• Zwei Tage Fahrt im Regen und Schlammschlacht

    12. juni, Argentina ⋅ ☁️ 14 °C

    Die letzten beiden Tage fahren wir fast 800km durch das Armenhaus Argentiniens: dem Santiago del Estero und dem Chaco. Hört sich gar nicht lang an, aber bei den hiesigen Straßen braucht man für 400km fast 6 bis 7 Stunden. Die Armut hier zeigt sich nicht nur an den heruntergekommenen Häusern, sondern auch an den Straßen. Ein Schlagloch reiht sich ans nächste. Übernachtet wird hinter einer Tankstelle. Am zweiten Tag erreichen wir endlich den Grenzort Corrientes, der am Rio Paraná liegt und an dessen gegenüberliegenden Ufer schon Paraguay zu sehen ist. Seit zwei Tagen regnet es ununterbrochen. Eigentlich ist doch jetzt Trockenzeit 🤔. Als wir durch die Stadt fahren, kommt uns ein Wohnmobil entgegen: 😂Wer ist das wohl? Na, wieder unsere Spanier! Unsere Wege kreuzen sich immer wieder!
    Wir fahren noch 70km weiter. Am Rio Paraná soll es einen schönen Parkplatz am Sandstrand geben. Unsere Regel: "Nie nach Sonnenuntergang fahren", halten wir heute wieder mal nicht ein. Aber da die Straßen hier gut asphaltiert sind - noch(!), zielen wir den Strandplatz in dem kleinen Ort Paso de la Patria an. Ein Kilometer vor dem Platz hört der Asphalt auf. Auf dem kleinen Weg steht ein Auto und der Fahrer scheint ein Problem zu haben. Kurz darauf haben wir das selbe Problem: der unaufhörliche Regen hat die Straße in ein Schlammfeld verwandelt und die Reifen finden keinen Griff mehr. Wie auf Seife rutscht unser Wohnmobil hin und her. Micha kann gerade noch das Abrutschen in einen Graben verhindern. Es ist dunkel, es regnet und wir haben keine Lust, auszusteigen und zu sehen, wie wir hier am besten heraus kommen. Micha sieht sich schon, die Schneeketten anlegen, aber er startet noch einen Anlauf. Und: Zack, unser bestes Wohnmobil aller Zeiten schafft es, aus der Schlammschlacht heraus zu fahren. Dem anderen Autofahrer können und wollen wir nicht mehr helfen, aber eine Frau aus dem anliegenden Haus hat wohl schon Hilfe geordert. Das Risiko einzugehen, auf diesem Weg weiterzufahren, wollen wir nicht eingehen und so fahren wir zu einer ebenfalls schönen Stellmöglichkeit im Ort auf asphaltierten (!!) Straßen zurück und sind den Abend sehr sehr dankbar, dass der einzige Schaden, der entstanden ist, ein überaus verschlammtes Womo ist.
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