entlang, wo wir dann auf einer der weltweit schönsten Routen treffen, nämlich der Carretera Austral. Von "überbewerteter Schrottpiste" bis "die schönste Strecke meines Lebens" haben wir schon alles gehört und wir wollen uns nun selbst einen Eindruck verschaffen.
Bald erreichen wir den Ort und gehen erstmal auf einen Campingplatz. Die Zufahrt dahin wird zu einer kleinen Herausforderung. Die Einfahrt ist auf der linken Seite durch das Sanitärhäuschen und auf der rechten Seite durch das Hostel auf einer Durchfahrtsbreite von etwa 2,50m begrenzt. Außerdem ist der Weg noch sehr huckelig, was dazu führt , dass das Womo hin-und her wackelt.
Mir bleibt kurz mein Herz stehen, als Micha zwischen beiden Häuschen hindurch fährt und ich bin nicht mal fähig, ihm irgendwelche Fahranweisungen zu geben.
Aber er meistert es mit Bravour und an Womo und Häusern ist noch alles dran. Auf den Schreck machen wir es uns erstmal mit einem Pisco Sour gemütlich.
Danach gehen wir beschwipst in den Ort. Sehr touristisch geht es hier zu, aber nach all der Abgeschiedenheit ist es auch schön, mal wieder viele Menschen zu sehen. Am Hafen kaufen wir, leider erst für den nächsten Tag, die Tickets für die Bootstour. Heute startet wegen des starken Windes kein Boot mehr. Man könnte auch eine geführte Kajak-Tour, aber das erscheint uns bei dem Wind zu gefährlich. Falsche Entscheidung, wie wir am nächsten Tag feststellen müssen!
Am nächsten Morgen müssen wir schon früh raus, denn die Tour beginnt 9 Uhr. Ich habe noch meine Zweifel, ob sie auch wirklich startet, denn der Wind hat zu gestern nicht nachgelassen. Ohne Frühstück gehen wir gemütlich zum Hafen, in der festen Annahme, dass die Fahrt abgesagt wird. Pustekuchen! Sie findet statt. Wir werden mit Regen-Capes und Rettungswesten ausgestattet. Mit weiteren 9 Touristen steigen wir in das Boot und werden zu den Felsenhöhlen und Formationen aus verschieden farbigen Marmor gefahren. Ein schönes Erlebnis, dieses Zusammenspiel vom Marmor und dem sehr klaren türkisfarbenen Wasser zu sehen.
Nach zweieinhalb Stunden Rundfahrt geht es wieder zurück. Wir werden schon gewarnt, dass durch den Wind die Wellen im See etwas hoch sind und die Rückfahrt nicht so gemütlich sein wird. Das war nett ausgedrückt! Es wird, glaube ich, meine bisherige schlimmste Bootsfahrt. Micha und ich sitzen in der zweiten Reihe. Das Boot knallt bei jeder Welle auf die Wasseroberfläche und wir haben Angst, dass wir eine Rückenstauung bekommen. Das junge Paar, das vor uns sitzt, wird nach anfänglichen Lachen ganz still und blass um die Nase. Das eiskalte Wasser spritzt uns völlig nass, so dass auch die Regencapes nicht mehr schützen. Nach zwanzig Minuten reinstem Horror erreichen wir den Hafen- überlebt!!😅 Wieder zurück auf dem Campingplatz erzählt mir die Besitzerin, dass man besser mit einem Kajak fahren sollte, da man von einem Ort startet, der viel näher an den Kapellen liegt und den Wellen quer über der Lagune nicht so ausgesetzt ist 😅!Read more




















Traveler
James Bond Insel in Chile