Valparaíso: gefährlich ??
April 18 in Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Weil alle uns davon abraten, mit dem Wohnmobil nach Valparaíso zu fahren (zu gefährlich), fahren wir zu einem Campingplatz, der außerhalb der Stadt in einem kleinen Tal, eingebettet von ärmlichen Häusern liegt, was alles ein bisschen wie Favela aussieht. Wir fragen uns, ob das hier wirklich sicherer ist. Alejandro, der Besitzer, ist ein netter, hilfsbereiter älterer Herr, doch der Campingplatz ist sehr verlottert und wir sind wieder mal die einzigen Gäste. Aber egal, er liegt praktisch, denn man läuft nur ein paar Minuten durch die "Favela' zu einer Bushaltestelle und von dort ist man in 50 Minuten in Valparaíso. Die Stadt hat einen Hafen, in dem auch immer wieder Kreuzfahrtschiffe anlanden und zieht sich dann am Berg entlang mit vielen Hügeln. Im Internet und im Reiseführer lesen wir, dass man in einige Viertel und auf einige Hügel nur in Gruppen gehen sollte, weil man schnell Opfer von Raubüberfällen werden kann. So buchen wir lieber eine geführte Tour und bereiten uns gut vor, in dem wir nur das Nötigste mitnehmen. Der Bus hält am zentralen Platz und unser erster Eindruck von Valparaíso ist schrecklich. Laut, viel Verkehr und schmutzig. In einem kleinen Shoppingcenter will Michael Geld vom Automaten holen. Weil er dabei so mit Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt ist, fällt ihm seine Kreditkarte durch einen Schlitz in den Sicherheitsschrank vom Geldautomaten 🙈. Und nun?! Bankkarte auf Nimmerwiedersehen?! Aber beim Hineinleuchten sehen wir sie am Boden liegen. Die Verkäuferin am nebenan liegenden Kiosk ruft einen Wachmann und wir überlegen, wie wir an die Karte gelangen können. Mit einem Lineal schaffen wir es schlussendlich die Karte wieder herauszuziehen. Unser Besuch in Valparaíso fängt ja schon mal lustig an! Dann gehen wir zum Hafen, der zwar ganz toll aussieht, aber die aufdringlichen Angestellten der umliegenden Restaurants sprechen einen aller paar Sekunden an, um einen zu überzeugen, in ihrem Restaurant zu essen Wir gehen weiter, müssen aber noch Zeit vertun, bis die Stadtführung beginnt. Das Problem ist, dass wir uns nicht auf die Hügel trauen und nun die ganze Zeit auf der hässlichen Hauptstraße herum laufen. Wir sind beide sehr genervt und können überhaupt nicht verstehen, was an Valparaíso schön sein soll. Nach einigen Metern kommen wir zu einem der vielen Aufzüge, die auf einen der Hügel fährt. Vor uns sind andere Touristen, die auch hoch wollen. OK, dann wagen wir es eben doch! Oben angekommen: siehe da... liegt das 'schöne Valparaíso". Die kleinen bunt angemalten Häuschen, fantastischer Blick aufs Meer und auf die anderen Hügel mit den farbigen Häusern und die Straßen mit tollen Cafés, Restaurants und vor allem: es wimmelt an Touristen, die alle allein (ohne Gruppen) durch die Gassen schlendern. 😂🙈
Bald treffen wir uns mit unserer Gruppe und der Stadtführerin. Ach so, die Gruppe besteht nur aus uns beiden und der Guide!😅
Die junge Frau macht die Tour ganz nett, wenn auch ein bisschen zu "sozialistisch" angehaucht, weil sie uns ausschließlich die Malereien an den Häusern erklärt, die soziale Ungerechtigkeiten anprangern. Ich hätte gern noch über einige interessante historische Ereignisse gehört, aber das gibt es nicht. Nach der Tour schlendern wir noch allein durch die Stadt, aber da es nun schon 17 Uhr ist, nehmen wir lieber den Bus zurück, um nicht ganz im Dunkeln den lustigen Favela-Hügel zu unserem Campingplatz zurück laufen zu müssen.Read more
























TravelerOh weh 😟 Als wir vor knapp 20 Jahren dort waren fanden wir die Stadt einfach nur schön.