• Carretera Austral im Regen

    March 14 in Chile ⋅ 🌧 9 °C

    Einige Tage fahren wir die Carretera Austral entlang und was soll ich sagen: Spektakulär!! Dichte Urwälder, riesige Nalcas (Rhabarber ähnliche Pflanzen, deren Stiel bis Ende Dezember gegessen wird, danach setzen sich Insekten ein), meterhohe Fuchsien und Farne säumen die Straße und an den Berghängen fließen unzählige Wasserfälle herab. Micha meint, dass er noch nie so viele Wasserfälle auf einmal gesehen hat wie hier. An einer Stelle zählen wir 12 nebeneinander!! Klar, ich denke, es gibt jetzt so viele Wasserfälle hier, weil es regnet und regnet. Seit wir den Lago General Carrera verlassen haben, hat der Regen nicht mehr aufgehört.
    Im wunderschönen Urwald-Ort Puyuhuapi, (schon der Name hört sich hinreißend an), der an einem Fjord liegt, verbringen wir zwei Tage. Der Ort wurde erst 1935 von vier Deutschen gegründet, u.a.von Herrn Hopperdietzel, der eine Teppich-Manufaktur baute und dessen Nachfahren eine kleine Bierbrauerei gründeten. So kann man hier Hopperdietzel -Bier kaufen. Am Hafen planscht eine Robbe herum und bei unserem nur wenige Kilometer entfernten Übernachtungsplatz können wir beim Frühstück und Abendessen eine Delfin-Familie beobachten.
    Trotz des anhaltenden Regens treten wir wagemutig eine Wanderung im Nationalpark Queulat an. Dort kann man zum Ventisquero Colgante, einem herabhängenden Gletscher wandern. Allerdings wird das eine absolute Schlammschlacht. Teile des Weges sind einfach weggeschwemmt. An Wurzeln und Bäumen festhaltend kämpfen wir uns den Berghang hinauf und hinunter. Der schönste Teil der Wege ist leider gesperrt, denn in der Nacht hat es einen Bergrutsch gegeben. Nach drei Stunden gehen wir völlig verdreckt zurück und waschen unsere notdürftig Schuhe und Regenkleidung in einem kleinen Fluss ab. Spaß hat es trotzdem gemacht. Nun zieht es uns jedoch in den Norden der Carretera Austral, in der Hoffnung, dass es dort weniger regnet.
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